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So wird die "Gilmore Girls"-Reunion Kelly Bishop über Emilys Jeans & Rorys Lover

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Fast zehn Jahre nach dem Ende der siebten Staffel sind die "Gilmore Girls" zurück: Emily, Lorelei und Rory (v.l.).

(Foto: Robert Voets/Netflix)

Dass es ein recht verruchter Broadway-Auftritt war, der Kelly Bishops Karriere einst ins Rollen brachte, wissen heute nur noch wenige. Die meisten kennen die 72-jährige Amerikanerin als Emily Gilmore, das weibliche Familienoberhaupt in der Serie "Gilmore Girls". Fast zehn Jahre nach Ende der siebten Staffel ist der Cast nun mit vier neuen Folgen in Überlänge zurück. Netflix zeigt "Gilmore Girls: A Year in the Life". Kurz vor dem Start hat Bishop mit n-tv.de über die neuen Folgen der Serie gesprochen. Mit vornehmer Stimme und gewählten Worten - ganz wie man es aus dem Fernsehen kennt - verrät sie, welchen von Rorys Freunden sie immer besonders mochte und ob sie schon jemandem verraten hat, wie die Geschichte der Fernsehfrauen ausgeht.

n-tv.de: Hand aufs Herz: Haben Sie auch nur einen Moment lang gezögert, bevor Sie für die neuen "Gilmore Girls"-Folgen zugesagt haben?

Kelly Bishop: Zu "Gilmore Girls" hätte ich niemals nein gesagt - nie im Leben. Ich liebe Amys Drehbücher (Amy Sherman-Palladio, Erfinderin der "Gilmore Girls"; Anm. d. Red.), ich liebe meine Co-Stars. Wie hätte ich da widerstehen können? (lacht)

Edward Herrmann, der in der Serie bislang Ihren Serien-Gatten Richard Gilmore gespielt hat, ist im November 2014 verstorben. Wie war es, ohne ihn vor die Kamera zu treten?

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Edward Herrmann (l.) spielte Kelly Bishops Serien-Ehemann Richard Gilmore.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Nun, das war furchtbar traurig. Edward wäre sofort an Bord gewesen, da bin ich mir sicher. Seine Abwesenheit war während der Dreharbeiten konstant spürbar. Sofern man dem Ganzen denn überhaupt etwas Schönes abgewinnen kann: Amy und Dan (Palladio, C-Produzent der Show) sind mit seinem Tod sehr gut umgegangen. Als Emily Gilmore muss ich in den neuen Folgen lernen, mit dem Tod meines Ehemanns umzugehen. Emily muss ihrem Leben eine völlig neue Richtung geben. Ich vermute, so geht es jeder Witwe. "Gilmore Girls: A Year in the Life" ist in der Hinsicht sehr einfühlsam entworfen.

Starten die neuen Folgen bei all ihrem Humor auch deswegen ein bisschen bedrückend? Emily, Lorelei und Rory wirken alle etwas verloren …

Lassen Sie mich vorwegsagen: Bei Amy ergibt am Ende immer alles einen Sinn. Sie ist wahnsinnig intelligent. Es mag sein, dass unsere Charaktere zu Beginn der neuen Folgen tatsächlich noch ziemlich unsortiert sind. Der Verlust von Richard Gilmore hat sich auf alle drei Frauen nachhaltig ausgewirkt, wenngleich auf unterschiedliche Weise. Sie müssen jetzt näher zusammenrücken. Ich empfinde die Situation aber nicht als traurig, sie ist unvollendet.

Ich bin aus alles Wolken gefallen: Emily trägt tatsächlich Jeans und T-Shirt!

*Datenschutz

Irre oder? Ich habe mich gewundert, dass das schon im Trailer gezeigt wurde. In meinen Augen ist das einer der merkwürdigsten Momente der Show, eine tolle Szene. Ich hatte damit gerechnet, dass sie eine Überraschung werden würde. Nun ja, es gibt jedenfalls einen Grund für Emilys ungewöhnlichen Aufzug, aber den will ich nicht verraten. Ich möchte nichts vorwegnehmen.

Also hat Emily nicht ihren Biss verloren?

Falls sie ihn verloren hat, wird sie ihn zurückgewinnen! Emily kann nicht anders.

Vor allem in den frühen Episoden von "Gilmore Girls" war sie ja durchaus auf eine Art gemein, die man erstmal lieben lernen musste. Hatten Sie je das Gefühl, sich für ihr Verhalten rechtfertigen zu müssen?

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Hinter Emily Gilmores Gemeinheiten steckt Unsicherheit, meint Kelly Bishop.

(Foto: Saeed Adyani/Netflix)

Ich habe irgendwann angefangen, Emily ein bisschen zu analysieren. Wenn man so lange mit einem Film-Charakter lebt, möchte man ganz genau herausfinden, was diese Figur geformt hat. Auf eine seltsame Weise ist Emily ganz schön unsicher. Sie kann nicht ohne ein gewisses Regelwerk funktionieren. Ihr komplettes Verhalten orientiert sich deswegen an gesellschaftlichen Umgangsformen. Die sehen aber nun einmal nicht vor, dass man außereheliche Kinder bekommt, so wie ihre Tochter das getan hat. In solchen Situationen verhält sich Emily scheußlich. Entschuldigen würde ich mich aber nie für ihr Verhalten - das fände sie fürchterlich! (lacht)

Ok, bei Emily mischen Sie sich also nicht ein. Wie ist das bei Rorys Liebesleben? Es gab drei wichtige Männer: Dean, Jesse und Logan. Wem drücken Sie die Daumen?

Ich hatte Matt (Czuchry, spielt Logan Huntzberger; Anm. d. Red.) immer sehr gern. Mir gefällt, wie er Frauen ansieht. Das hat etwas vom alten Hollywood. Er wirkt so männlich - und das mit einem derart jungenhaften Gesicht. Wer jetzt für Rory der beste Partner wäre, da mische ich mich nicht ein. Ich bin zu alt dafür, mir über so etwas Gedanken zu machen.

Ich stelle mir das ganz schön schwer vor, eine Geschichte wie die von "A Year in the Life" nicht sofort weiterzuerzählen. Gibt es niemandem, dem Sie sich da anvertrauen müssen?

Bislang hat mich noch niemand danach gefragt.

Wie anständig!

Ach, die wissen nur schon, dass ich ihnen nichts verraten werde …

Und sind Sie zu sich selbst genauso streng? Wenn Sie zum Beispiel ein neues "Gilmore Girls"-Skript bekommen, blättern Sie dann nicht doch schon mal zum Ende?

Nein, so etwas mache ich nicht. Ich lese das Skript von Anfang bis Ende und danach erst beginnt die Arbeit. Ich würde so ja auch keinen Roman lesen. Ich will nicht einfach wissen, wie eine Geschichte ausgeht, ich will die ganze Reise unternehmen. Das ist übrigens auch meine Lebensphilosophie.

Mit Kelly Bishop sprach Anna Meinecke

"Gilmore Girls: A Year in the Life" ist ab dem 25. November abrufbar über Netflix.

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Quelle: n-tv.de

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