Panorama

Verdächtiges Päckchen ohne Zünder Bombenalarm in Roms U-Bahn

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Die Station Rebbibia wurde kurzzeitig gesperrt.

(Foto: REUTERS)

Mitarbeiter finden in der römischen U-Bahn ein Paket, das Metalldrähte und eine verdächtige Substanz enthält. Die Behörden befürchten einen Bombenanschlag. Eine Untersuchung des Päckchens ergibt schließlich, dass es nicht explodieren konnte.

Ein verdächtiges Paket hat in der italienischen Hauptstadt Rom Bombenalarm ausgelöst. Der in einer leeren U-Bahn entdeckte Behälter habe zwar Sprengstoff enthalten, hätte aber nicht explodieren können, da ein Zünder fehlte, sagte ein Polizeisprecher.

Eine Untersuchung von Sprengstoffspezialisten habe ergeben, dass der "rudimentäre Mechanismus" in dem Karton keine Explosion hätte auslösen können, sagte Roms Bürgermeister Gianni Alemanno.

Der Verkehrsbehörde Atac zufolge enthielt das Paket Kabel, Batterien und Antennen. Ein Zugführer habe den mutmaßlichen Sprengsatz am Vormittag in einem Wagen auf einem Rangierbahnhof in der Nähe der Station Rebibbia entdeckt. Der Zug sei noch nicht im Einsatz gewesen und habe keine Fahrgäste an Bord gehabt. Nach Medienberichten wurde die Station der Linie B in dem Vorort im Nordosten der Ewigen Stadt kurzfristig abgeriegelt. Der U-Bahnverkehr wurde nach einer kurzen Unterbrechung wieder aufgenommen.

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Alles nochmal gut gegangen: Polizisten im betroffenen U-Bahnhof.

(Foto: AP)

Die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete, der Schuhkarton habe zwei 20 Zentimeter lange Röhren mit einem pyrotechnischem Pulver enthalten, wie es für Feuerwerkskörper verwendet werde. Das Paket sei von dem Bereich, in dem sich Passagiere aufhielten, etwa 300 bis 400 Meter entfernt gewesen, berichtete die Zeitung "Corriere della Sera" unter Berufung auf Polizeibeamte.

Italien unter Spannung

Rebibbia an der antiken Via Tiburtina gilt als reines Wohnviertel. In dem Viertel befindet sich zudem eines der größeren Gefängnisse Italiens, in dem unter anderem der Papst-Attentäter Mehmet Ali Agca seine Strafe nach dem Angriff auf Papst Johannes Paul II. 1983 abgesessen hatte.

Der Bombenalarm sorgte in Rom für zusätzliche Spannungen, da die Polizei dort vor den für Mittwoch erwarteten Demonstrationen gegen die Studienreform bereits die Sicherheitsmaßnahmen verschärft hat. Das von Regierungschef Silvio Berlusconi auf den Weg gebrachte Gesetz soll am Mittwoch vom Senat abgesegnet werden, um anschließend in Kraft zu treten. Die Demonstrationen in der vergangenen Woche eskalierten zu den schwersten Ausschreitungen in der Hauptstadt seit Jahren. Zudem sollen Al-Kaida-Extremisten nach irakischen Angaben Anschläge über die Weihnachtszeit in den USA und Europa planen.

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP/rts

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