Kino

Redmayne als Potter-Nachfolger "Als würde J.K. Rowling mich umarmen"

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Eddie Redmayne spielt Newt Scamander und könnte nicht glücklicher darüber sein.

Die Leidenschaft von Magizoologe Newt Scamanders gilt "Phantastischen Tierwesen und wo sie finden sind". Der neueste Film aus dem Harry-Potter-Universum bietet eine bildgewaltige Story und einen Oscarpreisträger in der Hauptrolle. Im Interview mit n-tv.de in London spricht Eddie Redmayne über J.K.Rowlings erstes Drehbuch, die Erfüllung eines Traumes und ein geheimes Video.

n-tv.de: Sie wollten schon in "Harry Potter und die Kammer des Schreckens" (2002) mitwirken und bewarben sich um die Rolle des jungen Lord Voldemort. Nun sind sie Teil der Welt von J.K. Rowling. Welche Gefühle löst das in Ihnen aus?

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Eddie Redmayne: Es fühlt sich großartig an. Als ich mich mit etwa 18 Jahren für die Rolle des jungen Tom Riddle bewarb, habe ich gerade einmal zwei Sätze vorsprechen dürfen. Danach habe ich mir Zeit genommen, die Schauspielerei richtig zu erlernen. Jetzt dabei sein zu können, fühlt sich daher wie ein wahr gewordener Traum an.

Sie sind also ein Potter-Fan der ersten Stunde?

Ja, ich liebe die Bücher. Jedes einzelne verschaffte mir ein warmes Gefühl, so als würde J.K. Rowling mich persönlich umarmen.

Im Nachhinein können Sie beinahe froh sein, dass Sie die Rolle damals nicht bekommen haben …

... weil ich sonst nicht dabei wäre. In dieser Hinsicht hatte ich wirklich Glück. So eine Entscheidung kann das ganze Leben verändern.

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Beim Event in London kann man die Kostüme genau betrachten.

(Foto: lsc)

Newt Scamander ist sehr exzentrisch und eigenwillig. Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet?

Ich habe mich vor allem mit Jaques Tati (französischer Komödiant, Anm. d. Red.), Buster Keaton (US-amerikanischer Stummfilmkomiker) und Charlie Chaplin beschäftigt. Als ich das erste Mal das Filmskript gelesen habe, empfand ich Scamander als sehr Keatonesk mit einer ganz eigenen Art, zu gehen und zu stehen (macht mit den Händen geschmeidige Schrittbewegungen).

In einer Szene vollführen Sie einen sehr amüsanten Tanz. Haben Sie dafür extra Unterricht genommen?

Das ist eine lange Geschichte. Ich habe mit demselben Choreografen wie bei "The Danish Girl" zusammengearbeitet. J.K. Rowling hat diesen Tanz nicht exakt so in Worte gefasst, aber ungefähr beschrieben. Dort stand: "Jacob öffnet den Koffer und Newt macht takataka". Was tut er, fragte ich. Daraufhin habe ich mir Youtube-Videos von einem niederländischen Tänzer angeschaut, der sich wie ein Vogel bewegt.

Wie sieht ein solcher Balztanz aus?

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Darsteller Katherine Waterston, Dan Fogler, Alison Sudol und Eddie Redmayne (v.l.n.r.) mit Autorin J.K. Rowling (m.).

(Foto: Warner Bros Entertainment)

Zuerst schlägt er hart den Fuß auf den Boden und zieht ihn dann ganz sanft in Schlängelbewegungen zur Seite (schlägt mit der Hand auf den Tisch und vollführt die Bewegungen). Das sieht sehr verführerisch aus. Wir haben dann wöchentlich darüber gesprochen und letztlich ein Video für den Produzenten gedreht, in dem ich diesen Tanz zeige. Das sieht sehr lächerlich aus. Das Video könnte meiner Karriere wohl ein Ende setzen (lacht).

In Ihrer Rolle beschützen Sie mit aller Leidenschaft die Tierwesen vor den Mächtigen. Gibt es etwas außerhalb der magischen Welt, das Ihrer Meinung nach geschützt werden muss?

Demokratie. Und meine Familie, vor allem aber die Redefreiheit.

Es gibt also auch eine politische Ebene im Film.

Das liebe ich so an J.K. Rowling. Sie hält der Gesellschaft den Spiegel vor, ohne dabei eine Wertung abzugeben.

Wie war die Arbeit mit J.K.Rowling?

Alles, was sie tut, macht sie nur, weil sie so eine große Leidenschaft für die Charaktere hat und ihre Geschichte erzählen möchte. Deshalb ist es eine große Ehre für einen Schauspieler, wenn er mit einer der besten Geschichtenerzählerinnen unserer Zeit zusammenarbeiten darf.

Hat sie Ihnen trotzdem Raum für eine eigene Interpretation von Scamander gegeben?

Absolut. Sie war nur selten am Set, um die Schauspieler nicht zu verwirren. Wir konnten immer Ideen und Vorschläge machen, für die sie offen war. Sie hat zwar stets ihre Figuren beschützt, aber auch vieles erlaubt.

Was ist sie für ein Mensch?

Sie ist unglaublich warmherzig. Wenn sie einen Raum betritt, weiß sie um ihren Rockstar-Status und dann überrascht sie einen mit ihrer demütigen und ruhigen Art.

Mit Eddie Redmayne sprach Lisa Schwesig.

"Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" läuft ab jetzt in den deutschen Kinos.

 

Quelle: ntv.de