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Vergleich für Missbrauchstaten Weinstein muss 19 Millionen Dollar zahlen

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An seine Opfer muss Harvey Weinstein voraussichtlich zwischen 7500 und 750.000 Dollar zahlen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Hunderte Frauen werfen Harvey Weinstein sexuelle Übergriffe vor. Anfang des Jahres wird er von einer Jury zu 23 Jahren Haft verurteilt. Nun soll der frühere US-Filmproduzent eine millionenschwere Entschädigung zahlen. Manche Opferanwälte bezeichnen den Deal allerdings als "zutiefst ungerecht".

Der wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung verurteilte frühere US-Filmproduzent Harvey Weinstein und einige der Opferanwälte haben sich auf eine Entschädigungszahlung von rund 19 Millionen Dollar geeinigt. Mit dem Geld solle ein Fonds für die Opfer des ehemaligen Filmmoguls geschaffen werden, teilte die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James mit.

Nach all den Schikanen, Bedrohungen und Diskriminierungen hätten "diese Überlebenden endlich etwas Gerechtigkeit erfahren", sagte James. Mehr als zwei Jahre lang habe ihr Büro "unermüdlich gekämpft, um Gerechtigkeit für die Frauen zu erlangen, deren Leben durch Harvey Weinstein auf den Kopf gestellt wurde. Diese Einigung ist ein Sieg für jede Frau, die sexuelle Belästigung, Diskriminierung, Einschüchterung oder Vergeltung durch ihren Arbeitgeber erfahren hat", so die Generalstaatsanwältin weiter.

Die New Yorker Generalstaatsanwaltschaft hatte 2018 gegen Weinstein, dessen Bruder sowie die Produktionsfirma Klage eingereicht. Insgesamt gehe es bei dem Vergleich um knapp 18,875 Millionen Dollar (rund 16,8 Millionen Euro). Für die Opfer seien Summen zwischen 7500 und 750.000 Dollar geplant, hieß es in Medienberichten. Die Einigung muss aber noch von den zuständigen Gerichten bestätigt werden. Sie entbinde Weinsteins Opfer von etwaigen Vertraulichkeitsabmachungen, sodass die Frauen sich nun öffentlich äußern könnten.

Die Anwälte anderer Opfer kritisierten die Vereinbarung scharf und wiesen sie als "zutiefst ungerecht" zurück. "Sie ist ein völliger Verrat an den Weinstein-Überlebenden", beklagten die Juristen Douglas H. Wigdor und Kevin Mintzer laut CNN in einer Stellungnahme. Sie seien verblüfft, dass die Staatsanwaltschaft dies als Sieg verkaufe, und zögen gegen die Einigung vor Gericht.

Hunderte Frauen haben Weinstein sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Der ehemalige Filmproduzent war Ende Februar in New York von einer Jury für schuldig befunden und im März zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Er sitzt diese Strafe derzeit in einem Gefängnis im Bundesstaat New York ab. Im Januar hatte auch die Staatsanwaltschaft in Los Angeles in zwei Fällen Anklage gegen ihn wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung erhoben. In weiteren Fällen wird ermittelt.

Quelle: ntv.de, rfü/dpa