Panorama

"Isaac" bedroht 60.000 Menschen Evakuierungen in Südstaaten

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Die Menschen müssen ihre Häuser verlassen.

(Foto: REUTERS)

"Isaac" ist kein Hurrikan mehr, dennoch haben die Behörden in den US-Südstaaten Mississippi und Louisiana mit Evakuierungen begonnen. Es drohen noch immer Dammbrüche und Überschwemmungen.

Aus Sorge um einen drohenden Dammbruch haben die Behörden in den US-Südstaaten Mississippi und  Louisiana Evakuierungen angeordnet. Im Bezirk Tangipahoa in Louisiana wurden sämtliche Bewohner im Umkreis von einer Meile um den Tangipahoa River aufgefordert, das Gebiet zu verlassen. In Mississippi wurden Evakuierungen rund um den Tangipahoa-See angeordnet.

Die Behörden befürchten, dass ein durch heftige Regenfälle im Gefolge des Tropensturms "Isaac" geschwächter Damm brechen könnte. Dann wären nach Angaben des Gouverneuramts von Louisiana zwischen 40.000 und 60.000 Menschen in Gefahr.

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Keith Haydel und sein Hund Jazz warten darauf, dass sie von einem Boot abgeholt werden.

(Foto: REUTERS)

"Isaac" schwächte sich am Donnerstagabend weiter ab und wurde zum Tiefdruckgebiet herabgestuft. Dennoch bestehe weiterhin die Gefahr von Tornados, Sturmfluten und Überschwemmungen, warnte das Hurrikanzentrum NHC. In der Nähe der US-Metropole New Orleans verlor der Wirbelsturm an Kraft. Nach Einschätzung der Behörden dürften die Dämme dort standhalten, die als Konsequenz aus dem verheerenden Hurrikan "Katrina" vor sieben Jahren mit Milliardenaufwand errichtet worden waren, um die Stadt zu schützen.

Dennoch führte "Isaac" bereits zu Überschwemmungen und Stromausfällen. In der Gemeinde Plaquemines außerhalb von New Orleans wurde die Evakuierung von 3000 Menschen angeordnet. Mindestens 800 Häuser seien überflutet worden, meldet die "New York Times".

Schäden "historischen Ausmaßes"

Ein Sprecher des Landkreises sagte dem TV-Sender CNN, mehrere Häuser seien bis zu 3,60 Meter hoch überschwemmt worden. Es sei mit Schäden "historischen" Ausmaßes in dem Landkreis zu rechnen. Laut örtlichen Medien sitzen mehrere Bewohner in Scheunen oder auf Hausdächern fest, Menschen seien von ihren Nachbarn mit Booten gerettet worden.

Nach Angaben des US-Energieministeriums fiel in mehr als 716.000 Haushalten der Strom aus, nachdem Windböen mehrere Leitungen gekappt hatten. Die Erdölförderung im Golf von Mexiko wurde wegen des Sturms um fast 95 Prozent gesenkt.

Die Schäden gehen bereits in die Milliarden, dürften aber deutlich geringer als bei "Katrina" ausfallen. "Isaac" habe bislang auf dem Meer bei Energieunternehmen wirtschaftliche Verluste von bis zu einer Milliarde Dollar verursacht, teilte das Unternehmen Eqecat mit. Eqecat berechnet auf der Basis von Modellen Risiken wie Stürme oder Erdbeben und hilft so den Versicherern bei der Berechnung ihrer Policen. In Louisiana und den Nachbarstaaten fielen an Land nach Einschätzung der Experten versicherte Verluste von bis zu 1,5 Milliarden Dollar an. Allerdings handelte es sich um relativ frühere Schätzungen. Wissenschaftler warnten vor möglichen schweren Schäden im Laufe der kommenden Tage.

Mehr als 4000 Mitglieder der Küstenwache halten sich in Louisiana einsatzbereit, rund um New Orleans stehen 48 bemannte Boote bereit. "Isaac" soll am Freitagmorgen den Süden des Bundesstaates Arkansas erreichen.

"Kirk" ist unterwegs

"Katrina" hatte am 29. August 2005 in New Orleans schwerste Schäden angerichtet. 1800 Menschen kamen infolge des Hurrikans ums Leben. Es kam tagelang zu Plünderungen und einem Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung.

Derweil meldete das Nationale Hurrikanzentrum in Miami einen neuen Tropensturm über dem Atlantik. "Kirk" werde vermutlich in den kommenden 48 Stunden an Stärke zunehmen, hieß es.

Quelle: ntv.de