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Der "Tatort" im Schnellcheck Rubins letzter Fall

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Rubin (Meret Becker) und Karow (Mark Waschke) ziehen eine männliche Leiche aus der Spree.

(Foto: rbb/ARD/Hans Joachim Pfeiffer)

Im Berliner "Tatort" geht es gewohnt grausig zu: kopflose Leichen, Handschuhe aus Menschenhaut, brutale russische Mafiosi. Ganz und gar nicht gewohnt ist dafür das Setting, denn die Kommissare Karow und Rubin steuern auf das Ende ihrer Ermittlerbeziehung zu.

Was passiert?

Kommissarin Rubin (Meret Becker) und ihr Kollege Karow (Mark Waschke) ziehen eine buchstäblich bis zur Unkenntlichkeit verstümmelte Leiche aus der Spree: Dem Mann wurde nicht nur der Kopf abgetrennt, sondern auch teilweise die Haut abgezogen, um gestochene Tattoos zu entfernen. Ein Mord, der nach Mafia aussieht, und tatsächlich bahnt sich gerade ein Bandenkrieg zwischen zwei einflussreichen russischen Gangsterfamilien an.

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Julie Bolschakow (Bella Dayne, r.) vertraut sich Kommissarin Rubin an.

(Foto: rbb/Aki Pfeiffer)

Während Karow alle Register zieht, um die Identität des Toten zu ermitteln und sich dafür sogar Handschuhe aus der Haut des Toten anfertigen lässt, wird Rubin die Lösung auf dem Silbertablett präsentiert: Julie Bolschakow (Bella Dayne), die Ehefrau des brutalen Chefs der gleichnamigen Mafia-Familie, will im Tausch gegen die Aufnahme ins Zeugenschutzprogramm auspacken und vertraut sich der Kommissarin an. Weil die Bolschakows offenbar auch korrupte Polizisten auf der Gehaltsliste haben, muss Rubin allerdings auf eigene Faust ermitteln - und die Sache sogar vor Karow geheim halten.

Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn Julie kann erst außer Landes geschafft werden, wenn sie auch Beweise aus dem Hause Bolschakow liefert - und ihr Mann Yasha (Oleg Tikhomirov) hat längst Verdacht geschöpft.

Worum geht es wirklich?

Um Meret Beckers Abschied vom Berliner "Tatort": Nach 15 Folgen in sieben Jahren ist "Das Mädchen, das allein nach Haus' geht" Kommissarin Rubins letzter Fall. Und der hat es in sich.

Wegzapp-Moment?

Für zart besaitete Gemüter könnten die Szenen aus der Pathologie mit Sicherheit ein Grund sein, die Fernbedienung aus der Hand zu legen. Besser aber: Kurz die Augen zu, das Weiterschauen lohnt in jedem Fall.

Wow-Faktor?

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Wie Regisseur Ngo The Chau das Labyrinth unter dem Hauptstadtflughafen in Szene setzt, ist enorm eindrucksvoll. Und ganz allgemein die düstere Ästhetik, die sich Chau, der eigentlich gelernter Kameramann ist und hier zum ersten Mal in einem Krimi beide Rollen in Personalunion ausfüllt, für den Film ausgedacht hat.

Wie ist es?

9 von 10 Punkten. "Das Mädchen, das allein nach Haus' geht" ist ein krachend inszenierter Thriller und ein furioses Finale für Meret Becker. Regisseur Chau: "Mir war vor allem wichtig, nach dem über die vielen Jahre hinweg teilweise sehr schroffen Umgang der Hauptfiguren miteinander, einen Showdown zu kreieren, der unmissverständlich klar macht, dass sie einander hatten und liebten, ohne füreinander bestimmt gewesen zu sein." Das hat er geschafft.

Quelle: ntv.de

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