VIP VIP, Hurra!Kiwi sagt Moin, 2026 ruft: Hilfe!
Die Promikolumne von Verena Maria Dittrich
Wir sind ins neue Jahr gestolpert, viele mit dem ZDF, schwimmender Bühne und unserer Frohnatur Kiwi, die selbst ohne Ton noch gute Laune hat. Hamburg sagt Moin, Berlin kannste knicken. Frohes Neues jedenfalls, und möge 2026 halbwegs bei klarem Verstand bleiben.
Alles Gute zum neuen Jahr erst einmal, lieber Leser! Gesund soll es sein, klar, das sagt man so, sagt man immer, und während man es sagt, sitzt man mit dem zweiten Glas Schampus und Fertig-Kartoffelsalat auf dem Sofa und schaut in die Röhre, wo Leute sehr angestrengt gute Laune verbreiten. Kurz denkt man dann darüber nach, ob man 2026 wirklich schon begegnen will. Denn: Die Chancen, dass es "froh" wird, stehen nun wirklich außerordentlich mies, aber da erzähle ich Ihnen ja nichts Neues.
Wir sind jedenfalls standesgemäß hineingerutscht, viele mit dem ZDF. Aber ob man "mit dem Zweiten besser sieht", wie der Slogan so schön sagt, kann man so oder so sehen. Dieses Mal fand die fette Silvestersause nicht in Berlin, sondern in Hamburg statt. Ja, "Moin" erst mal, "Leck mich am Arsch", wie der Hamburger wohl zu sagen pflegt.
Der Zuschauer schaute auf eine schwimmende Bühne, und tatsächlich waren die Bilder und das Lichtermeer, in dem die Hansestadt versank, spektakulär. Dazu gab es, wie es sich für Schietwetter gehört, Regen und mit Andrea Kiewel eine moderierende Allzweckwaffe, die auch dann noch fröhlich klingt, wenn selbst der Ton Probleme macht. Eine Panne jagte die nächste, und Johannes B. Kerner rettete mit routinierter Freundlichkeit, was zu retten war, während hinter den Kulissen offensichtlich die Nerven komplett blank lagen.
Im Netz wurde gemault, natürlich wurde gemault, die GEZ wurde wieder (oft zurecht) beschworen, und irgendwo zwischen falsch eingespieltem Song und minutenlanger Stille dachte man kurz, dass diese Pannen im Endeffekt doch auch das ganze Jahr 2025 perfekt widerspiegeln.
Ana Ivanović und Frieden im Herzen
Fast noch schöner als das Lichtermeer war allerdings der Blick auf das Publikum, oder besser gesagt auf das, was davon zu sehen war. Eine riesige schwimmende Bühne, teils semi bekannte Künstler, mit viel Pathos angekündigt, als seien es Weltstars, und davor eine überschaubare Menge Leute, die aussah, als würden sie sich jeden Moment umdrehen und in die nächstbeste Kneipe einkehren.
Neuntausend Tickets wurden verkauft, nicht vergleichbar mit Berlin. Aber in der Glotze hatte man irgendwann den Eindruck, immer wieder dieselben Zuschauer zu sehen, die tapfer klatschten. Berlin hatte sich bekanntermaßen aus der Finanzierung verabschiedet und die "Perle" an der Elbe war eingesprungen. Am Ende feierte die Hauptstadt trotzdem, nur eben gefühlt jedes Jahr mit schlimmeren Ausschreitungen und mehr Arbeit für Polizei und Rettungsdienste.
Währenddessen machten andere stille Jahresrückblicke. Ana Ivanović schrieb von Frieden im Herzen und davon, dass ein Jahr gleichzeitig hart und lehrreich sein kann. Trennungen waren ohnehin das inoffizielle Leitmotiv des vergangenen Jahres, darunter viele Promi-Paare, bei denen man dachte, das hält es ewig.
"Krasses Feuerwerk" und tröstliche Pannen
Der eigentliche Neujahrsmoment aber war mit Sicherheit nicht "das krasse Feuerwerk" oder die größte schwimmende Partybühne der Welt, sondern der ewige Aha-Effekt, dass alles wackelt, aber trotzdem weitergeht. Nur das Wie ist eben die große Frage.
In ein paar Tagen werden unsere Promis jedenfalls wieder irgendwelche Tierhoden verspeisen und dabei ernsthaft über Selbstfindung und Herausforderungen faseln. Und wir werden so tun, als wären wir überrascht und gelangweilt zugleich, während wir gleichzeitig sehr genau hinschauen und den Bums dennoch mögen und sogar mit Public-Viewing-Partys gemeinsam zelebrieren. Weil Rituale eben auch Halt geben, selbst dann, wenn man sie ironisch begleitet.
2026 beginnt also mit jeder Menge Pannen. Irgendwie tröstlich. Denn wenn schon der Jahresanfang zeigt, dass nicht alles nach Plan läuft, bleibt wenigstens Raum für die leise Zuversicht, dass wir gut durchkommen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, lieber Leser, ein gesundes neues Jahr, starke Nerven und einen gewissen Humor gegenüber dem Weltgeschehen. Möge 2026 halbwegs bei klarem Verstand bleiben!