TV

Sergej Lasarew greift erneut an Der "Betrogene" will es beim ESC wissen

imago91283342h.jpg

Beim ESC wieder mit von der Partie: Sergej Lasarew.

(Foto: imago images / ITAR-TASS)

Obwohl in der Publikumsgunst ganz oben, wurde Sergej Lasarew beim ESC 2016 in Stockholm Dritter. Platz eins ging ausgerechnet an die Ukraine. Nun will er mit einer Ballade den Sieg erringen. Chancenlos ist der Russe nicht.

Diese Bilder sind in die ESC-Geschichte eingegangen: eine sauertöpfisch dreinschauende russische Delegation nach der Verkündung des Ergebnisses von Stockholm 2016. Mit einer aufwendigen Videoshow performte Sergej Lasarew im "Globen" seinen Titel "You Are The Only One". Die gemeine ESC-Gemeinde war schier aus dem Häuschen und setzte ihn auf Platz eins. Doch der gebürtige Moskauer hatte die Rechnung ohne die nationalen Jurys gemacht. Am Ende blieb Platz drei hinter der für die Ukraine startenden Krimtatarin Jamala mit "1944" und der Australierin Dami Im, die mit ihrem Beitrag "Sound of Silence" brillierte.

imago71083905h.jpg

2016 versuchte Lasarew schon einmal sein Glück.

(Foto: imago/ITAR-TASS)

Ausgerechnet die Ukraine, mit der Moskau seit Jahren politisch im Clinch liegt. In Russland herrschte schieres Entsetzen - man fühlte sich regelrecht um den Sieg betrogen. Lasarew gratulierte Jamala zwar zum Sieg, aber die Wunde, die in die russische ESC-Seele gerissen wurde, war tief - sehr tief.

Nun will es Lasarew noch einmal wissen und für sein Land den zweiten ESC-Sieg nach Dima Bilan (2008 in Belgrad mit "Believe") erringen. Leicht gefallen ist ihm die Entscheidung zur Teilnahme nach eigenen Angaben wohl nicht. Aber nach dem Reinfall mit Julia Samoilowa im vergangenen Jahr - sie flog mit vielen schiefen Tönen nach dem Semifinale aus dem Wettbewerb - muss Lasarew wieder für das flächenmäßig größte Land der Erde die Kastanien aus dem Feuer holen.

"Ein ganz anderer Sergej"

Der 36-Jährige, der in seiner Heimat auch als Schauspieler sehr populär ist, geht diesmal mit der Ballade "Scream" an den Start. Dabei wird bei den Russen wieder mehr geklotzt als gekleckert. Ein beim weltgrößten Musikereignis bewährtes Duo hat den Titel geschaffen: der Komponist Dimitris Kontopoulos und der Produzent Filipp Kirkorow. Den Text lieferte die bekannte Songschreiberin Sharon Vaughn. Und auch beim Background-Chor wird auf Qualität gesetzt: Es ist wie in Stockholm das schwedische Quartett Adam Svensson, Eric Segerstedt, Simon Lingmert und Jennie Jahns.

*Datenschutz

"Scream" ist mit "You Are The Only One" nicht vergleichbar. "Auf der Bühne wird ein ganz anderer Sergej zu sehen sein: musikalisch viel interessanter", kündigte Lasarew im Vorfeld des Contests in Tel Aviv an. Und er hat recht. Bei der Generalprobe zum zweiten Halbfinale überzeugte der Russe im Vergleich zu Stockholm vor allen Dingen gesanglich. Kein schiefer Ton bei den schwierigen Gesangspassagen, stimmlich überzeugt Lasarew noch mehr als vor drei Jahren in Schweden, wo vor allem die Videoleinwand, an der er herumturnte, im Mittelpunkt stand.

Justin Timberlake als Vorbild

Das Video zu "Scream" ist bereits auf Youtube millionenfach geklickt worden. Und Lasarew ist mit dem Song auch schon in mehreren deutschen Städten aufgetreten. Er sprach von "richtig guten Reaktionen".

Doch erst einmal gilt es für ihn, das Halbfinale zu überstehen. Angesichts einer relativ schwachen Konkurrenz dürfte das dem Moskauer nicht schwer fallen. Vielleicht reicht es dann im Finale am Samstagabend sogar für den Sieg, zumal die Ukraine diesmal mit Abwesenheit glänzt und Lasarew somit nicht in die Quere kommen kann. Doch da wären noch die starken Beiträge aus den Niederlanden, Italien und der Schweiz, die es zu schlagen gilt. Und wie 2016 macht mit der auf einer Stange schwebenden Kate Miller-Heidke ("Zero Gravity") auch wieder eine Australierin Lasarew den Titel streitig.

Dieser will einfach nur einen starken Beitrag abliefern und Spaß dabei haben. Wie das geht, hat sich Lasarew wohl von seinem Vorbild Justin Timberlake abgeschaut.

*Datenschutz

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema