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AfD & "Eine Million Erzfeinde" Karl Lagerfeld ist "immer noch wütend"

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Lagerfeld musste sich nach einem Shitstorm für seine Äußerungen zu Flüchtlingen rechtfertigen.

(Foto: dpa)

Modezar Karl Lagerfeld lädt am Abend zu seiner "Métiers d'Art"-Präsentation in der Hamburger Elbphilharmonie. Vorab gibt der 84-Jährige ein einziges Interview. Dort spricht er unter anderem über sein Verhältnis zu seinem Geburtsland und dessen politische Lage.

Modeschöpfer Karl Lagerfeld ist noch immer geschockt über den Einzug der AfD in den Deutschen Bundestag. "Da habe ich beinahe einen Schlag gekriegt, so aufgebracht war ich. Ich war wütend, bin es immer noch", sagte Lagerfeld in einem Interview des "Zeit Magazin" und der "Vogue". Aus seiner Sicht sei es so: "Seit Angela Merkels Umgang mit Griechenland während der Finanzkrise hatte sie in Europa den Ruf einer bösen Mutter, wie man in Frankreich sagt. Während der Flüchtlingskrise wollte sie sich dann als Pastorentochter ein besseres Image zulegen. Man hat ihr damals vorausgesagt, dass sie deshalb Millionen von Stimmen verlieren wird. Und genau so ist es gekommen. Bravo!", meinte der Modeschöpfer.

Der Aufstieg der AfD erinnere ihn an die Nazi-Zeit, die ihm besonders nah geht: "Das ist etwas, was man nicht vergeben kann. Deshalb bin ich auch Deutscher geblieben. Auch wenn wir hier damit direkt nichts zu tun haben, ich glaube auch nicht an Erbschuld, aber wir müssen alle damit bis zu unserem Lebensende umgehen." Wenn er an Hamburg denke, merke er: "Ich bin Hanseat, kein Deutscher", erklärte Lagerfeld. Er habe als erwachsener Mann nie in Deutschland gelebt, wollte aber trotzdem nie seinen Pass abgeben. Aus einem bestimmten Grund: "Du bist damit geboren, habe ich mir gesagt, damit musst du fertig werden. Für mich ist Deutschland eine Idee, keine Realität. In der Realität von heute passe ich nicht mehr dorthin."

Trotzdem konnte er es vor einiger Zeit nicht lassen, sich in einer französischen Talkshow zur Flüchtlingskrise in seinem Geburtstland und der Politik von Angela Merkel zu äußern - eine Aktion, die ihm einen ziemlichen Shitstorm einbrachte. "Die Leute haben das nicht verstanden. Das war eine Metapher. Die Deutschen haben Millionen von Juden umgebracht, und da schämen wir uns doch heute noch für. Und jetzt lässt Angela Merkel eine Million ihrer Erzfeinde ins Land", wiederholte Lagerfeld. Dass alle Flüchtlinge Antisemiten seien, wolle er damit nicht behaupten. "Aber ich habe auch wenig Araber getroffen, die sagen: "Ich liebe die Juden." Die ganze Sache im Nahen Osten sei ohnehin hoffnungslos, solange der Konflikt zwischen Israel und Palästina nicht gelöst sei.

Am Abend steht das wohl aufregendste Modespektakel Deutschlands an. Der Modezar präsentiert seine "Métiers d'Art" in der Hamburger Elbphilharmonie. Erwartet werden dazu laut Medienberichten auch Hollywood-Stars und Chanel-Liebhaberinnen wie Tilda Swinton ("Doctor Strange") oder Kristen Stewart ("Personal Shopper").

Quelle: n-tv.de, lri/dpa/spot

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