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Rücksicht auf Hinterbliebene Kein "Joker" in Auroras Amoklauf-Kino

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Hierzulande ab 10. Oktober zu sehen: Joaquin Phoenix als "Joker".

(Foto: dpa)

Sieben Jahre ist es her, dass ein Amokläufer im US-amerikanischen Aurora zwölf Menschen getötet hat. Sein Verbrechen verübte er in einem Kino, in dem gerade ein "Batman"-Film über die Leinwand flimmerte. Wenn nun "Joker" startet, wird er nicht in diesem Kino zu sehen sein. Darauf einigen sich Verleih und Betreiber.

Der Amoklauf von Aurora schockte am 20. Juli 2012 die ganze Welt. Ein 24-Jähriger stürmte damals schwer bewaffnet ein Kino im US-Bundesstaat Colorado, tötete 12 Menschen und verletzte weitere 70.

Während der Wahnsinnstat lief gerade die "Batman"-Verfilmung "The Dark Knight Rises" auf der Leinwand. Jetzt, mehr als sieben Jahre später, wird der kommende Film aus dem "Batman"-Universum, "Joker" mit Joaquin Phoenix, laut übereinstimmenden Medienberichten nicht in jenem Century-Kino in Aurora zu sehen sein.

Diese Entscheidung sei gemeinsam mit dem Verleiher Warner Bros. und dem Kino-Betreiber Cinemark gefällt worden, meldet das Portal "Deadline". Warner Bros. reagierte auch auf einen offenen Brief von Hinterbliebenen und Betroffenen des Amoklaufs, in dem die Darstellung von Gewalt in den Filmen des Unternehmens kritisiert wird. Man solle zumindest als Ausgleich an Opfer-Vereinigungen spenden.

Keine Billigung von realer Gewalt

In der Reaktion heißt es, man werde sein bereits bestehendes Engagement weiter ausbauen. Waffen-Gewalt sei in der US-Gesellschaft ein "kritisches Problem". Man wolle jedoch auch festhalten, dass Filme wie der "Joker" nicht gewaltverherrlichend seien, sondern - im Gegenteil - schwierige Gespräche über komplexe Themen anstoßen könnten. Solche Filme zu zeigen, bedeute keine Billigung "von Gewalt in der realen Welt". Außerdem sei der Hauptcharakter in dem Film alles andere als ein Held.

Hierzulande kommt "Joker" am 10. Oktober 2019 in die Kinos. Kritiker, die ihn bereits gesehen haben, beschreiben den Streifen als ausgesprochen düster, heben zugleich jedoch die hervorragende Leistung von Phoenix hervor.

Quelle: n-tv.de, vpr/spot

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