Die Frau mit "Maschendrahtzaun"Stefan Raabs Song-Ikone Regina Zindler ist tot

Sie gab Stefan Raab damals ihr Einverständnis, ihre Worte "Maschendrahtzaun" und "Knallerbsenstrauch" in einem Song zu verarbeiten. Doch was daraus werden würde, ahnte die Sächsin Regina Zindler wohl nicht. Nun ist sie mit 78 Jahren gestorben.
Stefan Raabs Gespür dafür, besondere Momente des Augenblicks in ein passendes Song-Gewand zu hüllen, ist unbestreitbar. 2000 bewies er dies etwa, indem er den Spruch "Ho mir ma ne Flasche Bier" des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder musikalisch aufmotzte. Zwei Jahre später musste der Satz "Gebt das Hanf frei" des (inzwischen verstorbenen) Grünen-Politikers Hans-Christian Ströbele für ein Lied herhalten. Und zuletzt wurden auch Aussagen des amtierenden Kanzlers Friedrich Merz im Song "Rambo Zambo (Was ist Bubatz?)" von Raab durch den Kakao gezogen.
Bevor sich der Entertainer Politiker vornahm, verhalf er 1999 jedoch zunächst einer Normalbürgerin aus Sachsen zu zweifelhaftem Ruhm. Ihr Name: Regina Zindler. Sie war damals in einer Ausgabe der Sat.1-Show "Richterin Barbara Salesch", in der zu Beginn noch echte Schiedsgerichtsfälle behandelt wurden, aufgetreten. Grund war ein skurriler Streit mit ihrem Nachbarn, dem sie untersagen wollte, einen Knallerbsenstrauch in der Nähe zu ihrem Maschendrahtzaun wuchern zu lassen.
Raab nahm sich des Falls zunächst in seiner Fernsehshow "TV total" an, indem er sich über den vogtländischen Dialekt Zindlers bei der Aussprache der Begriffe "Maschendrahtzaun" und "Knallerbsenstrauch" amüsierte. Schließlich produzierte er den Song "Maschen-Draht-Zaun", in den die von Zindler in der Gerichtsshow gesprochenen Wörter mehrfach hineingesampelt wurden.
Flucht nach Berlin
Der Song eroberte Platz eins der deutschen Charts und konnte die Position sechs Wochen behaupten. Zindler wurde mit einem Anteil von zehn Pfennig je verkaufter CD am Erlös beteiligt. Bereits 2014 sagte sie in einem Gespräch mit der "Bild"-Zeitung: "Auf den Herrn Raab bin ich nicht mehr böse. Der hat ja nur sein Lied gemacht. Ich hab' damals mein Einverständnis gegeben."
Dennoch hatte die unverhoffte Popularität Folgen für Zindler, deren Haus alsbald von "Fans" und Schaulustigen belagert wurde. Die Sächsin flüchtete mit ihrem Mann in einen Plattenbau nach Berlin und kehrte erst Jahre später in ihre ursprüngliche Heimat zurück.
Wie nun abermals die "Bild"-Zeitung berichtet, ist Zindler bereits am 5. Mai 2026 gestorben. Sie soll einer schweren Krebserkrankung erlegen sein. Die Urnenbeisetzung in einem anonymen Gemeinschaftsgrab in Zwickau fand demnach bereits statt. Die Frau, deren Worte "Maschendrahtzaun" und "Knallerbsenstrauch" sicher noch eine Zeit lang nachhallen werden, wurde 78 Jahre alt.