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"Beweg deinen Arsch und arbeite" Kim Kardashian empört mit Tipps für Frauen

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Bei Weitem keine "Selfmade"-Milliardärin: Kim Kardashian.

(Foto: imago images/ZUMA Press)

Berühmt wurde sie als Freundin von Paris Hilton und dank eines Sextapes. Seitdem hat Kim Kardashian eine steile Karriere hingelegt und darf sich mittlerweile sogar Milliardärin nennen. Mit einigen fragwürdigen Business-Tips für Unternehmerinnen sorgt sie nun jedoch für Aufsehen.

Kritiker werfen Kim Kardashian oft vor, auf dem Weg zum Erfolg den Bezug zur Realität verloren zu haben. Schließlich hat die US-amerikanische Reality-TV-Darstellerin es im Laufe der letzten 15 Jahre geschafft, von einer Lachnummer zu den erfolgreichsten Frauen des Landes aufzusteigen. Über ihren Erfolg und ihre Arbeit hat die Milliardärin nun gemeinsam mit ihrer Mutter Kris Jenner und ihren Schwestern Khloé und Kourtney Kardashian in einem Interview mit "Variety" gesprochen. Doch mit ihren Tipps für Unternehmerinnen sorgt sie einmal mehr für einen Shitstorm.

"Ich habe den besten Rat für Frauen in der Geschäftswelt: Beweg deinen verdammten Arsch und arbeite!" Es scheine ihr, als ob heutzutage niemand mehr arbeiten wolle, sagte die 41-Jährige. "Das ist so wahr!", pflichtete ihr Kourtney bei, bevor Kim weiter ausführte: "Du musst dich mit Menschen umgeben, die arbeiten wollen und ein gutes Arbeitsumfeld haben, in dem jeder liebt, was er tut. Weil du nur ein Leben hast."

Viele Menschen würden die Arbeit der Kardashians aufgrund dessen, was sie in den sozialen Medien sehen, lediglich als einen "Lifestyle" abtun und denken, dass es eine Leichtigkeit sei, ein paar schnelle Posts abzusetzen, sagte Kim Kardashian weiter. "Aber es ist nicht einfach." Auch Fotoshootings für Produkte oder arbeitsbezogene Posts seien ein Job "und das ist auch sehr hart".

Ignorant und dreist

Bis zu einem gewissen Punkt kann man dem Reality-TV-Star sicherlich recht geben. Schließlich ist jeder seines eigenen Glückes Schmied und wer erfolgreich sein möchte, darf nicht nur auf der faulen Haut liegen. Mit ihren zahlreichen erfolgreichen Unternehmen und ihrem Jurastudium hat die Milliardärin und vierfache Mutter auch sicherlich alle Hände voll zu tun. Und der Druck, zu jeder Zeit jugendlich, schlank und straff aussehen zu müssen, ist ebenfalls hart - auch wenn man es wie sie und ihre Familie mit allen Mitteln darauf angelegt hat, berühmt zu werden.

Dass viele Menschen aber irrtümlicherweise glauben, Kim Kardashian verdiene mit Nichtstun ihr Geld, ist ihre eigene Schuld. Mehr als ein Jahrzehnt lang war sie schließlich einfach nur berühmt dafür, berühmt zu sein. Dafür, es so aussehen zu lassen, als ob sie nicht arbeiten würde, hat sie hart gearbeitet. Auf ihren Instagram-Posts sieht man sie am Strand, am Pool oder wie sie im Bett liegt und Selfies macht - überall, nur nicht bei der Arbeit im Büro oder beim Pauken für ihr Examen bis spät in die Nacht. Von außen betrachtet ist die falsche Vorstellung von ihr dementsprechend verständlich.

Das eigentliche Problem an ihren Aussagen liegt jedoch woanders: Es ist unglaublich ignorant und dreist, zu behaupten, der Grund, weshalb andere Frauen nicht erfolgreich sind, bestünde darin, dass sie zu faul seien, ihren "Arsch zu bewegen" und tatsächlich arbeiten zu gehen. Denn was die meisten Frauen von Kim Kardashian unterscheidet, ist, dass sie nicht das Glück haben, in eine ohnehin schon (erfolg)reiche Familie hineingeboren worden zu sein. Somit fehlen ihn auch die nötigen Verbindungen und Zugänge, die dieses Privileg mit sich bringt. Unfassbar viele Menschen auf der Welt arbeiten hart und haben trotzdem kein Geld.

"Extreme Privilegien"

Kein Wunder also, dass die herablassenden "Ratschläge" von Kim Kardashian nicht nur im Netz, sondern auch bei vielen Promis für Empörung sorgen. US-Schauspielerin Jameela Jamil etwa erinnerte auf Twitter ebenfalls an Kardashians privilegierten Hintergrund und schrieb: "Niemand muss deine Gedanken zu Erfolg/Arbeitsmoral hören." 99,9 Prozent der Menschen lebten in einer ganz anderen Realität, so Jamil.

In der Talkshow "The View" wurde ebenfalls heftig über das Thema diskutiert. Moderatorin Sunny Hostin sagte mit einer Baseball-Referenz: "Ich denke, dass Leute, die auf der dritten Base geboren sind, nicht darüber reden sollten, wie einfach es ist, einen Homerun zu schlagen."

Und auch ihre Kollegin Meghan McCain, Tochter des verstorbenen republikanischen Politikers John McCain, die sich normalerweise nicht durch viel Mitgefühl für die Arbeiterklasse auszeichnet, merkte an: "Die überwiegende Mehrheit der hart arbeitenden Amerikaner lebt von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck und hat mehrere Jobs. Die bei Weitem am schwierigsten aufzusteigende Stufe in den USA ist die Armut." Sie sage das als jemand, der selbst "in extreme Privilegien hineingeboren wurde".

Sextape sei Dank

Geboren im Promi-Hotspot von Los Angeles, Beverly Hills, kam Kim Kardashian bereits im frühen Alter mit den Schönen und Reichen in Kontakt. Im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stand ihre Familie erstmals 1994, als ihr Vater, der verstorbene Rechtsanwalt Robert Kardashian, Teil des Verteidiger-Teams im Mordprozess um seinen Freund O. J. Simpson wurde. Ihr Stiefvater Caitlyn Jenner war (damals noch als Mann und unter dem Namen Bruce Jenner) ein noch berühmterer Sportler und Olympiasieger im Zehnkampf.

Später wurde Kim selbst als Sidekick ihrer Kindheitsfreundin Paris Hilton berühmt. Als Stylistin der Millionenerbin, die durch die Veröffentlichung eines Sextapes in den Klatschspalten sämtlicher Boulevardblätter zum Phänomen geworden war, wurde sie an Hiltons Seite fast täglich von Paparazzi abgelichtet. Mit einem eigenen geleakten Sextape erlangte sie später ebenfalls internationale Bekanntheit und bekam mit "Keeping Up with the Kardashians" ihre erste eigene TV-Sendung.

Quelle: ntv.de

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