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Madonnas Auftritt beim ESC Ein Weltstar demontiert sich selbst

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Madame X, das war nix: Madonna im ESC-Finale.

(Foto: REUTERS)

Tel Aviv ist stolz, denn mit Madonna tritt die "Queen of Pop" beim ESC auf. Doch die 60-Jährige bietet eine äußerst schwache Vorstellung. Sie hinterlässt irritierte Zuschauer.

Die Zuschauer im Tel Aviver Convention Center bleiben etwas ratlos zurück. Der Beifall ist für ESC-Verhältnisse verhalten. Das ist eigentlich nicht verwunderlich - wenn es einen mittelmäßigen bis schlechten Beitrag eines Teilnehmers oder einer Teilnehmerin gegeben hätte. Doch es ist keine Geringere als Madonna, die auf der Bühne steht. Die "Queen of Pop", die weltweit jahrzehntelang Stadien und große Hallen füllte und von den Fans enthusiastisch gefeiert wurde.

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Moderatorin Bar Refaeli kündigt die mittlerweile 60-Jährige als "lebende Legende" an. Die 7500 Zuschauer hält es nicht mehr auf ihren Sitzen. Große Vorschusslorbeeren für die US-Amerikanerin mit italienischen Wurzeln, die der in Israel lebende Multimilliardär Sylvan Adams mit privaten Mitteln nach Tel Aviv gelotst hat. Garniert wurde das Ganze mit der Ungewissheit, ob Madonna überhaupt kommen würde oder nicht. Hätte sich Mister Adams doch die millionenschwere Ausgabe gespart, dann wäre vielen eine große Enttäuschung erspart geblieben: den Zuschauern im Convention Center, den 200 Millionen Menschen vor den Bildschirmen - und Madonna selbst.

Sie beginnt mit "Like A Prayer" - ein Chartstürmer von 1989. Alles ist hergerichtet: ein tolles Bühnenbild, Tänzer in Kutten. Allerdings ist der scheinbar nun doch in die Jahre gekommene Star nicht auf der Höhe. Madonna versemmelt die ersten Töne regelrecht. Steif geht sie die Treppe runter, die frühere Leichtigkeit scheint völlig verflogen zu sein. Auch der Refrain misslingt. Die Fitnessfanatikerin leidet merklich unter einer gewissen Kurzatmigkeit.

Sicher, Madonna ist nicht durch eine außergewöhnliche Stimme zu einer der populärsten Sängerinnen der Pop-Geschichte geworden. Doch sie hat es bislang immer geschafft, durch eine Mega-Bühnenpräsenz gewisse stimmliche Defizite zu überspielen. Dies gelingt ihr bei "Like A Prayer" nicht.

Misslungene Werbung für das neue Album

Ihr neues Stück "Future", das sie gemeinsam mit Rapper Quavo performt, fällt dann nicht mehr sonderlich ins Gewicht. Madonna zieht es routiniert durch. Sie hat es bei "Future" auch leichter, weil mehrere Playback-Passagen darin enthalten sind. Besuchern früherer Madonna-Konzerte ist das nicht unbekannt.

Eine gelungene Werbung für das Mitte kommenden Monats erscheinende Album "Madame X" ist Madonnas Auftritt nicht. Daran ändert auch die selbst verordnete Augenklappe nichts. Die 60-Jährige wirkt während ihrer achtminütigen Vorstellung irgendwie gelangweilt und uninspiriert. Lediglich der gemeinsame Abgang mit Quavo - ein Abkippen nach hinten - wirkt originell.

Und sonst: Madonna hat an diesem Abend auch nicht viel zu sagen. Dabei soll doch "Madame X" ein politisches Album sein. Doch Politik spielt bei ihrem kurzen Gespräch mit Moderator Assi Azar keine Rolle. Der Star gibt nur Plattitüden von sich: "Alle hier sind Gewinner." Oder: "Niemand sollte unterschätzen, welche Macht Musik haben kann, um Menschen zusammenzubringen.“

So gerät Madonnas Auftritt zu einem Desaster. Einen Nutznießer gibt es dennoch: Es ist ESC-Gewinner Duncan Laurence. Der Niederländer wird nach der Bekanntgabe des Ergebnisses gefeiert. Madonna hat sich dagegen an diesem ESC-Finalabend ins Abseits gesungen.

Quelle: n-tv.de

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