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"Das Boot"-Star genießt die TageJürgen Prochnow fand sein Glück in Berlin wieder

10.06.2026, 11:21 Uhr
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Wollte eigentlich gar nicht ins Kino: Jürgen Prochnow, besser bekannt als Kapitän Kaleu im Kultfilm "Das Boot" (Foto: picture alliance/United Archives)

Mit "Das Boot" wird Jürgen Prochnow weltweit berühmt und schafft den Sprung nach Hollywood. Zum 85. Geburtstag blickt der Schauspieler auf eine außergewöhnliche Karriere zurück - und genießt heute ein deutlich ruhigeres Leben in seiner Heimatstadt Berlin.

Er spielte mit Marlon Brando und Tom Hanks in Hollywood, auch mit Donald Sutherland oder Jacqueline Bisset. Doch zeitlebens denken Kino- und Fernsehzuschauer bei Jürgen Prochnow vor allem an eine Rolle: In dem Welterfolg "Das Boot" spielte Prochnow den knorrigen U-Bootkapitän Kaleu, gerufen "der Alte". Am heutigen Mittwoch wird Prochnow 85 Jahre alt - nach vielen Jahren in den USA wurde er wieder in Deutschland heimisch.

Prochnow ärgerte sich nie darüber, dass er vor allem mit dem Filmerfolg von Regisseur Wolfgang Petersen in Verbindung gebracht wird. Der "Süddeutschen Zeitung" sagte er vor einigen Jahren, noch heute würden ihm Menschen Fotos vom "Boot" hinhalten und um ein Autogramm bitten. "Das ist der Film, der in Deutschland und auch international den prägendsten Eindruck hinterlassen hat - von der Qualität her ist es wahrscheinlich das Außergewöhnlichste, was ich in meinem Leben zustande gebracht habe."

Dabei strebte Prochnow gar nicht ins Kino, er war im Theater etabliert und hatte vorher mit Film und Fernsehen wenig am Hut. Das Boot sei ihm "mehr oder weniger passiert" - das Ganze habe sich zu einem Traum entwickelt, inklusive Hollywoodkarriere. Dabei ist neben Ehrgeiz Bodenständigkeit eines der Markenzeichen von Prochnow. Der am 10. Juni 1941 in Berlin geborene Sohn eines Fernmeldeingenieurs spielte zwar schon in Düsseldorf - dorthin war die Familie gezogen - am Gymnasium Schultheater. Aber auf Wunsch der Eltern machte er zunächst eine Banklehre.

Marlon Brando liebte "Das Boot"

Mit Anfang 20 schaffte Prochnow, dessen Gesicht durch Narben einer schweren Akne gezeichnet ist, die Aufnahme an der Essener Folkwang-Schule. Er spielte von da an mit Erfolg am Theater, 1972 holte ihn Peter Zadek nach Bochum. Ans Theater kehrte Prochnow später immer wieder zurück. Doch schicksalhaft wurde 1973 die erste Zusammenarbeit mit Petersen. Der damals selbst noch aufstrebende Regisseur holte sich den Theaterstar Prochnow in einen "Tatort", ein Jahr später gab er ihm eine Rolle in einem Psychokrimi.

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In "Weiße Zeit der Dürre" spielte Prochnow (im Bild) an der Seite von Marlon Brando. (Foto: imago/United Archives)

Prochnow spielte nun vermehrt in Filmen, seine Hauptrolle in "Die Verrohung des Franz Blum" wurde von Kritikern hoch gelobt. Doch während dieser Film nur noch Experten etwas sagt, wurde Petersens "Das Boot" dann 1981 die Eintrittskarte für die ganz große Bühne des Filmgeschäfts. Die internationale Strahlkraft von "Das Boot" bekam Prochnow bei einem gemeinsamen Film mit einer der größten Hollywood-Legenden zu spüren. Bei den Dreharbeiten mit Marlon Brando für "Weiße Zeit der Dürre" habe dieser ihm erzählt, dass er "Das Boot" mehrfach gesehen habe, der Film liege sogar auf seinem Nachttisch. "Da war ich stolz", sagte Prochnow der "Süddeutschen Zeitung".

Zurück in Berlin

Dass er in Hollywood fortan eher auf die Rolle des ausländischen Bösewichts abonniert wurde, störte den Schauspieler dabei nicht. Er spielte in bekannten Erfolgen wie "Der Wüstenplanet", "Beverly Hills Cop II" oder "The Da Vinci Code". "Jede Minirolle ist dort interessanter als ein Hauptpart in einer deutschen Komödie", sagte Prochnow einmal in einem Interview zur Bedeutung Hollywoods für ihn.

Doch mit der Zeit machte Prochnow seinen Frieden mit dem deutschen Filmgeschäft, war regelmäßig auch in deutschen Fernsehfilmen zu sehen. Prochnow, der neben der deutschen auch die US-Staatsbürgerschaft hat, wurde sogar wieder in Deutschland heimisch. Seinen langjährigen Wohnsitz und Lebensmittelpunkt in Kalifornien verkaufte er.

Mit seiner dritten Frau Verena lebt der zweifache Vater und mehrfache Großvater in seiner Geburtsstadt Berlin. Aus der Öffentlichkeit zog er sich inzwischen weitestgehend zurück. Der "Bild"-Zeitung sagte er bereits vor etlichen Jahren: "Meine Gesundheit ist mein größter Luxus - mit meiner Frau genieße ich jeden Tag, der mir noch bleibt."

Quelle: ntv.de, Ralf Isermann, AFP

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