Panorama

Legendärer General Custer-Fahne unterm Hammer

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General Custer, legendär und umstritten.

Die letzte Fahne von General George Custer wird im Herbst in New York versteigert. Das Tuch, mit dem der Soldat 1876 in die Schlacht am Little Bighorn und in den eigenen Tod ritt, soll zwei bis fünf Millionen Dollar bringen, teilte das Auktionshaus Sotheby's mit.

Der siegesgewisse Offizier war im heutigen Montana ohne ausreichende Sicherung gegen eine Armee aus Indianern geritten und auf eine Übermacht getroffen. Keiner seiner Soldaten überlebte.

Nach Angaben des Auktionshauses hatten die Indianer zwar alle Trophäen vom Schlachtfeld mitgenommen, eine Fahne sei aber unter der Leiche eines Soldaten unentdeckt geblieben. Kavalleristen fanden drei Tage später ihre toten Kameraden und auch das Seidentuch. Laut Sotheby's nahm der Sergeant Ferdinand Culbertson die Fahne an sich, gab sie etwa fünf Jahre später einem Ehepaar, das sie 1895 an das Detroit Institute of Arts verkaufte. Die eingekerbte Fahne mit den damals nur 35 Sternen - 15 Staaten sollten bis 1959 noch dazukommen - ist stark beschädigt.

Die Nachricht von der Niederlage am 25. Juni 1876 hatte die USA mitten in ihrer Hundertjahrfeier getroffen. Custer war als jüngster General des Bürgerkrieges eine bekannte Figur. Die Schlacht wurde lange glorifiziert. So schrieb die "Detroit Free Press" über die jetzt zum Verkauf stehende Fahne, sie sei ein "stummer Zeuge für das Hinschlachten einer Gemeinschaft ritterlicher Männer". Erst später wurde deutlich, dass vor allem die Arroganz des eigentlich hochbegabten Offiziers Custer zu dem Drama geführt hatte. In seiner Abteilung hatten auch viele Deutsche gedient, die in den Jahren zuvor ausgewandert waren, um den deutschen Einigungskriegen zu entgehen.

Quelle: ntv.de, dpa

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