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Wirbel um ESC-Auftritt Madonna, geht's noch?

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Sie kommt, sie kommt nicht ...: Madonna.

(Foto: Universal Music)

Einst titulierte sie sich selbst als "Boy Toy". Jetzt will sie bei dem Wettbewerb auftreten, den Netta mit ihrem Frauenpower-Slogan "I'm not your toy" nach Israel geholt hat. Doch Madonnas ESC-Einsatz sorgt schon im Vorfeld für Wirbel.

Madonna hat sich mit ihren 60 Jahren gerade eben mal wieder neu erfunden. Jetzt gibt sie sich als mysteriöse "Madame X" aus, mit zugehörigem Album, das am 14. Juni erscheint und aus dem mit "Crave" soeben der dritte Song vorab erschienen ist. Doch ein noch viel größeres Mysterium scheint in diesen Tagen der geplante Auftritt der Queen of Pop beim Eurovision Song Contest (ESC) zu sein.

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Madonnas Plattenfirma hat die Performance in Tel Aviv schon vor über einem Monat bestätigt. Finanziert werden soll sie, so heißt es, mit privaten Mitteln des in Israel lebenden Multi-Milliardärs Sylvan Adams. Die Sängerin sei auch bereits mit einem Team von 130 Leuten und schlappen 30 Tonnen Ausrüstung in der israelischen Metropole gelandet, meldete nun am Mittwoch das israelische Fernsehen. Auch wie Madonnas Auftritt im Convention Center von Tel Aviv aussehen soll, steht angeblich bereits fest. Demnach gibt sie gleich zwei Songs zum Besten - nachdem ESC-Vorjahressiegerin Netta wiederum ihr neues Lied "Nana Banana" präsentiert hat.

Auftritt auf der Kippe?

So weit, so gut. Doch trotz allem waberten noch zwei Tage vor dem großen ESC-Finale am Samstag Meldungen durch die Gegend, Madonnas Auftritt stehe auf der Kippe. Der Grund: Die US-Amerikanerin habe den Vertrag mit der für die Veranstaltung zuständigen European Broadcasting Union (EBU) noch nicht unterzeichnet. Und tatsächlich: Eine offizielle Bestätigung der EBU für die Verpflichtung des Stars aus Übersee gab es bis Donnerstagmittag noch nicht. Dann die Entwarnung. Wie die Deutsche Presse-Agentur schließlich meldete, soll Madonna endlich unterzeichnet haben. Angeblicher Grund der Verzögerung: Die Queen of Pop wollte ihren Hit "Like A Prayer" zum Besten geben, doch hatten nicht alle Rechteinhaber an dem Stück der EBU ihre Zustimmung gegeben. Ob Madonnas Auftritt nun mit oder ohne den Song von 1989 über die Bühne gehen wird, sehen und hören wir also vermutlich am Samstag. 

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2016 trat bereits Justin Timberlake im ESC-Finale auf.

(Foto: imago/ITAR-TASS)

Oder war das doch alles nur ein Verwirrspiel, um die Spannung vor dem Song-Contest-Finale weiter anzuheizen? Jedenfalls mutet das Hickhack um den Auftritt des Superstars schon ein wenig seltsam an. Der Ablauf der insgesamt drei ESC-Shows - zwei Halbfinals plus Finale - wird stets penibel geplant. Auf zahlreiche Einzelproben der Teilnehmer aus den jeweiligen Ländern folgen drei Generalproben, in denen die Vorgänge in der späteren Live-Sendung bis ins Kleinste durchgespielt werden. Madonna und ihr Stab können den Einsatz ihres 30-Tonnen-Equipments auf der Bühne nicht mal eben spontan inszenieren.

Auch die Moderatoren des ESC waren sich offenbar die ganze Zeit über sicher, dass es sich bei den Berichten, Madonnas Auftritt könne womöglich platzen, nur um einen Sturm im Wasserglas handelte. Jedenfalls kündigten sie das Erscheinen der Grande Dame des Pop in der ersten Generalprobe zum zweiten Halbfinale am Mittwochnachmittag in ihren Moderationen bereits an. Und wie gesagt: In den Generalproben wird eigentlich nichts dem Zufall überlassen.

Win-Win-Situation

Manche eingefleischten ESC-Fans werden über das Bohei um die US-Amerikanerin aber wohl so oder so den Kopf schütteln. Schließlich hatte sie mit dem Song Contest bisher so viel zu tun wie Ralph Siegel mit Wacken. Für die EBU und Madonna ist es - so wie schon 2016, als Justin Timberlake das ESC-Finale in Stockholm unsicher machte - eine Win-Win-Situation. Beiden bringt die Kooperation zusätzliche Aufmerksamkeit, die sie angesichts sinkender Einschaltquoten und verblassenden Ruhms gut gebrauchen können.

Was Madonna wohl bis zu ihrem Auftritt in Israel so treibt? Vielleicht widmet sie sich ja den Lehren der Kabbala, denen sie sich seit Jahren verschrieben hat. Vielleicht hört sie aber auch noch ein paar Mal in den Song "Toy" rein, mit dem Netta im vergangenen Jahr den ESC in Lissabon gewann und so die Veranstaltung in ihr israelisches Heimatland holte. Als Madonna seinerzeit zu Beginn der 80er-Jahre "Like a Virgin" trällerte, gerierte sie sich auch als "Boy Toy". Rund 35 Jahre später setzte Netta dem den Slogan entgegen: "I'm not your toy - stupid boy." Beides geht längst locker zusammen. Madonnas Wandlungsfähigkeit sei Dank. Und dem ESC.

Quelle: n-tv.de

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