Panorama

Rentner wollte Geschäft schützen Ex-Polizeichef bei Unruhen in USA getötet

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In den vergangenen Nächten hatt sich die Lage in St. Louis zugespitzt.

(Foto: AP)

Der Tod des Afroamerikaners George Floyd entfacht in den USA landesweite Proteste. In der Stadt St. Louis kommt es auch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Dabei wird ein ehemaliger Polizeichef erschossen.

Während der landesweiten Unruhen in den USA ist ein pensionierter Polizeichef in der Stadt St. Louis auf offener Straße erschossen worden. Das berichten mehrere Medien. Demnach wollte der 77-jährige David Dorns das Pfandhaus eines Bekannten vor Plünderern schützen, als die Schüsse fielen. Zeugen fanden ihn am Dienstagmorgen gegen 2.30 Uhr auf dem Bürgersteig vor dem Geschäft. Verdächtige konnten bislang noch nicht ermittelt werden. 

Dorn diente laut der Tageszeitung "USA Today" 38 Jahre als Polizist in St. Louis. Später wurde er Polizeichef in Moline Acres, einer Kleinstadt nördlich von St. Louis. Er hinterlässt fünf Kinder und zehn Enkelkinder. "Viele von uns schauten zu ihm auf", sagte der Polizeichef von St. Louis John Hayden. "Er war sehr beliebt. Und seine Frau arbeitet noch immer hier. Das ist eine sehr traurige Zeit für unsere Behörde."

Auch Präsident Donald Trump meldete sich auf Twitter zu Wort. "Unser höchster Respekt gegenüber der Familie von David Dorn", schrieb Trump. "Wir ehren unsere Polizisten, vielleicht mehr als je zuvor. Danke!"   

Nach friedlichen Protesten am Montagnachmittag hatte sich die Lage in St. Louis am Abend zugespitzt. Bei dem Versuch, Plünderungen und Vandalismus zu verhindern, waren vier Polizisten angeschossen worden. Die Verletzungen seien "nicht lebensbedrohlich", wie Hayden sagte. Mit Hilfe der Nationalgarde werde nun versucht, die Kontrolle über die Stadt wiederzuerlangen.

Seit mehreren Tagen erschüttern landesweite, teilweise gewaltsame Proteste die USA, die durch den Tod des Afroamerikaners George Floyd durch einen brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota ausgelöst wurden. Es handelt sich um die größten Unruhen in den USA seit den Ausschreitungen 1968 nach der Ermordung der schwarzen Bürgerrechtsikone Martin Luther King.

Quelle: ntv.de, jpe/AFP