Panorama

Weder männlich noch weiblich Bangladesch erkennt "Hijra" als drittes Geschlecht an

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Hijras gelten in einigen asiatischen Ländern als das "dritte Geschlecht" - ein Sammelbegriff für Transsexuelle, Zwitter, Transvestiten und Kastraten.

(Foto: picture-alliance / dpa)

Rund zwei Wochen nach einer ähnlichen Gesetzesentscheidung in Deutschland erkennt nun auch Bangladesch ein drittes Geschlecht neben männlich und weiblich an. Die Regierung in Dhaka verabschiedete ein Gesetz, das die Kategorie "Hijra" im Pass und anderen Ausweisen einführt.

Rund zwei Wochen nach einer ähnlichen Gesetzesentscheidung in Deutschland erkennt nun auch Bangladesch ein drittes Geschlecht neben männlich und weiblich an. Die Regierung in Dhaka verabschiedete am Montag ein Gesetz, das die Kategorie "Hijra" im Pass und anderen Ausweisen einführt. Als Hijra werden in Südasien Menschen bezeichnet, die sich entweder einer Kastration unterziehen, beide Geschlechtsmerkmale aufweisen oder sich als phänotypische Männer dieser Gemeinschaft anschließen.

Mit Hilfe der neuen Kategorie solle die durch das Geschlecht verursachte Ungleichheit etwa bei Bildung und Gesundheitsversorgung reduziert werden, sagte ein Kabinettssprecher in Dhaka. Die Zahl der Hijras, die meist als Eunuchen wahrgenommen werden, wird in dem südasiatischen Land offiziell auf etwa 10.000 geschätzt.

In den Nachbarländern Indien und Bangladesch sind Hijras als drittes Geschlecht bereits anerkannt. In Deutschland muss das Geschlecht Neugeborener seit 1. November nicht mehr direkt nach der Geburt festgelegt werden.

Quelle: n-tv.de, dpa