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Zynismus oder Straftat? Kleine "Maria" für 5000 Euro angeboten

"Maria, 40 Tage alt, für 5000 Euro zu verkaufen"- eine Anzeige bei Ebay-Kleinanzeigen macht fassungslos. Noch ist unklar, ob es sich dabei um einen makaberen Scherz handelt oder ob tatsächlich jemand ein Baby verkaufen wollte.

Im Kleinanzeigenportal von Ebay ist ein Baby zum Verkauf angeboten worden. Das erst 40 Tage alte Mädchen soll Maria heißen. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge verlangte der Verkäufer für das Neugeborene 5000 Euro. Die dazugehörigen Fotos zeigten einen Säugling mit dunklen Haaren. Ob es sich bei dem Inserat um einen makabren Scherz, eine Betrugsmasche oder ein ernsthaftes Angebot handelt, ist noch unklar.

Bereits kurz nachdem die Anzeige, die aus Duisburg stammen soll, am Mittwoch online erschienen war, meldeten sie viele Nutzer bei Ebay. Nach knapp 30 Minuten sei sie bereits wieder offline gegangen, so Pierre Du Bois, Pressesprecher des Anzeigenportals. "Wir haben umgehend reagiert, den Nutzer gesperrt und Strafanzeige erstattet. Abscheulichen Angeboten wie diesen bieten wir keinen Raum."

Ob das Inserat ernst zu nehmen sei, könne das Unternehmen nicht einschätzen, das müsse nun die Polizei klären, sagt Du Bois weiter. "Wir wollen unabhängig davon, dass der Urheber dieser geschmacklosen Anzeige mit den Konsequenzen seines Tuns konfrontiert wird." Deshalb habe man der Polizei alle vorliegenden Informationen übermittelt, um den Verfasser der Anzeige zu ermitteln. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung über den Fall berichtet.

Mädchen in Obhut genommen

Ersten Ermittlungen zufolge sei die Anzeige vom Internetanschluss der Eltern aufgegeben worden, der allerdings auch von anderen Familienmitgliedern genutzt werde, teilte die Polizei mit.

Bei der Familie handelt es sich demnach um Flüchtlinge, weitere Details zur Identität nannten die Ermittler nicht. Am Mittwochabend durchsuchten die Beamten nach eigenen Angaben deren Wohnung im Stadtteil Rheinhausen und beschlagnahmten Beweismaterial. Die Eltern wurden vernommen, das kleine Mädchen kam anschließend in die Obhut des Jugendamts.

Im März diesen Jahres deckte die Polizei in China einen unfassbaren Fall von Menschenhandel auf. Dort verkaufte ein junges Paar seine gerade auf die Welt gekommene Tochter für ein paar Tausend Euro an einen völlig Fremden. Der Vater, der den Deal einfädelte, wollte sich mit dem Geld ein neues iPhone und ein Motorrad kaufen.

Quelle: n-tv.de, dsi

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