"Wer wird Millionär?"Rentnerin happy! Jauch hilft fürs Finalticket ein bisschen nach

Vier Gewinner und zwei Pechvögel bei "Wer wird Millionär": Die letzte Vorauswahlsendung vor dem mit Spannung erwarteten "3-Millionen-Euro-Woche"-Finale gehört den Rentnern.
Kurz vor dem großen "3-Millionen-Euro-Finale" dürfen nun auch noch ausgewählte Ü65er des Landes ihr Glück versuchen. "Endlich Rente!", heißt das Motto der letzten regulären Format-Sendung. Um diesen Moment gebührend zu feiern, winkt die erste Kandidatin des Abends jubelnd und freudig erregt ins Publikum. So ist die Stimmung bei "Wer wird Millionär" ("WWM") gleich dem Siedepunkt nahe.
Petra Täschner hat nicht nur ein halbes Dutzend Glücksbringer, sondern auch eine ganz herzliche Art mit im Gepäck. Dass die gebürtige Frankfurterin sage und schreibe viermal in ihrem Leben Scheidungspapiere unterschreiben musste, kann Günther Jauch kaum glauben. "Wer mit meiner Fröhlichkeit nicht klarkommt, der sucht eben das Weite!", erklärt die Kandidatin mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht. Zwischendurch winkt Petra Täschner immer wieder ins Publikum - ein Akt, der sich bei Günther Jauch noch tief bis in die zweite Halbzeit der Sendung ins Gedächtnis einbrennt. "So etwas hatten wir hier auch noch nicht", gesteht der Moderator. Quiztechnisch kann die gelernte Sekretärin und ehemalige Flugbegleiterin nicht ganz so spektakulär nachlegen. Am Ende reicht es aber immerhin für 16.000 Euro und den Einzug ins Finale.
Hans-Werner Kraul ist der nächste Rentner, der auf dem Ratestuhl Platz nehmen darf. Der einstige Bürgermeister aus Sachsen-Anhalt schafft eine Fragerunde mehr als seine Vorgängerin. Dann allerdings geht es um Fußball. "Der Bruder welches deutschen Fußballweltmeisters war als Spieler bei der Fußball-WM 2026 dabei - allerdings nicht für Deutschland?", fragt Günther Jauch. Nicht nur der Kandidat, auch sein Telefonjoker hat nicht wirklich eine Ahnung. Statt zu Zocken hält Hans-Werner Kraul lieber den Ball flach und freut sich über 32.000 Euro. Richtig eingefleischte Fußball-Nerds hätten natürlich gewusst, dass in diesem Fall "Sami Khedira" die richtige Antwort gewesen wäre. Dessen Bruder Rani lief bei der WM für Tunesien auf.
Einstige "Daytraderin" sichert sich 32.000 Euro
Auch die verwitwete ehemalige Verwaltungsangestellte Hannelore Grühn hat mit Fußball wenig am Hut. Die in Buchholz in der Nordheide lebende Kandidatin kennt sich dafür umso besser mit dem Geschehen an der Börse aus. Als sogenannte "Daytraderin" habe sie früher schon mal "an einem Tag mehr verdient als in einem ganzen Monat im Büro", so die selbstbewusste Ex-Verwaltungsangestellte, die auch kein Problem damit hat, wenn man ihr Alter kennt. Mit stolzen 82 Jahren spaziert die Rentnerin problemlos und voller Energie durchs Leben.
Auch im TV-Rampenlicht lässt sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Mithilfe des Einzeljokers aus dem Publikum nimmt sie sogar die Fußball-Hürde und steht schließlich bei 32.000 Euro. Mit den Oscars kennt sie sich aber nicht aus ("In welcher Kategorie wurde 2026 erstmals eine Frau mit einem Oscar ausgezeichnet?" Antwort: Beste Kamera). Da kann ihr auch der Sohnemann am Telefon nicht weiterhelfen. Und so bleibt es bei 32.000 Euro und ganz viel Vorfreude aufs Finale.
Nach so viel Rentnerglück wagt auch Wolfgang Halder den Sprung vor die Kameras. Der aus Baden-Württemberg angereiste Kandidat war früher als Geologe tätig. Ruhig und relaxt meistert der 70-Jährige die ersten Fragerunden. Dann aber will Günther Jauch für 4000 Euro wissen: "Da ihn unter anderem die Fellzeichnung vom schwarz-weißen Namensvetter unterscheidet, heißt der Kleine Panda auch ...?" Statt sich abzusichern, lässt Wolfang Halder die Antwort "Schneepanda" einloggen - ein Fehler, wie sich Sekunden später rausstellt. Es wäre der "Rote Panda" gewesen.
Einzeljoker aus dem Publikum gibt falschen Tipp
Noch ärgerlicher verläuft der Abend für Gabriele Schmickl. Die gebürtige Österreicherin, die seit einigen Jahren in Berlin lebt und gleich mal mit einem festgefahrenen Hauptstadt-Vorurteil aufräumt ("Berlin ist nicht laut! Am Helmholtzplatz in Prenzlauer Berg ist es immer herrlich ruhig und entspannt."), verlässt sich bei der 8000-Euro-Frage auf das vermeintliche Wissen des Einzeljokers im Publikum. Der ist sich nämlich sicher, dass sich die Toten Hosen im kommenden Jahr nach 36 Jahren im Business zur Ruhe setzen wollen. Und ja, die Toten Hosen sind aktuell auf großer Abschiedstour. Allerdings wurde die Düsseldorfer Punkrock-Institution nicht erst vor 36 Jahren gegründet. Die richtige Antwort wäre "Die Prinzen" gewesen. Der eben noch selbstsichere Publikumsjoker verharrt für eine gefühlte Ewigkeit im gleißenden Scheinwerferlicht. Peinlich berührt ist auch Günther Jauch. Aber der Drops ist gelutscht. Auch Gabriele Schmickl muss ihren Traum vom großen Finale begraben.
Nach so viel Pech muss irgendwie unbewusst sichergestellt werden, dass der letzten Kandidatin des Abends nicht das gleiche Schicksal ereilt. Und so hilft Günther Jauch "unabsichtlich" ein bisschen nach. Schon bei der 300-Euro-Frage stellt der Moderator die richtigen Weichen: "Von welchem 'Kuchen' ist - ganz ohne Pferd - schon im 2. Buch Mose die Rede?", lautet die Frage. Beim Versuch der Erklärung rutscht dem Moderator doch tatsächlich der Begriff "Honigkuchenpferd" raus. Das Gelächter ist groß. Und Kölsch-Liebhaberin Heidi Aster hat leichtes Spiel. Mit viel Charme und offenem Herzen ("Ich habe mich bei 'First Dates' beworben und hoffe auf eine Begegnung mit einem großen Mann ohne Bart, ohne Tattoos und ohne Glatze") nimmt die ehemalige Hotel-Sekretärin eine Quizhürde nach der anderen.
Günther Jauch hilft ein bisschen nach
Dank der Hilfe des allerersten "WWM"-Millionärs Eckhard Freise als Telefon- und vier cleveren Chemikern in der gemeinschaftlichen Funktion des einzelnen Publikumjokers löst Heidi Aster kurz darauf ihr Finalticket. Ein paar Minuten später hilft Günther Jauch sogar noch ein bisschen nach. Hat der Bundespräsident im Jahr 2025 statistisch gesehen mehr als fünfmal pro Woche "eine Patenschaft übernommen" oder seine "Neujahrsansprache geprobt"? Günther Jauch kann sich ein Zwinkern nicht verkneifen. "Muss man sich um den Bundespräsidenten Sorgen machen, wenn er fünfmal pro Woche seine Neujahrsansprache proben muss?", fragt der Moderator.
Mit diesem Wink ist natürlich klar: Es können nur die "Patenschaften" sein. Und so ist es dann auch. Am Rande klärt Günther Jauch auch noch auf, dass die Neujahrsansprache immer vom Kanzler erfolgt. Heidi Aster ist das alles schnuppe. Gerne nimmt sie die "Vorlage" auf und sichert sich so die nicht mehr aufs Spiel gesetzte Gewinnsumme in Höhe von 32.000 Euro. Darauf gönnt sich die Kandidatin noch einen großen Schluck aus dem Kölsch-Glas. In diesem Sinne: Gratulation und Prost!