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Andrew bei Prozession beleidigt Sarg der Queen in Kathedrale aufgebahrt

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Der geschlossene Sarg wird für rund 24 Stunden in der Kirche aufgebahrt, damit die Bevölkerung Abschied nehmen kann.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Bei der Prozession über die Royal Mile im schottischen Edinburgh schreiten alle Kinder der Queen hinter ihrem Sarg durch die wartende Menge. Einzig Prinz Andrew darf keine Uniform tragen. Als ihn ein junger Mann vom Straßenrand aus beschimpft, greift die Polizei ein.

Der Sarg der gestorbenen Königin Elizabeth II. ist nach einer Prozession durch die Altstadt in Edinburgh an seinem vorübergehenden Aufbahrungsort, der St.-Giles-Kathedrale, eingetroffen. Angeführt wurde der Trauerzug auf der Royal Mile in der schottischen Hauptstadt vom neuen König Charles III., dem ältesten Sohn der Queen, sowie seinen Geschwistern Prinzessin Anne, Prinz Andrew und Prinz Edward. Die Prozession führte von der königlichen Residenz Palace of Holyroodhouse ungefähr einen Kilometer zu der Kirche, wo sich bereits eine Trauergemeinde zum Gottesdienst versammelt hatte, darunter die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon und die britische Premierministerin Liz Truss.

Zudem nahm Charles im schottischen Parlament eine Beileidsbekundung zum Tod der Queen entgegen. Der Monarch, der von seiner Frau Königin Camilla begleitet wurde, trug bei seinem Besuch einen traditionellen Kilt. Charles begrüßte zunächst die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon und die Chefs der übrigen Parteien. Die Gedanken des Parlaments seien in dieser Zeit der Trauer bei der königlichen Familie, sagte Parlamentspräsidentin Alison Johnstone in Edinburgh. "Denn in ihr haben wir tatsächlich eine wahre Freundin und Unterstützerin." Anschließend schwiegen die Abgeordneten für zwei Minuten im Gedenken an die Königin.

Tausende Menschen säumten die Straße, um einen Blick auf den Leichenwagen und die Königsfamilie zu werfen. Der in die royale Standarte eingehüllte Sarg war zuvor von acht Kilt tragenden Soldaten zum Leichenwagen gebracht worden. Ein Dudelsackpfeifer spielte zu Beginn, bevor die Nationalhymne erklang. Eine Garde geleitete den im Schritttempo fahrenden Wagen bis zum Ziel. Während der weitgehend stummen Prozession wurden immer wieder Kanonenschüsse zu Ehren der toten Monarchin abgefeuert.

Festnahme nach Vorfall um Prinz Andrew

Prinz Andrew trug als einziges der vier Queen-Kinder keine militärische Uniform. Die Queen hatte ihm Anfang des Jahres wegen dessen Verwicklung in den Missbrauchsskandal um den gestorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein alle militärischen Dienstgrade aberkannt. Einem Bericht der Nachrichtenagentur PA zufolge soll ihm nur bei einer einzigen Gelegenheit während der Trauerzeremonien das Tragen einer Uniform gestattet sein.

Während der Prozession rief ein Mann laut dem Sender Sky News, "Andrew, du bist ein alter kranker Mann". Er wurde demnach aus der Menge entfernt und von der Polizei festgenommen. Der Sender zitiert eine Meldung der schottischen Polizei, wonach um 14:50 Ortszeit ein 22-Jähriger wegen Landfriedensbruch auf der Royal Mile festgenommen worden sei. Auf Twitter kursierte ein Video, das den Vorfall zeigen soll.

Der geschlossene Sarg wird für rund 24 Stunden in der Kirche aufgebahrt, damit die Bevölkerung Abschied nehmen kann. Die Queen war am Donnerstag im Alter von 96 Jahren auf ihrem schottischen Landsitz Schloss Balmoral gestorben.

(Dieser Artikel wurde am Montag, 12. September 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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