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Kein leichter Abschied von "Die Tribute von Panem": Jennifer Lawrence in Berlin.
Kein leichter Abschied von "Die Tribute von Panem": Jennifer Lawrence in Berlin.(Foto: Studiocanal)
Dienstag, 03. November 2015

"Vom Tiergarten zum Biergarten": "Panem"-Showdown in Berlin

Von Volker Probst

Der Countdown zum großen Finale der "Die Tribute von Panem"-Saga hat begonnen. In Berlin feiert "Mockingjay Teil 2" am 4. November Weltpremiere. Doch zuvor feiern sich die Hauptstadt und das Ensemble erst einmal mal kräftig gegenseitig.

Vom ehemaligen Flughafen Tempelhof bis zum Messegelände - diverse Szenen des "Die Tribute von Panem"-Finales "Mockingjay Teil 2" sind in Berlin entstanden. Auf die Dreharbeiten hier angesprochen, sind die Stars der Filmreihe voll des Lobes. Klar, es gehört zum selbstverständlichen Repertoire eines Schauspielers, nicht über die Stadt, in der man gerade ist, abzulästern. Doch die Begeisterung über die deutsche Hauptstadt, die auf der Pressekonferenz zum bevorstehenden Showdown der Fantasy-Saga am Dienstag in Berlin zu hören ist, wirkt nicht gespielt.

Alle passten gar nicht gleichzeitig auf das Podium - die Pressekonferenz fand in zwei Teilen statt.
Alle passten gar nicht gleichzeitig auf das Podium - die Pressekonferenz fand in zwei Teilen statt.(Foto: Studiocanal)

"Berlin ist zu einer unserer Lieblingsstädte geworden", versichert etwa Liam Hemsworth (alias "Gale Hawthorne" in der "Panem"-Reihe). Er erinnere sich daran, wie sie am Rande der Dreharbeiten mit den Rädern durch die Stadt gefahren seien und in den Parks der Stadt gechillt hätten. "Vom Tiergarten in den Biergarten", wirft sein Kollege Josh Hutcherson freudig ein - im Film Hemsworths Nebenbuhler "Peeta Mellark" im Kampf um die Zuneigung von Heldin "Katniss Everdeen" (Jennifer Lawrence). Dass sie zu der Zeit in Deutschland gewesen seien, als das DFB-Team gerade die Fußball-WM in Brasilien gewann, habe sein Übriges zu der positiven Erfahrung beigetragen. "Ich habe das Spiel gegen Ghana am Brandenburger Tor gesehen. Das war eine unglaubliche Atmosphäre", so Hutcherson.

Von "Panem" zum Oscar

Dass ausgerechnet Berlin zum Schauplatz der Weltpremiere von "Mockingjay Teil 2" auserkoren wurde, ist von daher sicher kein Zufall. Die Geschichte vom Aufstand der Unterdrückten um ihre Leitfigur des "Spotttölpels" in Form von "Katniss" gegen das diktatorische Kapitol im Staate "Panem" feierte rund um den Erdball riesige Erfolge. Schon die Romanvorlagen der US-Autorin Suzanne Collins waren Bestseller. Doch erst die Leinwand-Adaptionen machten den Hype komplett.

Willkommen in Berlin: Produzent Jon Kilik, Regisseur Francis Lawrence, Liam Hemsworth, Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson und Produzentin Nina Jacobson (v.l.n.r.).
Willkommen in Berlin: Produzent Jon Kilik, Regisseur Francis Lawrence, Liam Hemsworth, Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson und Produzentin Nina Jacobson (v.l.n.r.).(Foto: Studiocanal)

Jennifer Lawrence wurde durch das mehrteilige Epos zur derzeit bestbezahlten Schauspielerin Hollywoods und war - wenn auch für einen anderen Film ("Silver Linings") - trotz ihres jungen Alters von aktuell gerade mal 25 vor zwei Jahren bereits reif für den Oscar. "Die Tribute von Panem" gehört neben "Fluch der Karibik", "Star Wars", "Der Herr der Ringe", "Harry Potter" und "Transformers" inzwischen zu den erfolgreichsten Filmreihen weltweit. Und dennoch sind nun alle ausgerechnet nach Berlin gekommen, um genau hier erstmals auf das große Finale anzustoßen - Lawrence, Hemsworth und Hutcherson, aber auch Elizabeth Banks ("Effie Trinket"), Donald Sutherland ("Präsident Snow"), Julian Moore ("Alma Coin"), Jena Malone ("Johanna Mason"), Willow Shields ("Primrose Everdeen"), Natalie Dormer ("Cressida"), Sam Claflin ("Finnick Odair"), Regisseur Francis Lawrence und Produzentin Nina Jacobson.

"Es ist nicht vorbei"

Dreimal haben die Zuschauer bereits mit "Katniss" gebangt, gekämpft und gelitten - in "The Hunger Games", "Catching Fire" und "Mockingjay Teil 1". Nun strebt die Geschichte ihrem Höhepunkt entgegen - der Erstürmung des Kapitols und dem Sieg der Revolution. Oder etwa doch nicht? Ohne die Handlung bereits auszuplaudern, darf so viel schon mal verraten werden: Mit "Mockingjay Teil 2" erfährt die Geschichte von "Panem" eine dramatische Wendung. Und nicht nur das. Das Finale erhebt die Saga endgültig darüber hinaus, nur eine Science-Fiction-Fantasie für Kids und solche, die es geblieben sind, zu sein. Stattdessen schwingt sich das Epos am Ende zu einer politisch-gesellschaftlichen Parabel auf, die aktueller kaum sein könnte.

Gab den "Elder Statesman": Donald Sutherland.
Gab den "Elder Statesman": Donald Sutherland.(Foto: Studiocanal)

Genau wegen dieses Finales habe er bei der "Panem"-Reihe dabei sein wollen, erklärt Donald Sutherland. Ganz der "Elder Statesman" hebt der 80-jährige Kanadier im Gespräch mit den Journalisten vor allem auf die Botschaft der Geschichte ab. "Tatsächlich ist es nicht vorbei", erklärt er mit Blick auf den Abschluss der Saga. "Es fängt gerade erst an." Junge Leute würden ihn mittlerweile mit dem typischen Pfeifen und "Spotttölpel"-Gruß der Rebellen in dem Film begrüßen. Wenn sie aus dem Kino mitnähmen, dass sie handeln und sich für einen politischen Wandel einsetzen müssten, sei das Ziel erreicht. "Denn wenn wir die Probleme nicht lösen - Klima, Flüchtlinge, egal was - sind wir tot", so Sutherland.

Auch Natalie Dormer - mal eben schlappe 47 Jahre jünger als Sutherland - weiß um die Aussagekraft der "Panem"-Saga. Ihr hätten die Filme das Vertrauen in Hollywood zurückgegeben, erklärt sie, zeigten sie doch, dass auch Blockbuster nicht inhaltsleer sein müssten. "Sehr wichtig" sei dabei nicht zuletzt auch, dass endlich eine Frau die Heldenrolle übernommen habe.

Kein leichter Abschied

Und die Heldin selbst? Jennifer Lawrence gibt sich in Berlin eher wortkarg. Nein, natürlich habe sie nicht mit all dem nachfolgenden Trubel um ihre Person gerechnet, als sie die Rolle der "Katniss Everdeen" annahm, erklärt sie. Und die kämpferischen Szenen hätten ihr wahrscheinlich etwas größere Schwierigkeiten bereitet als die emotionalen  - "es ist schwer, sich in einen Anführer zu verwandeln." Vielleicht ist es wirklich die Endzeitstimmung, die der Schauspielerin ein wenig auf den Magen schlägt. "Es ist bizarr, sich zu verabschieden", räumt sie ein, dass es nicht leicht ist, "Panem" und die Mitstreiter ein für alle Mal hinter sich zu lassen. Oder gibt es vielleicht doch irgendwann noch einmal ein Wiedersehen? Josh Hutcherson wäre auf jeden Fall dabei, wie er versichert. Jedenfalls, wenn die Vorlage für ein Prequel oder Sequel erneut von Suzanne Collins kommen sollte.

Doch das ist noch Zukunftsmusik. Statt den Kopf hängen zu lassen, sollten sich nun alle erst einmal auf die Premiere von "Mockingjay Teil 2" am Mittwoch freuen. Und für alle, die nicht zum erlauchten Kreis der Ehrengäste gehören, dauert die Vorfreude sogar noch etwas länger. Der offizielle Kinostart des vierten und letzten Teils von "Die Tribute von Panem" ist der 19. November 2015.

Quelle: n-tv.de