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Wie schimmernde Wolken-Ufos Das sind die gefährlichen Superzellen

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Eine Superzelle verdunkelte im vergangenen Sommer den Himmel über Leutenbach-Weiler zum Stein.

(Foto: picture alliance / Benjaimin Beytekin)

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Auf dem Höhepunkt der aktuellen Unwetter sind auch sogenannte Superzellen möglich: Gewitterzellen, die sich schwer vorhersehbar bewegen. Wie dieses besondere Wetterphänomen entsteht und welche Folgen es haben kann, erklärt ntv-Metorologe Björn Alexander.

Wenn sich am Nachmittag teils heftige Gewitter von West nach Ost ausbreiten werden, können sich auch die besonders gefährlichen Superzellen bilden. Das sind sich drehende Systeme mit starken Aufwinden, die sich völlig eigenständig und damit schwer vorhersehbar bewegen. "Im Prinzip handelt es sich hierbei um eine besondere Form der Gewitterzelle", erklärt ntv-Metorologe Björn Alexander.

"Verfügt nämlich eine Gewitterwolke über Bereiche, in denen sich Auf- und Abwinde getrennt voneinander gebildet haben, dann ist die Vorstufe einer Superzelle entstanden", erläutert der Experte. "Im zweiten Schritt beginnt die Wolke zu rotieren." Das verstärke die Gewitterzelle enorm und führe dazu, dass sich eine sogenannte Mesozyklone bildet. "Dabei handelt es sich schon mal um einen Gewitterkomplex, der eine kilometerweite Ausdehnung hat und auch über längere Zeit, mindestens 30 Minuten, existiert", führt Alexander aus. "Erst in diesem Stadium ist eine Superzelle entstanden, die optisch schon mal an ein grünlich schimmerndes Wolken-Ufo erinnert und an der sich wiederum andere Wetterphänomene entwickeln können: beispielsweise Typ-1-Tornados, die auch als Mesozyklonale Tornados oder Superzellentornados bezeichnet werden."

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Aber warum entstehen solche Superzellen überhaupt? "Zutaten sind neben viel Feuchtigkeit in warmer bis sehr warmer Luft in Bodennähe noch eine große Labilität, also eine instabile Schichtung, die es erlaubt, dass sich hoch reichende Wolkenberge bilden können", sagt Alexander. "Damit haben wir schon mal eine mächtige Gewitterwolke, die aber alleine noch keine Superzelle macht." Erst die sogenannte Scherung bringe das System in Wallung. "Das bedeutet, dass der Wind mit der Höhe entweder deutlich stärker wird oder stark in der Richtung variiert - sprich: Windrichtung und oder Windgeschwindigkeit müssen sich stark ändern." Damit könne der Gewitterkomplex in Rotation geraten und die Superzelle entsteht.

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Quelle: ntv.de, chl

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