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Was wäre, wenn? Elsberg bringt Ex-US-Präsident hinter Gitter

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Showdown im Schatten der Akropolis: Elsberg verlegt die Handlung seines Thrillers nach Athen.

(Foto: picture alliance / ANE / Eurokinissi)

Was passiert, wenn ein US-Präsident wegen Kriegsverbrechen festgenommen wird? Marc Elsberg mag es brisant und entwirft in seinem neuen Thriller "Der Fall des Präsidenten" ein mögliches Szenario. Gelesen von der deutschen Daniel-"Bond"-Craig-Stimme ist das ganz großes Kopfkino.

"Ich verhafte Sie im Auftrag des Internationalen Strafgerichtshofs wegen Kriegsverbrechen". Im Flughafen von Athen herrscht für einen kurzen Moment ungläubige Stille. Denn gegenüber dem Polizisten, der den Satz gesprochen hat, steht ein ehemaliger US-Präsident. Kurze Zeit später taucht ein heimlich aufgenommenes Handyvideo der Festnahme im Internet auf, die Welt wird von einem politischen Beben erschüttert und Griechenland stürzt ins Chaos.

In seinem Politthriller "Der Fall des Präsidenten" packt Bestseller-Autor Marc Elsberg erneut ein heißes Eisen an und spielt ein Szenario durch, das es so noch nie gegeben hat. Er entfesselt ein ungleiches Kräftemessen, den sprichwörtlichen Kampf David gegen Goliath, und stellt die Frage: Macht oder Rechtsprechung - wer gewinnt?

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Marc Elsberg ist bekannt für seine Wissenschafts- und Technologiethriller.

(Foto: picture alliance / Karl Schöndorfer / picturedesk.com)

Die USA beginnen sofort, alle Register zu ziehen. Koste es, was es wolle: Der Ex-Präsident muss so schnell wie möglich raus aus dem Gefängnis, sein Nachfolger steckt mitten im Wahlkampf und kann sich eine Affäre diesen Ausmaßes nicht leisten. Und so übt das Weiße Haus politischen Druck aus, verhängt wirtschaftliche Sanktionen und manipuliert die öffentliche Meinung. Auch die unbekannten geheimen Informationen, die zur Anklage geführt haben, treiben die Strategen um. Fieberhaft starten sie die Jagd nach einem Whistleblower, die sie schließlich nach München führt.

Befreiung mit Waffengewalt?

Und die USA erwägen noch eine weitere Maßnahme. Da sie die Zuständigkeit des Internationalen Strafgerichtshofs (ICC) für ihre Landsleute nicht anerkennen, behalten sie sich vor, verhaftete US-Bürger mit Waffengewalt zu befreien. Tatsächlich reist nicht nur ein Team aus Juristen, Geheimdienstlern und Kommunikationsexperten nach Griechenland. Auch ein Spezialkommando macht sich im Verborgenen einsatzbereit.

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Die Gegnerseite der USA hat durch das im Internet kursierende Video vom Flughafen ein Gesicht bekommen, das von Dana Marin. Die junge Juristin vom ICC ist eigentlich nur deswegen in Athen, um den korrekten Ablauf der Festnahme zu bezeugen. Weil aber nicht alles nach Plan läuft, ist sie vor Ort nun die einzige Vertreterin einer Institution, die mit wenigen Vollmachen ausgestattet und auf die Mithilfe ihrer Mitgliedstaaten angewiesen ist. Es liegt nun in Danas Verantwortung, dafür zu sorgen, dass das Verfahren nicht schon an den griechischen Richtern scheitert, die vor einer Auslieferung nach Den Haag die Frage klären müssen, ob die Verhaftung des Ex-Präsidenten rechtmäßig war.

Viel Platz räumt Elsberg einem weiteren Thema ein: dem Einfluss von Medien und sozialen Netzwerken. Es kursieren Fake News und Deep Fakes, also realistisch wirkende Inhalte, die mit Künstlicher Intelligenz verändert wurden. Welche Informationen wahr und welche gefälscht sind, können die Menschen nicht mehr nachvollziehen und es entstehen unkontrollierbare Dynamiken. Für Dana ist die Situation in Athen daher nicht nur eine berufliche Herausforderung, sondern wird zu einer persönlichen Bedrohung.

D.T., grenzdebil, narzisstisch

Eine Entscheidung, die Elsberg getroffen hat, lässt aufhorchen. Er charakterisiert seinen fiktiven Präsidenten an einer Stelle als "selbstgerechten, grenzdebilen, narzisstischen Mistkerl" und tauft ihn auf den Namen Douglas Turner. Die Initialen D.T. sollen aber nicht ausschließlich auf Donald Trump hindeuten, Turner sei "jünger, schlanker und fitter", erklärt Elsberg in einem Interview mit der Austria Presse Agentur. Er habe sich für seine Figur von George W. Bush, Barack Obama und Trump inspirieren lassen. Alle drei stehen seit 9/11 mit militärischen Einsätzen - zum Beispiel in Afghanistan - in Verbindung, bei denen Zivilisten getötet wurden.

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Mit "Der Fall des Präsidenten" folgt Elsberg dem bewährten, temporeichen Konzept, das er schon in seinen vier vorangegangenen Bestsellern zu Wissenschafts- und Technologiethemen ("Blackout", "Zero", "Helix" und "Gier") erprobt hat: zum Einstieg ein Knall mit Eskalationspotenzial, viele Personen und Perspektiven, schnelle Szenenwechsel, am Ende ein packender Showdown. Für die fast 14-stündige Hörversion ist das eine Steilvorlage - die von einem der Garanten unter den Hörbuchsprechern sauber verwandelt wird: Dietmar Wunder, den viele als die deutsche Synchronstimme von "Bond"-Darsteller Daniel Craig im Ohr haben werden.

Wunder zuzuhören, ist pures Vergnügen. Jeder einzelnen der zahlreichen Figuren verleiht er eine individuelle Stimmfarbe und lässt so die Dialoge und Szenen vor dem inneren Auge der Zuhörerinnen und Zuhörer lebendig werden. Das spannende und informative Elsberg'sche Gedankenspiel darüber, was den Ländern Recht und Gerechtigkeit wert sind, ist damit nicht nur ein echtes Hörerlebnis, sondern ganz großes (Kopf-)Kino. Sowohl Elsberg- aus auch Wunder-Fans kommen voll auf ihre Kosten.

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Quelle: ntv.de

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