Panorama

Epidemie hat Westafrika im Griff Die Ebola-Experimente beginnen

In Liberia stehen Menschen zum Fiebermessen Schlange.

In Liberia stehen Menschen zum Fiebermessen Schlange.

(Foto: picture alliance / dpa)

Im Kampf gegen Ebola setzen Mediziner erstmals das ungetestete Medikament "ZMapp" ein - doch auch falls es wirken sollte, ist ein Ende der Epidemie nicht in Sicht. Die Lage in Westafrika ist kritisch: Guinea ruft den Notstand aus, in Liberia werden Lebensmittel knapp.

Über 2000 Ebolafälle sind in Westafrika bereits gemeldet worden, über 1000 Menschen erlagen bereits der Krankheit. Ein verlässliches Heilmittel für die Epidemie gibt es nicht. Hoffnungen ruhen jetzt auf dem experimentellen Medikament "ZMapp" - mehrere Dosen des Mittels sind inzwischen aus den USA in die liberianische Hauptstadt Monrovia geliefert worden. Es handele sich aber nur um geringe Mengen, da das bisher kaum erprobte Mittel noch nicht in größeren Mengen produziert wird.

Das Antikörper-Präparat sollte zunächst zwei infizierten Ärzten verabreicht werden. Zuvor waren bereits zwei Amerikaner und ein Spanier mit "ZMapp" behandelt worden. Der an Vorerkrankungen leidende Spanier starb allerdings dennoch an den Folgen des Virus. "ZMapp" hat noch nicht die für eine Zulassung nötigen klinischen Studien durchlaufen, es war nur an Affen getestet worden. Seine Wirksamkeit beim Menschen ist darum ebenso unklar wie mögliche Nebenwirkungen. Wenn sich "ZMapp" als Heilmittel erweist, dürfte die Produktion ist ausreichender Menge jedoch lange dauern.

Liberia gehen die Lebensmittel aus

Derweil hat Guinea als letztes der vier von Ebola betroffenen Länder den Gesundheitsnotstand ausgerufen. Damit seien nach Angaben von Präsident Alpha Conde zahlreiche Maßnahmen verbunden, darunter striktere Kontrollen an den Grenzen und die sofortige Isolierung von Menschen, die Symptome aufweisen. Zudem dürften keine Leichen mehr von einem Ort an einen anderen transportiert werden. "Jeder, der sich weigert, diese Maßnahmen zu beachten, wird als Risiko für die öffentliche Gesundheit betrachtet und streng bestraft werden", erklärte Conde im staatlichen Fernsehen.

In Liberia droht wegen der Epidemie inzwischen eine Lebensmittelknappheit. Auch andere lebenswichtige Güter können das Land kaum noch erreichen, nachdem das Nachbarland Elfenbeinküste den Schiffsverkehr aus den betroffenen Ländern durch seine Gewässer verboten hat. Die Anordnung, die für unbestimmte Zeit andauern soll, sei von der Hafenbehörde in der Hauptstadt Abidjan verbreitet worden, berichtete die Zeitung "Front Page Africa". Auch der Luftverkehr aus und nach Liberia nimmt immer weiter ab. Die Gesellschaften Air France, British Airways, ASky und Arik haben ihre Flüge nach Monrovia bereits eingestellt. Die amerikanische Fluggesellschaft Delta kündigte an, der letzte Flug der Gesellschaft starte am 27. August.

Angst auch im Ausland

Negative Auswirkungen hat die Seuche mittlerweile auch auf internationale Sportveranstaltungen: Auf Druck der chinesischen Behörden zogen sich die Teams von Sierra Leone und Nigeria von den Olympischen Jugendspielen in Nanjing zurück. Die Veranstaltung findet vom 16. bis 28. August statt. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) erklärte: "Wir müssen die Sicherheit aller Teilnehmer und die Rechte der jungen Athleten aus den betroffenen Ländern abwägen." Das IOC bedauere, dass "die Sportler doppelt leiden - unter dem Ausbruch der Krankheit in ihrem Land und darunter, dass sie nicht teilnehmen".

Von Ebola war erstmals im März aus Guinea berichtet worden, erste Erkrankungen gab es in der Region aber wohl schon im Dezember. Das Virus hatte sich schnell nach Liberia und Sierra Leone ausgebreitet. Es handelt sich um die erste Ebola-Epidemie in Westafrika und den schlimmsten Ausbruch der Krankheit, der bisher registriert wurde.

Quelle: ntv.de, dsc/dpa

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