Panorama

Einsatz in der Zweiten Liga ADAC-Hubschrauber föhnte Fußballplatz

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Die Rettungshubschrauber des ADAC sind offenbar vielseitig einsetzbar.

(Foto: dpa)

Nach dem Wirbel um Manipulationen beim Autopreis "Gelber Engel" und um Vorstandsflüge in Rettungshubschraubern werden alte ADAC-Einsätze unter die Lupe genommen. In Braunschweig legte ein Hubschrauber 2006 sogar einen Fußballplatz trocken.

Die Hubschrauber des ADAC retten normalerweise verletzte oder kranke Menschen, die auf schnellstem Wege ins Krankenhaus müssen. Doch in Braunschweig hat ein Helikopter vor acht Jahren ganz anderen Einsatz gezeigt. Er wurde zum Trocknen eines überfluteten Fußballplatzes genutzt. Der ADAC bestätigte Berichte über den Föhn-Einsatz im Jahr 2006. Der Helikopter sei vor einer Zweitliga-Partie gegen Dresden im Einsatz gewesen. Mit Zustimmung des damaligen ADAC-Vorsitzenden in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Reinhard Manlik, der auch für die CDU im Braunschweiger Stadtrat sitzt.

Pikant: Für den Hubschrauber gab es offenbar während des Einsatzes keine Reservemaschine, die gegebenenfalls zu einem Notfall hätte fliegen können. Dem Innenministerium gefiel das gar nicht. Es rügte den Flug, wie Ministeriumssprecherin Vera Wucherpfennig sagte. Daraufhin habe die Stadt Braunschweig die Kosten übernommen.

Manlik sagte dazu, dass er damals den Kontakt zur Luftrettung in Wolfenbüttel hergestellt habe. "Für mich waren zwei Dinge wichtig, dass kein Notfalleinsatz verhindert wird und dass der Flug abgerechnet wird." Als gewerblicher Auftrag sei der Hubschraubereinsatz später auch bezahlt worden. Dass keine Reservemaschine bereit stand, hält er offenbar für nicht weiter schlimm. Wäre während des Einsatzes über dem Fußballplatz ein Notfall gemeldet worden, hätte der Hubschrauber sofort abdrehen können, sagte er.

Flug des Innenministers "problemlos"

"Natürlich ist es so, dass die Rettungshubschrauber nur für ihre ureigensten Zwecke gebraucht werden dürfen. Das ist ganz klar, und daran darf es auch keinen Zweifel geben", sagte Wucherpfennig. "Insofern haben wir ein Auge darauf, dass die Einsatzbereitschaft gegeben ist. Der Zweck ist die Hilfe von Verletzten und nicht ein Flug in den Urlaub."

Und noch ein Flug sorgt in Niedersachsen für Aufsehen. Der damalige Innenminister Uwe Schünemann von der CDU flog 2004 mit einem ADAC-Hubschrauber von Hannover nach Uelzen. Dieser Flug des einstigen Chefs sieht das Innenministerium aber problemlos. Dabei habe es sich um die offizielle Überstellung des neuen Hubschraubers zu seinem Einsatzort gehandelt, während der alte noch für den Notfall parat stand. Dass bei dem Flug nach Uelzen auch ADAC-Regionalchef Manlik an Bord war, ist aus ADAC-Sicht unproblematisch.

Quelle: n-tv.de, vpe/dpa

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