Panorama

An Verhaftung Floyds beteiligt Drei weitere US-Polizisten beschuldigt

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Fast neun Minuten kniete der Ex-Polizist auf dem Nacken des sterbenden Floyd.

(Foto: imago images/Hans Lucas)

Dem Ex-Polizisten, der minutenlang auf dem Nacken von George Floyd kniete, droht nun eine wesentlich längere Gefängnisstrafe. Auch seine Kollegen werden offiziell beschuldigt. Der Anwalt von Floyds Familie erklärte, die drei Beamten würden festgenommen.

Die Justiz im US-Bundesstaat Minnesota hat die Anklage gegen den mutmaßlich für den Tod des Afroamerikaners George Floyd verantwortlichen Ex-Polizisten verschärft. Damit könnte ihm im Fall einer Verurteilung eine deutlich längere Haftstrafe drohen, wie aus einem aktualisierten Haftbefehl hervorgeht. Der Polizist Derek Chauvin war nach Bekanntwerden des Vorfalls umgehend entlassen und wenig später auch verhaftet worden. US-Senatorin Amy Klobuchar zufolge werden nun auch die drei weiteren an der Verhaftung beteiligten Ex-Polizisten offiziell beschuldigt.

Klobuchar machte aber keine genauen Angaben über die Vorwürfe gegen die drei anderen Polizisten, die bei Floyds Festnahme dabei gewesen waren. Der Anwalt von Floyds Familie erklärte, die drei Beamten würden festgenommen. Einem Video zufolge hatten zwei von ihnen gemeinsam mit Chauvin den 46-jährigen Floyd nach seiner Festnahme in der Stadt Minneapolis auf dem Boden fixiert, obwohl er angab, keine Luft mehr zu bekommen. Der vierte Polizist hielt Passanten auf Abstand.

Der mutmaßliche Mörder Floyds muss sich nun wegen Mordes zweiten Grades ohne Vorsatz vor Gericht verantworten. Darauf stehen in Minnesota bis zu 40 Jahre Haft. Zudem wird ihm auch Mord dritten Grades vorgeworfen, worauf bis zu 25 Jahre Haft stehen. Außerdem wirft ihm die Justiz auch Totschlag vor, wofür ihm zehn Jahre Haft drohen könnten. Zuvor war ihm Mord dritten Grades und Totschlag vorgeworfen worden.

Bei dem Polizeieinsatz in der Stadt Minneapolis vom vergangenen Montag hatte Chauvin fast neun Minuten lang sein Knie in Floyds Nacken gedrückt - trotz aller Bitten des 46-Jährigen, ihn atmen zu lassen. Floyd verlor das Bewusstsein und starb. Der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates Minnesota, Keith Ellison, will noch heute vor die Presse treten. Floyds Tod hat in den USA massive Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus ausgelöst.

Quelle: ntv.de, lwe/dpa/AFP