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Dänin gewinnt goldenen LöwenPreisträger in Venedig richten scharfe Worte an Deutschland

12.09.2026, 21:59 Uhr
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Rachel Szor (l) und Yuval Abraham stehen auf dem roten Teppich der Abschlusszeremonie der 83. Filmfestspiele von Venedig. Sie richteten auch Worte an die deutsche Bevölkerung. (Foto: dpa)

Zwei israelische Filmemacher gewinnen den Spezialpreis in Venedig. In ihrer Rede kritisieren sie die tödlichen Gewalttaten gegen die palästinensische Bevölkerung - und andere westliche Regierungen. Auch Deutschland kriegt sein Fett weg.

Die dänische Regisseurin May el-Toukhy ist für ihren Film "Woman Unknown" mit dem Goldenen Löwen des Filmfestivals Venedig ausgezeichnet worden. Das gab die Jury bekannt. Zudem gewann die Hauptdarstellerin des Films, Mathilde Arcel, den Preis als beste Schauspielerin.

Die zweitwichtigste Auszeichnung der Filmfestspiele, der Große Preis der Jury, ging an "Possible Love" von Lee Chang-dong. Der Dokumentarfilm "NAZA" von Yuval Abraham und Rachel Szor über die israelischen Luftangriffe im Gazastreifen gewann den Spezialpreis der Jury.

Die beiden israelischen Filmemacher Yuval Abraham und Rachel Szor zeigen in der Dokumentation anonymisierte Interviews mit 24 israelischen Geheimdienstmitarbeitern, die detaillierte Einblicke in ihre Operationen geben. Sie wurden nachts auf Dächern in Tel Aviv befragt.

Abraham sprach auf die Bühne von fortlaufenden tödlichen Gewalttaten gegen die palästinensische Bevölkerung. Wörtlich sagte er: "Wir glauben, dass die Leugnung eines Verbrechens dazu beiträgt, dass es fortbesteht. Und deshalb ist es für uns wirklich, wirklich besonders wichtig, dass Israelis diesen Film sehen. Es ist unser Land, das diese Verbrechen begeht - deshalb sollten die Europäer ihn sich ansehen, insbesondere hier in Italien, da Ihre Regierung und die deutsche Regierung jeglichen Druck auf Israel blockieren, der dem ein Ende bereiten könnte; und die Amerikaner sollten ihn sich ansehen, da dieses Land einen Großteil der Morde finanziert."

Die 49-jährige May el-Toukhy ist die achte Frau, die in der Geschichte der Filmfestspiele den Goldenen Löwen gewonnen hat. Im diesjährigen Wettbewerb waren von 21 Filmen nur zwei von Frauen, was die Jury-Präsidentin Maggie Gyllenhaal als strukturelles Problem beschrieben hatte.

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May el-Toukhy gewinnt den goldenen Löwen. (Foto: AP Photo/Scott A Garfitt)

John Malkovich als bester Schauspieler geehrt

Das Historiendrama "Woman Unknown" erzählt von der jungen Dänin Marie, die kurz nach dem Zweiten Weltkrieg vor der Hochzeit mit ihrem wohlhabenden Arbeitgeber steht. Ihr greifbar naher gesellschaftlicher Aufstieg wird jedoch durch ein Geheimnis bedroht: Während der Besatzungszeit hatte sie eine Affäre mit einem deutschen Soldaten. In der von Rache geprägten Nachkriegszeit setzt sie nun alles aufs Spiel, um ihre mühsam aufgebaute Existenz vor der Entlarvung zu schützen.

Der US-Amerikaner John Malkovich wurde als bester Schauspieler für den Film "Wild Horse Nine" ausgezeichnet. Der aus Russland stammende Ilja Chrschanowski, der heute unter anderem in Berlin lebt, bekam für "Dau" den Preis für die beste Regie. Für das beste Drehbuch wurde Regisseur und Drehbuchautor Stéphane Brizé für "Un bon petit soldat" geehrt, gemeinsam mit Coralie Amédéo und Olivier Gorce.

Die 83. Filmfestspiele Venedig, die am 2. September begonnen hatten, zählen neben den Filmfestspielen in Cannes zu den bedeutendsten der Welt.

Quelle: ntv.de, toh/dpa

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