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Luxuriös, exklusiv - tödlich"The Hill" und die dunklen Geheimnisse der Reichen

28.02.2026, 12:37 Uhr Thomas-BadtkeVon Thomas Badtke
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Die Fassade der Schönen und Reichen beginnt zu bröckeln. (Foto: picture alliance / Zoonar)

Eine tote Immobilienmaklerin, ein zehn Jahre alter Mordfall, ein True-Crime-Podcast und eine Einbruchsserie in einem Luxuswohnviertel: In der Grenzregion zwischen Wales und England ist einiges los - und Fion Morgans unkonventionelle Art ist gefragt.

"The Hill" im englischen Cheshire ist purer, exklusiver Luxus. Wer hier wohnt, hat es geschafft, kann sorgenfrei und völlig sicher in den Tag hineinleben. Als die Wohnidylle aber durch eine Einbruchserie gestört wird und nicht weit entfernt hinter der nahe gelegenen walisischen Grenze eine tote Immobilienmaklerin aus dem Mirror Lake gezogen wird, beginnt die Fassade der Schönen und Reichen zu bröckeln: Auch und vielleicht sogar gerade die haben eine Menge Dreck am Stecken.

DS Leo Brady soll Licht in das Einbruchseriendunkel bringen. Klinken putzen, Gespräche führen, Hinweise finden. Dann wird ein "The Hill"-Bewohner niedergeschlagen, vermutlich von dem Dieb, der aber nichts von Wert stiehlt. Für Brady scheint der Einbrecher nach etwas Bestimmtem zu suchen. Und nur danach. Aber was könnte es sein? Und warum?

Eigentlich wären die Fragen der perfekte Aufhänger für erhellende Gespräche mit seiner Freundin Fion Morgan. Waliserin durch und durch - und ebenfalls Polizistin. Aber die hat ihren eigenen Fall: Auf walisischer Seite wurde die Leiche einer Frau in einem Kajak im Mirror Lake entdeckt. Fions Bauchgefühl schließt einen Unfall aus. Die Obduktion der Leiche gibt ihr Recht: In der Lunge der Leiche wird chlorhaltiges Wasser gefunden, sie wurde also in einem Pool ertränkt. Aber warum?

Drei Fälle, ein roter Faden?

Und so ermitteln Fion und Leo in ihren jeweiligen Fällen und lauschen, wenn es die Zeit zulässt, einem True-Crime-Podcast über die "Carmichael Murders", einen Mord, der sich vor zehn Jahren ereignet hat und nun neu aufgerollt wird. Fion hört sich die Folgen gern an, findet aber auch, dass Polizeiarbeit deswegen Polizeiarbeit heißt, weil sie von der Polizei und nicht von zwei mediengeilen Podcastern gemacht wird.

Fion hat eben klare Ansichten, eine eigene Meinung ("LinkedIn ist Facebook für Narzissten"). Das mag Leo auch an ihr. Und selbst mit ihrem "halben Riesenschnauzer-Mischling" Dave (Fion: "Er ist sanft wie ein Lamm") hat sich Leo arrangiert. Wenn nur seine Ex-Frau nicht wäre, die ihm immer noch versucht, möglichst viele Steine in den Weg zu legen, wenn es um den gemeinsamen Sohn Harris geht - und um Leos noch frische Beziehung zu Fion. Leo hat sogar begonnen, Walisisch zu lernen. Ernsthaft!

Ein starkes Team

Eine frische Leiche, ein alter Mordfall, eine Einbruchserie: Hängt vielleicht alles irgendwie miteinander zusammen? Leo konzentriert sich zunächst auf die Angestellten der Bewohner von "The Hill". Er findet heraus, dass einige erpresst wurden - heimlich, still und leise. Aber hey: Wer weiß denn schließlich schon genau, was hinter den schicken Fassaden der Häuser von "The Hill" vorgeht? "Vielleicht steckt die Fäulnis in den herrschaftlichen Räumen", denkt er nun.

Und auch Fion kommt mittlerweile voran: Wie es scheint, könnte ein Teambuilding-Wochenende einer Maklerfirma, in der das Mordopfer gearbeitet hat, aus dem Ruder gelaufen sein. Der Alkohol floss jedenfalls in Strömen, es wurde Zeche geprellt, ein Kajak gestohlen, eine Fensterscheibe ging zu Bruch und das Gatter einer Schafweide wurde absichtlich geöffnet, sodass die Tiere ausgebüxt und in alle Himmelsrichtungen verstreut sind. Aber reicht das als Mordmotiv? In Fions Augen nicht, aber Immobilienmakler rutschen dadurch auf ihrer persönlichen schwarzen Liste unter die Top drei neben Verkehrspolizisten und Politikern.

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Auf nach CWN Coed!

Man ahnt es: Fion und Leo beginnen allein und gemeinsam die ersten Antworten auf die vielen offenen Fragen zu finden. Und am Ende von "Die Toten der Anderen", dem dritten Fall der "Fion Morgan / Leo Brady"-Reihe von Bestsellerautorin Claire Mackintosh, sind alle Rätsel gelöst. Bis dahin gibt es fantastischen englischen Humor, oder walisischen. Es gibt Dialoge mit Gefühl, mit Wut, absolut realitätsnah und vollkommen sympathisch. Wer die Figur der Fion nicht mag, sollte schleunigst zum Arzt gehen!

Das gilt auch für diejenigen, die an den drei bisherigen Büchern, erschienen bei Droemer Knaur und Argon, etwas zu meckern haben. Für diejenigen Leser, die des Walisischen nicht mächtig sind, sei das Hörbuch empfohlen, herausragend gelesen von Julia Dernbach. Spätestens danach hat man das Bedürfnis, Walisisch zu lernen und tiefer in die Seele der Waliser und des Landes einzutauchen. Auf nach Cwn Coed, Fions Heimatdorf, solange sie da noch wohnt.

Quelle: ntv.de

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