Panorama

Extreme Wetterlage an der Ostsee DLRG warnt Badende

8254658.jpg

Durch Stürme im Frühjahr könnten die Strömungsverhältnisse an dem Ostseebad entscheiden verändert worden sein (Archivbild).

(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Bei der Ostsee denken die wenigsten an reißende Fluten. Eine Fehleinschätzung, wie sich gerade am Timmendorfer Strand zeigt. Nach mehreren tödlichen Badeunfällen warnt der DLRG vor akuter Lebensgefahr.

Am Ostseebad Timmendorfer Strand haben die Behörden nach mehreren tödlichen Badeunfällen kurzzeitig zu drastischen Mitteln gegriffen. Mitten in der Hochsaison verhängten sie zeitweise ein totales Badeverbot. Mit Lautsprecherdurchsagen appellierte die Polizei an die Badegäste, rote Flaggen der DLRG und die direkt am Wasser aufgestellten Hinweisschilder unbedingt zu beachten.

Grund für die aktuelle Warnung waren bei Windstärke sieben entstehende Unterströmungen, die durch die an Land gedrückten und anschließenden zurückfließenden Wellen entstehen. Für Badende bestand dadurch akute Lebensgefahr.

"Wir können nicht alle 100 Meter am Strand einen Streifenwagen aufstellen", sagte der Lübecker Polizeisprecher Stefan Muhtz. "Das war am Montag eine einmalige Sache", sagte Muhtz. In Timmendorfer Strand wehten aufgrund der gefährlichen Wetterlage jedoch erneut rote Flaggen. Dort wurden zudem zusätzliche Warnschilder aufgestellt, um die Urlauber auf die Gefahren hinzuweisen.

Trotzdem ignorierten viele Badegäste die Hinweise.  Eine im Wasser stehende Frau wurde derart heftig von einer Welle getroffen, dass sie stürzte und sich eine Gehirnerschütterung zuzog. Am Montag hatten Retter dort bereits mehrere Menschen aus dem Wasser in Sicherheit bringen müssen. Ein 62-Jähriger aus dem niedersächsischen Ostfriesland konnte von einem Arzt zwar noch aus dem Wasser geholt und wiederbelebt werden, doch die Hilfe kam zu spät.

Viele Einsätze

Vor Scharbeutz war ein Schwimmer ums Leben gekommen, ein 13-jähriger Junge konnte noch gerettet werden. Ein anderer Badegast hatte den leblosen Körper des Schwimmers aus dem Wasser gezogen. Wiederbelebungsversuche von Rettern scheiterten am Strand, wie eine Polizeisprecherin sagte. Bei dem Toten handelt es sich um einen etwa 70 Jahre alten Mann aus Niedersachsen. Er hatte einen Tagesausflug nach Scharbeutz unternommen. Rechtzeitig konnten Retter dagegen ebenfalls in Scharbeutz einen 13-Jährigen aus dem Wasser ziehen. Der Junge schluckte zwar reichlich Wasser, musste aber nicht in ein Krankenhaus gebracht werden.

Bereits in den vergangenen Tagen hatte es eine ganze Reihe tödlicher Badeunfälle entlang der Ostsee gegeben. In Mecklenburg-Vorpommern waren alleinen an diesem Wochenende sechs Menschen beim Baden ertrunken. Derzeit sind an den Küsten von Nord- und Ostsee täglich rund 450 Retter der DLRG im Einsatz. "Sie haben in den vergangenen Wochen bereits 34 Menschen aus lebensbedrohlichen Situationen gerettet", sagte DLRG-Landesgeschäftsführer Thies Wolfhagen der Deutschen Presse-Agentur. Der Großteil der Einsätze sei in den vergangenen zehn Tagen erfolgt.

"Das Problem ist der stark auflandige Wind", sagte Wolfshagen. Der Wind wehe teilweise in starken Böen der Stärke 7 bis 8. "Die Wetterlage ist extrem." Der starke Wellengang und die Unterströmung machten das Schwimmen deshalb so gefährlich. Rote Flaggen an den Stränden signalisieren ein Badeverbot. Vorsicht ist aber auch schon bei gelben Flaggen geboten. Sie werden dann gehisst, wenn die Bedingungen vor Ort nur für geübte Schwimmer geeignet sind.

Quelle: ntv.de, sba/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen