Panorama

Trübes Wetter als guter Vorbote? Goldener Oktober lässt auf sich warten

136430564.jpg

Ab Mitte nächster Woche stehen neue Tiefs und neuer Regen an.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Oktober ist bislang deutlich zu grau. Während der Natur der viele Regen guttun dürfte, bleibt es für die Menschen auch in der zweiten Monatshälfte eher ungemütlich. Wann wieder mehr Sonne in Sicht ist und was das alles mit Weihnachten zu tun hat, verrät ntv-Meteorologe Björn Alexander.

ntv.de: Der Oktober 2020 war zuletzt nur selten golden. Wie sieht die Halbzeitbilanz aus?

Björn Alexander: Tatsächlich sind wir in Sachen Sonne zur Halbzeit gerade mal bei einem Drittel des Monatssolls. Es war also deutlich zu grau und gleichzeitig gab es ein kleines Aufatmen in puncto Regen. Zuletzt im Osten, zuvor auch mal im Westen, sodass wir derzeit deutschlandweit betrachtet schon über 60 Prozent des Oktober-Solls erreicht haben. Das entspricht rund 40 Litern pro Quadratmeter.

War es dabei eher zu warm oder eher zu kalt?

Gemessen am Gesamtmonat war der Oktober 2020 bislang zu warm. Jedoch wird der Überschuss in der nächsten Zeit weiter abgebaut. Erst nächste Woche Dienstag und Mittwoch erscheinen auch mal Spitzenwerte jenseits der 15 Grad auf unseren Wetterkarten.

Erscheint dort dann auch mal die Sonne?

Grundsätzlich gesehen gibt es am Wochenende und darüber hinaus regional wiederholt Chancen auf ein paar trockene und sonnigere Abschnitte. Allerdings sind das wirklich nur mal schönere Abschnitte. Ab Mitte der neuen Woche geht es aber wieder zurück ins alte Muster mit neuen Tiefs und neuem Regen. Erst gegen Ende der Woche sehen manche Wettercomputer einen Trend zu mehr Stabilität mit einem durchsetzungskräftigeren Hoch.

Gibt es eigentlich einen Zusammenhang zwischen dem Wetter im Oktober und dem Trend für den Winter? Zumindest sehen manche Bauernregeln da offensichtlich Wechselwirkungen: Wenn lind der Oktober war, folgt ein kalter Januar.

Die Bauernregeln gibt es natürlich. Aber es gibt auch durchaus Gegenbeispiele. Beispielsweise folgte im Jahr 2006 auf einen sehr milden Oktober (3,2 Grad überm langjährigen Mittel) der mildeste Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen mit 4,1 Grad überm Durchschnitt. Gleichzeitig tun sich aber durchaus Parallelen zum Jahr 2010 auf.

Welche sind das und warum ist das wichtig?

Im Jahr 2010 gab es die deutschlandweit letzte weiße Weihnacht. Diesem Ausnahme-Dezember (über vier Grad zu kalt und viel zu nass) ging damals ein leicht zu kalter und zu nasser Oktober voraus. Und zumindest zeigt der Blick in die experimentellen Langfristprognosen des Amerikanischen Wetterdienstes, dass der Dezember 2020 verbreitet durchschnittlich temperiert und nicht wie sonst so häufig viel zu warm ausfallen soll.

Was bedeutet das für uns?

Das lässt auf jeden Fall Luft für Träumereien auf Schnee zum Fest. Außerdem zeigen auch die längerfristigen Berechnungen des europäischen Wettermodells, dass es nach einem milden Beginn des Novembers 2020 zum Ende hin deutlich winterlicher werden könnte. Dazu passt übrigens auch, dass der Winter sich in nächster Zeit schon mal im Norden Europas ausbreiten wird. Also quasi direkt vor unserer Haustür.

Dann schauen wir doch mal auf den Trend für unser Wochenende: Wie wird es im Detail?

Im Süden gibt es am Samstag noch letzten Regen beziehungsweise letzte Flocken auf den Bergen. Ansonsten bleibt es zum Start ins Wochenende aber trocken und zeitweise sonnig. Lediglich in der Mitte, also rund um den Harz und die zentralen Mittelgebirge zeigen sich Nebel oder Hochnebel voraussichtlich ziemlich zäh. Dazu ist es frisch mit maximal 6 Grad an den Alpen und bis zu 12 Grad im teils sonnigen Nordwesten.

Und am Sonntag?

Ziehen im Norden ein paar Wolken mit Schauern durch, während es im übrigen Land meistens trocken weitergeht. Am meisten Sonne bekommt der Süden - zumindest abseits vom Nebel oder Hochnebel. Die Temperaturen steigen etwas an und bringen es auf 7 bis 13 Grad.

Was sagen die Wetterkarten in der nächsten Woche?

Montag im Norden weiter wechselhaft, nach Süden hin gibt es außerhalb vom Nebel deutlich mehr Chancen auf Sonne bei 8 bis 14 Grad. Am Dienstag kann sich dann der Norden mal über trockene und zum Teil aufgelockerte Abschnitte freuen. Dafür sind im Südwesten erste Schauer drin. Und die breiten sich am Mittwoch landesweit aus.

Bei welchen Temperaturen?

Da wir dann tendenziell auf der Vorderseite der Tiefs liegen, wird es schrittweise milder. Dienstag mit 10 bis 16, Mittwoch mit 11 bis 17 Grad.

Quelle: ntv.de, Björn Alexander