Kino

Foo Fighters im "Studio 666" Dave Grohl verspeist seine Bandkollegen

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Irgendwas stimmt mit Dave Grohl nicht.

(Foto: Andrew Stuart / Open Road Films)

Er sei nach all den Jahren im Rock-Geschäft fast taub. Mit diesem Geständnis hat Foo-Fighters-Frontmann Dave Grohl gerade überrascht. Aber sehen kann er doch noch? Warum sieht er dann nicht, dass sein Film-Debüt "Studio 666" Murks ist?

Der Foo-Fighters-Film "Studio 666" ist Murks. Dieses Urteil ist ziemlich hart, da Dave Grohl und seine Band-Kollegen definitiv nie vorhatten, mit dem Streifen einen Oscar zu gewinnen. Oder auch nur einen Blumentopf. Der Film soll vielmehr einfach nur ein großer Spaß sein. Für die Fans, die Foo-Fighters-Kumpel und vielleicht auch noch für alle, die auf abgedrehte Horror-Splatter-Parodien stehen.

Und dennoch ist "Studio 666" Murks. Warum? Weil sich dieser Spaß in den insgesamt 108 Minuten des Werks einfach nicht einstellen will. Dabei fängt es eigentlich noch ganz gut damit an, dass Grohl und seine Mannen händeringend nach einer Inspirationsquelle für die Aufnahmen zu ihrem zehnten Album suchen. Die Lösung scheint mit einer schaurig-schönen Villa gefunden zu sein, in der sich alsbald auch wahrhaft gruselige Dinge abspielen.

Doch so sehr sich Grohl auch abmüht - zunächst will ihm partout kein Geistesblitz für neue Songideen kommen. Erst als er tief im Keller auf die Aufnahmen stößt, die eine andere Band vor Jahren ebenfalls in diesem verwunschenen Ambiente eingespielt hatte, platzt bei ihm der kreative Knoten. Doch nicht nur das: Auch seine Sicherungen brennen durch, nachdem eine übernatürliche Macht dort im Keller von ihm Besitz ergriffen hat.

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Für Grohls Bandkollegen wird es ungemütlich.

(Foto: Open Road Films)

Fortan läuft es in der Villa zwar musikalisch wie am Schnürchen. Doch Grohl ist auch davon besessen, den perfekten Song mit dem ultimativen Ende auf Band zu bannen. Seine Kollegen treibt er in seinem Wahn unbarmherzig vor sich her. Und wenn sie nicht spuren … dann isst er sie eben zum Beispiel. Erst nach und nach kommen die noch lebenden Foo Fighters hinter die schreckliche Verwandlung ihres Frontmanns und den ganzen Horror, der in dem alten Gemäuer schlummert …

Horror mit Dauergrinsen

Gut gemeint ist leider nicht immer gut gemacht. Und wenngleich der Film noch ganz unterhaltsam und vielversprechend anfängt, wird er spätestens dann zum Rohrkrepierer, als er ernsthaft versucht, eine Art Plot zu entwickeln. Denn: "Studio 666" ist kein Musikfilm in dem Sinn, dass dort neue oder auch alte Foo-Fighters-Songs eine zentrale Rolle spielen würden. Es ist der Versuch einer Persiflage von Slasher-Klassikern wie "Halloween" oder "Freitag der 13." im Splatter-Stil, in dem aber eben keine leicht bekleideten Teenager, sondern Grohls Bandkollegen die Opfer mimen.

Der Foo-Fighters-Sänger hätte jedoch besser daran getan, die an sich originelle Idee simpel zu halten und mit seiner Musik aufzuladen, anstatt sie zum Konstrukt einer Horror-Erzählung aufzublasen. Das gibt die Geschichte, die aus seiner Feder stammt, einfach nicht her. Und während Grohl zwar durchaus ein gewisses schauspielerisches Talent an den Tag legt, wirken seine Band-Kollegen meist, als wüssten sie auch nicht so recht, in was sie da hineingeraten sind. Gitarrist Pat Smear etwa kann sich ein leichtes Dauergrinsen nicht verkneifen, selbst dann, wenn gerade neben ihm Köpfe abgeschlagen, Innereien herausgerissen oder der Kollege verspeist wurde.

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Grohl hat sich mit dem Film vermutlich einen lang gehegten Traum erfüllt, so wie es vor ihm etwa auch schon der ehemalige White-Zombie-Sänger Rob Zombie mit "Haus der 1000 Leichen" getan hat. Der Streifen ging ähnlich in die Hose, obwohl Zombie bei ihm "nur" Regie führte und nicht selbst vor die Kamera trat. Auf Grohls Bucket List mit den Dingen, die er in seinem Leben gerne noch getan hätte, dürfte sich damit ein weiterer Haken befinden. Seinen Fans dürfte es dabei ohnehin schnurzpiepegal sein, dass der Film murks ist. Sie werden ihn trotzdem feiern und zum Kult erheben. Und das ist am Ende ja auch das Wichtigste.

"Studio 666" läuft ab sofort in den deutschen Kinos.

Quelle: ntv.de

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