Unterhaltung

Sarg der Queen in Edinburgh König Charles führt die Prozession an

315106025.jpg

Geleitete den Sarg seiner verstorbenen Mutter durch Edinburgh: König Charles III.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Schottlands Hauptstadt Edinburgh steht ganz im Zeichen der Trauer um die Queen. Der neue König Charles III. führt eine Prozession mit dem Sarg seiner Mutter an. Auch seine Geschwister Anne, Andrew und Edward sind Teil des Trauerzuges, bei dem weitgehend geschwiegen wird.

Bevor die sterblichen Überreste von Queen Elizabeth II. am Dienstag von Edinburgh nach London gebracht werden sollen, haben zahlreiche Schotten bei einem Trauerzug Abschied von der Monarchin genommen. König Charles III. führte in der Altstadt der schottischen Hauptstadt zu Fuß eine Prozession mit dem Sarg an.

315103613.jpg

Auch die Geschwister des Königs - Anne, Andrew und Edward (r.) - nahmen an der Zeremonie teil.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Während am Sonntagabend noch heftiger Regen in Edinburgh niedergegangen war, schien am Montag die Sonne. Tausende Schottinnen und Schotten säumten den Weg, als neben Charles hinter dem Leichenwagen auch dessen Geschwister Prinzessin Anne, Prinz Andrew und Prinz Edward schritten.

Die Prozession führte von der königlichen Residenz, Palace of Holyroodhouse, zur gut einen Kilometer entfernten St.-Giles-Kathedrale, in der ein Gottesdienst stattfand. Der geschlossene Sarg sollte dort für rund 24 Stunden aufgebahrt bleiben, damit die Bevölkerung weiter Abschied nehmen kann.

Prinz Andrew ohne Uniform

Der in die royale Standarte eingehüllte Sarg war von acht Kilt tragenden Soldaten zum Leichenwagen gebracht worden. Ein Dudelsackpfeifer spielte zu Beginn, bevor die Nationalhymne erklang. Eine Garde geleitete den im Schritttempo fahrenden Wagen bis zum Ziel. Während der weitgehend stummen Prozession wurden immer wieder Kanonenschüsse zu Ehren der toten Monarchin abgefeuert.

314909138.jpg

Der Sarg der Queen war in die royale Standarte gehüllt.

(Foto: picture alliance/dpa/Pool Reuters/AP)

Prinz Andrew trug als einziges der Queen-Kinder keine militärische Uniform. Die Königin hatte ihm Anfang des Jahres wegen der Verwicklung in den Missbrauchsskandal um den gestorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein alle militärischen Dienstgrade aberkannt. Seine offizielle Rolle als Repräsentant des Königshauses hatte er vorher schon eingebüßt. Einem Bericht der Nachrichtenagentur PA zufolge soll ihm später in London nur bei einer einzigen Gelegenheit während der Trauerzeremonien das Tragen einer Uniform gestattet sein.

Charles hatte noch am Morgen in London Beileidsbekundungen der Parlamentarier von Unter- und Oberhaus entgegengenommen. Er und seine Frau, Königsgemahlin Camilla, wurden mit Beifall empfangen, als sie am Nachmittag mit ihrem Wagen in der Innenstadt von Edinburgh eintrafen. Tausende Menschen hatten sich schon seit den Morgenstunden entlang der zentralen Straße Royal Mile eingefunden.

"Operation Spring Tide"

Charles' Reise nach Schottland, bei der er auch die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon empfangen und auch im dortigen Parlament Beileidsbekundungen entgegennehmen will, ist Teil der "Operation Spring Tide", die Besuche von Charles als neuem König in allen vier britischen Landesteilen vorsieht. Am Dienstag ist Nordirland an der Reihe, auch ein Besuch in Wales ist geplant.

Für Dienstagabend ist zudem die Überführung des Leichnams der Queen per Flieger nach London vorgesehen, wo die Gestorbene für mehrere Tage aufgebahrt werden soll. Am Mittwoch führt Charles auch dort einen Leichenzug an, der vom Buckingham-Palast zum Parlament führen soll. Der Sarg wird dann auf einem als Katafalk bezeichneten Gerüst in der Westminster Hall ab 17 Uhr Ortszeit aufgebahrt. Zur Totenwache werden Hunderttausende Trauernde erwartet. Ein konservativer Abgeordneter sprach am Montag sogar von bis zu zwei Millionen Menschen.

Bis zum Tag der Beerdigung hat die Bevölkerung die Möglichkeit, der Queen einen letzten Besuch abzustatten und sich zu verabschieden. Das Staatsbegräbnis, zu dem für Deutschland Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier anreisen will, ist für Montag, den 19. September, angesetzt. Die Briten erhalten dafür einen Extra-Feiertag. Bis dahin gilt Staatstrauer, offizielle Veranstaltungen und der parlamentarische Betrieb sind ausgesetzt.

Die Regierung in London rief die Menschen in Großbritannien auch zu einer Schweigeminute für die Queen am Tag vor dem geplanten Staatsbegräbnis auf. Der Gedenkmoment soll am Sonntagabend um 20 Uhr Ortszeit (21 Uhr deutscher Zeit) stattfinden.

Feiertag in Neuseeland

Mehr zum Thema

Die neuseeländische Regierung hat unterdessen den 26. September zum einmaligen Feiertag erklärt. Eine Woche nach dem Staatsbegräbnis will der Pazifikstaat damit der Monarchin gedenken. In der Kathedrale der Hauptstadt Wellington werde ein Gottesdienst stattfinden, der auch im Fernsehen übertragen werde, kündigte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern an.

Neuseeland ist einer der sogenannten Commonwealth Realms, in denen die Queen Staatsoberhaupt war. Einen Tag nach den Proklamationszeremonien in London war Charles III. am Sonntag auch in Neuseeland offiziell zum neuen Staatsoberhaupt ernannt worden. Queen Elizabeth II. war am Donnerstag auf ihrem schottischen Landsitz Schloss Balmoral gestorben. Über 70 Jahre lang saß sie auf dem Thron. Sie wurde 96 Jahre alt.

Quelle: ntv.de, vpr/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen