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Üble Vorwürfe gegen Matt Damon Wer wusste vom Weinstein-Skandal?

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Harvey Weinstein hat zugegeben, Frauen sexuell belästigt zu haben.

(Foto: AP)

Es war eins der schmutzigsten Geheimnisse Hollywoods: Film-Mogul Harvey Weinstein hat mehrere Frauen sexuell belästigt und ihnen später Schweigegeld gezahlt. Das Entsetzen ist groß, doch einige Stars der Branche sollen lange Bescheid gewusst haben.

Der Sex-Skandal um Hollywood-Produzent Harvey Weinstein zieht immer größere Kreise. Nachdem öffentlich wurde, dass er Frauen bedrängt und sie später ausbezahlt hat, stellt sich nun die Frage, wer davon gewusst haben könnte. Schließlich hatte der 65-Jährige bei Dutzenden Hollywoodproduktionen seine Finger im Spiel und besaß entsprechende Kontakte, die sich über die gesamte Filmbranche erstrecken.

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Meryl Streep beteuert, nichts von Weinsteins Taten gewusst zu haben.

(Foto: Invision for)

Eine der ersten, die sich von ihm distanzierte, war Oscar-Preisträgerin Meryl Streep, die mit Weinstein unter anderem an "Die Eiserne Lady" gearbeitet hatte. "Die beschämenden Nachrichten über Harvey Weinstein entsetzen diejenigen von uns, für deren Arbeit er kämpfte und deren gute und wertvolle Anliegen er unterstützt hat", heißt es in einem Statement der 68-Jährigen, das unter anderem der Zeitung "Huffington Post" vorliegt. "Die furchtlosen Frauen, die ihre Stimme erhoben haben, um diesen Missbrauch aufzudecken, sind unsere Heldinnen."

"Es ist unverzeihlich"

Streep ist sich sicher, dass es sich bei den Vorwürfen gegen Weinstein nicht um ein offenes Geheimnis unter Insidern gehandelt habe. "Falls es alle gewusst hätten, glaube ich nicht, dass die investigativen Reporter in der Unterhaltungsbranche und den harten Nachrichtenmedien es seit Jahrzehnten vernachlässigt hätten, darüber zu schreiben", erklärt sie.

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George Clooney kannte Gerüchte über Weinstein, doch er nahm sie nicht ernst.

(Foto: AP)

Auch George Clooney hat sich mittlerweile zu den Anschuldigungen gegen Weinstein geäußert. Dieser hatte ihm etwa mit "From Dusk Till Dawn" aus dem Jahr 1996 zum Durchbruch verholfen und ihn zum Regisseur von "Geständnisse - Confessions of a Dangerous Mind" gemacht. "Das ist nicht zu rechtfertigen. Das ist das einzige Wort, mit dem du anfangen kannst. Harvey hat es zugegeben und es ist unverzeihlich", sagte der 56-jährige Clooney gegenüber dem Portal "The Daily Beast".

Er selbst habe so ein Verhalten zwar nie bei Weinstein beobachtet, so Clooney. Allerdings kenne er seit den 1990ern Gerüchte, dass "bestimmte Schauspielerinnen mit Harvey geschlafen hätten, um eine Rolle zu bekommen". Darauf habe er aber nichts gegeben, weil er es schlicht für dummes Gerede gehalten habe.

Enthüllungen vertuscht

Mit Spannung wird nun erwartet, wie sich Clooneys Kollegen Matt Damon und Russel Crowe äußern. Die beiden sollen nämlich im Jahr 2004 dabei geholfen haben, eine Geschichte zu begraben, die Weinstein wegen sexueller Belästigung belastet hätte.

Die Journalistin Sharon Waxman schreibt in einem Artikel für ihr Portal "The Wrap", die beiden Hollywoodstars hätten sie angerufen, um für einen Mann zu bürgen, dessen Job es gewesen sei, sich um Weinsteins Frauen-Bedürfnisse zu kümmern. Weinstein hatte Damons "Good Will Hunting" von 1996 finanziert und damit einen wesentlichen Beitrag zu dessen Karriere geleistet. 2003 erschien der von Weinstein finanzierte Film "Master & Commander - Bis ans Ende der Welt" mit Crowe in der Hauptrolle.

Nach eigenen Angaben hatte Waxman damals für die "New York Times" in mehreren Ländern recherchiert und sogar mit einem Opfer gesprochen. Die "Times" habe sich allerdings dazu entschieden, Waxmans Enthüllungen nicht zu veröffentlichen. Weinstein sei ein wichtiger Werbekunde gewesen, schreibt diese. Er soll sogar in die Redaktion gekommen sein, um seinen Unmut über die Recherche zu seiner Person kundzutun.

Quelle: n-tv.de, ame

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