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Quentin Tarantino sagt Sorry Uma Thurman zeigt Horrorcrash bei "Kill Bill"

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Sie haben schon eine ganz besondere Verbindung zueinander: Uma Thurman und Quentin Tarantino.

(Foto: imago/PicturePerfect)

Viele Jahre galt Uma Thurman als "Muse" von Quentin Tarantino. Doch so gut scheint das Verhältnis der beiden nicht immer gewesen zu sein. Der Grund: ein Unfall am Set von "Kill Bill", den Thurman nun öffentlich macht. Tarantino geht derweil in Sack und Asche.

Seit sich Uma Thurman in der "Metoo"-Debatte zu Wort gemeldet hat, nimmt sie kein Blatt mehr vor den Mund. Bereits im November sagte sie mit Blick auf den früheren Filmmogul Harvey Weinstein, dem zahlreiche sexuelle Vergehen vorgeworfen werden: "Ich bin froh, dass es langsam geht - du verdienst keine Kugel." Weinsteins Produktionsfirma war an insgesamt sieben Filmen beteiligt, in denen Thurman mitwirkte, darunter auch "Pulp Fiction" und die beiden "Kill Bill"-Streifen von Regisseur Quentin Tarantino.

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Nun legte sie in einem Interview mit der "New York Times" noch einmal nach. "Er hat viele unangenehme Sachen gemacht", sagte sie in dem Gespräch über den Produzenten. Unter anderem habe er sie in einem Hotelzimmer massiv bedrängt. Als sie sich gegen seine Machenschaften gewehrt habe, habe Weinstein gedroht, ihre Karriere zu zerstören, führte Thurman weiter aus.

Unfall mit Folgen

Doch auch Tarantino blieb in dem Interview von Vorwürfen der 47-Jährigen nicht verschont. Er habe sie am Set von "Kill Bill" gegen ihren Willen dazu gedrängt und genötigt, einen Stunt mit einem schnell fahrenden Auto zu machen, packte Thurman aus. Wie von ihr befürchtet, sei es zum Crash gekommen - mit schwerwiegenden Folgen. Sie habe starke Schmerzen gehabt und im ersten Moment gedacht, sie könne nie wieder laufen. Ihr Nacken und ihre Knie seien durch den Unfall dauerhaft geschädigt.

Wegen des Vorfalls habe sie einen großen Streit mit Tarantino gehabt, erklärte Thurman. Sie habe ihm gar vorgeworfen, "dass er versucht hat, mich umzubringen". Die Anschuldigungen sind vor allem deshalb überraschend, weil das Verhältnis der Schauspielerin zu dem Regisseur bislang als stets innig galt. Nicht selten wurde Thurman als Tarantinos "Muse" bezeichnet.

"Ich bin stolz auf ihn"

Kurz nach der Veröffentlichung des "New York Times"-Interviews postete Thurman nun eine Videoaufnahme, die den dramatischen Crash zeigt. Dazu verfasste sie einen langen Kommentar. Sie zeige den Clip, um ihre Ausführungen in der Zeitung zu veranschaulichen, schreibt Thurman. Sie glaube zwar nicht, dass hinter dem Unfall böse Absichten gestanden hätten. Gleichwohl sei beim Dreh der Szene mit geradezu krimineller Schlampigkeit vorgegangen worden.

"Quentin Tarantino hat diesen unglücklichen Vorfall schwer bedauert und tut das bis heute", nimmt Thurman den Regisseur nun doch wieder in Schutz. Er habe ihr das Material einige Jahre nach dem Dreh überlassen - "im vollen Wissen, dass ihm das persönlich schaden könnte. Ich bin stolz auf ihn, weil er das Richtige getan hat und wegen seines Muts", so die Darstellerin.

Weinstein im Visier

Unverzeihlich sei dagegen die Verschleierung der Geschehnisse, erklärt Thurman. Dafür mache sie ausschließlich die Produzentenriege um Harvey Weinstein verantwortlich. "Sie haben gelogen, Beweise vernichtet und lügen weiterhin über die anhaltenden Schäden, die sie verursacht und dann vertuscht haben", so Thurman. Diesem Verhalten wiederum lägen böse Absichten zugrunde, ist sie sich sicher. Angeblich sollen die Produzenten die Herausgabe des Filmmaterials jahrelang verweigert haben, um nicht für die Folgen des Unfalls haftbar gemacht werden zu können.

Während die Produzenten weiter schweigen, hat Tarantino mittlerweile in einem ausführlichen Gespräch mit dem US-Portal "Deadline" auf Thurmans Enthüllungen reagiert. Er sei sich beim Dreh der Szene, die zu dem Unfall führte, der Gefahr nicht bewusst gewesen, beteuert der Regisseur. "Ich dachte, es wäre sicher. Aber das war es nicht. Ich lag falsch. Ich habe sie nicht in das Auto gezwungen. Sie ist eingestiegen, weil sie mir vertraut und geglaubt hat", schildert Tarantino seine Erinnerung.

"Es hat mir das Herz gebrochen"

Thurman verunglücken zu sehen, sei "einfach nur schrecklich" für ihn gewesen, so der 54-Jährige."Ihr dabei zuzusehen, wie sie darum kämpft, das Lenkrad unter Kontrolle zu bringen ... Mich daran zu erinnern, wie ich ihr einbläute, dass es sicher sei und sie es machen könne. Dass ich betont habe, dass es eine gerade Strecke sei, eine gerade Strecke ... Die Tatsache, dass sie mir geglaubt hat und ich auf einmal diese kleine S-Kurve auftauchen sah. Und sie drehte sich wie ein Kreisel. Es hat mir das Herz gebrochen", sagt Tarantino.

Tatsächlich habe er die Straße, auf der der Unfall geschah, vor dem Dreh selbst abgefahren, erklärt der Filmemacher. Dabei habe er sie als gerade Strecke empfunden, die auch für eine eher ängstliche Fahrerin wie Thurman problemlos zu bewältigen sei. Fatal sei möglicherweise gewesen, dass er aufgrund der Lichtverhältnisse kurzfristig entschieden habe, beim Filmen der Szene die Fahrtrichtung zu wechseln. So habe er die Kurve, die letztlich zum Crash führte, eventuell anders wahrgenommen, als er selbst die Straße abgefahren sei.

Noch immer fühle er sich für den Vorfall schuldig, macht Tarantino deutlich. "Er gehört nicht nur zu den Dingen, die ich in meiner Karriere am meisten bereue, sondern in meinem ganzen Leben." Eine Zeit lang habe der Vorfall die Beziehung zwischen ihm und der Schauspielerin belastet, "weil Vertrauen verloren gegangen war". Heute stünden sie sich jedoch wieder sehr nahe.

Quelle: ntv.de, vpr