Panorama

Mahnmal eingeweiht Buxtehude gedenkt der Hexenprozesse

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Drei Bronzeplatten hängen am historischen Rathaus von Buxtehude.

(Foto: dpa)

In Buxtehude sind zwischen 1540 und 1644 21 Frauen wegen Hexerei und Zauberei angeklagt worden. 15 von ihnen fanden den Tod. Die niedersächsische Stadt erinnert nun mit einem Mahnmal an die Opfer.

Die niedersächsische Stadt Buxtehude hat ein Mahnmal für die Opfer historischer Hexenprozesse eingeweiht. Das Denkmal sei ein weiterer wichtiger Schritt hin zur Rehabilitierung der Opfer, sagte Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt bei der feierlichen Zeremonie.

In der Gemeinde südwestlich von Hamburg waren zwischen 1540 und 1644 nachweislich 21 Frauen wegen Hexerei und Zauberei angeklagt worden, wovon 15 nach grausamer Folter getötet wurden. 13 der Opfer wurden verbrannt. Im April vergangenen Jahres beschloss der Buxtehuder Rat einstimmig, für sie ein Mahnmal zu errichten. Es besteht aus drei Bronzegedenktafeln am Rathaus.

Die Idee dazu hatte die städtische Gleichstellungsbeauftragte Gabi Schnackenberg. "Gewalt an Frauen hat viele Gesichter und eine lange Geschichte", sagte sie der Mitteilung zufolge bei der Einweihungszeremonie. Auch heute sei dies ein gesellschaftliches Problem. Es sei wichtig, das Problem in allen seinen Facetten in die Öffentlichkeit zu tragen. Nur Sensibilisierung ändere etwas.

Zehntausende Todesopfer

In ganz Europa waren insbesondere in der frühen Neuzeit nach dem Ende des Mittelalters immer wieder Frauen wegen des Vorwurfs der Hexerei verfolgt worden. Seinen Höhepunkt erreichte das Unrecht den Forschungen von Historikern zufolge zwischen 1550 und 1650.

In Europa schätzen sie die Zahl der Todesopfer auf 40.000 bis 60.000. Für die Gebiete des damaligen Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation wird sie auf etwa 25.000 beziffert.

Wie an anderen Orten war auch in Buxtehude der Rat der Stadt und nicht die Kirche für die Hexenverfolgung verantwortlich. Daran erinnerte Stadtarchivar Bernd Utermöhlen. Der Glaube an Hexen sei zwar in der Religion verankert gewesen. Es seien aber weltliche Instanzen gewesen, die diese Prozesse führten. "Das Unrecht ist bis heute erschütternd - und eine Mahnung für die Gegenwart."

Quelle: ntv.de, wne/AFP