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Fünf Frauen sollen in "Auslöschung" den Weltuntergang verhindern.
Fünf Frauen sollen in "Auslöschung" den Weltuntergang verhindern.(Foto: Paramount Pictures)
Montag, 12. März 2018

"Auslöschung" bei Netflix: So schön, die Apokalypse

Von Anna Meinecke

Es ist nur ein Schimmern in der Ferne, doch was sich darin verbirgt, könnte die Welt vernichten. In "Auslöschung" wagt sich Natalie Portman an einen Ort, von dem bislang niemand zurückgekehrt ist.

Die Blumen blühen alle unterschiedlich und wachsen doch aus einem Stiel. Wieso, das werden die Heldinnen von "Auslöschung" erst langsam, vielleicht nie wirklich erfahren. Denn so zauberhaft die Welt, in die sie sich begeben haben, erst einmal anmuten mag, sie ist tödlich. Es gibt zwei Vermutungen, über den unwirklichen Ort, der die Welt zu verschlingen droht: Entweder etwas darin vernichtet die Besucher oder aber die Besucher werden verrückt und vernichten einander.

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Biologie-Professorin Lena (Natalie Portman) weiß von all dem zu Beginn des Films noch nichts. Sie trauert. Vor einem Jahr ist ihr Ehemann Kane (Oscar Isaac) nicht von einer geheimen Militärmission zurückgekehrt. Könnte sie ihn retten: sie würde.

"Auslöschung" ist binnen kurzer Zeit nach "Altered Carbon" und "Mute" das nächste Science-Fiction-Format, mit dem Netflix Abonnenten begeistern will. Die Voraussetzungen sind gut. Los geht es mit einem ungewöhnlich entworfenen Zukunftsszenario. Der sogenannte Schimmer sieht erstmal ganz hübsch aus, ein bisschen wie Diesel-Schlieren in Regenpfützen. Er verbirgt das Ungewisse, das schließlich auf Zellebene und nicht mit Laserwaffen ergründet wird. Außerdem hat der Film eine raketenstarke Besetzung. Von Natalie Portman und Jennifer Jason Leigh kann man die Augen nicht abwenden und Gina Rodriguez nutzt die Gelegenheit, nicht für immer "Jane the Virgin" zu bleiben.

"Ich weiß es nicht"

Genre-Fans sollte Regisseur Alexander Garland als Name allein überzeugen. Er ist der Mann hinter "Ex Machina", dem Film, der Alicia Vikander den Durchbruch brachte. Er hat aber auch als Drehbuchautor für den Zombie-Streifen "28 Days Later" gearbeitet - und bringt damit Erfahrung mit, wenn es um blutrünstige Angreifer geht.

Klingt gut? Ist es auch. Dass in "Auslöschung" ausschließlich Frauen aufgrund ihres akademischen Know-hows mit der Handhabung der Apokalypse betraut sind, ist ein echter Pluspunkt in Sachen Sehgewohnheiten. Überhaupt profitiert die Geschichte basierend auf dem gleichnamigen Roman von Jeff VanderMeer von ihrem intellektuellen Überbau. Dort allerdings, wo ihre Stärke liegt, wuchern auch Probleme - vergeistigte Dialoge in Anbetracht des Weltuntergangs und wissenschaftliche Wirren.

Dass es die visuelle Welt von "Auslöschung" in Deutschland nicht auf der großen Leinwand zu bewundern geben wird, ist bedauerlich. Was der Geschichte fehlt, ist ihr emotionaler Kern - im Kino wäre dies vielleicht nicht so aufgefallen. Die Motivation der Hauptdarstellerin muss sich der Zuschauer aus einem teilnahmslosen "Ich weiß es nicht" ihrerseits basteln. Das macht den Film nicht weniger smart oder extravagant, doch es erschwert seinen Genuss.

"Auslöschung" ist ab dem 12. März abrufbar bei Netflix.

Quelle: n-tv.de