Panorama

Bald wird es kalt Mit Zeitumstellung kommt Winterwetter

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In Dresden hat sich der Nebel schon breitgemacht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Zeitumstellung am Wochenende bringt die erste Polarluft. Ab Sonntag laufen Uhren und auch Thermometer im Wintermodus, nachts droht der erste Frost, tagsüber einstellige Temperaturen. Mütze und Schal werden wohl bald wieder öfter zu sehen sein.

n-tv.de: Ab Sonntag, wenn die Uhren um eine Stunde zurückgestellt werden, ist zumindest der Zeitstempel auf Winter eingestellt. Passt sich auch das Wetter an oder bleibt es schön mild? 

Björn Alexander: Mit der Zeitumstellung gibt es in diesem Jahr tatsächlich auch eine Umstellung der Wetterlage. Das heißt: Die Tiefdruckgebiete rücken immer näher und beenden das teils außergewöhnlich warme Wetter mit Temperaturen, die stellenweise nochmals im Sommerbereich jenseits der 25 Grad gelandet sind. Nächste Woche macht sich sogar Polarluft bei uns breit und gibt uns einen kalten Hauch vom Frühwinter.

Wie kalt wird es denn?

Nachts müssen wir uns immer häufiger auf Frost einstellen und tagsüber zeigen sich die Temperaturen überwiegend einstellig.

Mit Schnee? 

ntv-Meteorologe Björn Alexander

n-tv Meteorologe Björn Alexander

(Foto: ntv)

In den Lagen oberhalb von rund 1000 Metern ist es definitiv kalt genug. Darunter wird es noch schwierig. Denn - auch das muss man sagen - die Temperaturen pendeln sich insgesamt im Normalbereich für Ende Oktober und Anfang November ein. Es wird also nicht außergewöhnlich kalt, sondern das derzeitige Startniveau ist ziemlich hoch. Deshalb wird sich die Abkühlung schon ganz ordentlich anfühlen und die Winteraccessoires wie Schal und Mütze sowie Handschuhe dürften alsbald zur täglichen Ausstattung zählen.

Wie lange bleibt es kalt?

Nach jetzigem Stand könnte es nächste Woche Mittwoch vielleicht nochmals milder werden. Doch anschließend stehen die Zeichen weiterhin eher auf kühl bis kalt als auf mild. Und vielleicht könnten sich dann auch erste Flocken bis ins Flachland verirren.

Was macht eigentlich die Trockenheit in unseren Böden? Hat sich die Lage entspannt?

Im Oberboden definitiv. Hier haben der nasse September sowie die rund 80 Liter pro Quadratmeter, die der Oktober bisher im deutschlandweiten Durchschnitt gebracht hat, sehr positiv bemerkbar gemacht. In den tieferen Bodenschichten braucht es bis zur Normalität noch einige Liter. Aber ein Anfang ist definitiv gemacht, so dass wir im Laufe des Spätherbstes und des Winters durchaus mit einer kompletten Normalisierung rechnen können.

Andernorts in Europa ist das Regensoll inzwischen sicherlich mehr als voll. Zumindest ist die Lage am Mittelmeer in letzter Zeit immer wieder brisant. Wie geht es dort weiter?

Derzeit ist die Unwettergefahr von Sizilien bis herauf in die Südalpen am größten. Hier drohen Starkregen mit der Gefahr von Überflutungen und Erdrutschen, Hagel sowie Sturmböen. Auch einzelne Tornados sind weiterhin nicht auszuschließen. Im Anschluss wird sich die Unwetterlage aber Schritt für Schritt entspannen. Zumindest vorerst.

Warum vorerst?

Weil der Mittelmeerraum zu den subtropischen Winterregengebieten gehört. Und damit sind derartige Niederschlagsereignisse in Herbst und Winter unter Tiefdruckeinfluss normal und können sich dementsprechend jederzeit wiederholen.

Besserung am Mittelmeer - Verschlechterung bei uns. Welche Aussichten gibt es zum Wochenende?

Der Samstag wird definitiv ein Tag zum Genießen. Der "Goldene Oktober" läuft zum großen Finale auf und bringt uns nach Nebel oft viel Sonne. Lediglich der Norden zeigt sich wolkiger mit einem kräftigen Wind mit Sturmböen an der See. Dazu bleibt es mild bei 14 Grad an der See und 22 Grad im Alpenvorland.

Und am Sonntag?

Ist es im Süden abseits vom Nebel und Hochnebel weiterhin sonnig bei bis zu 21 Grad. In der Mitte und im Norden wird es wechselhaft mit Schauern, windig und kühler bei knapp 10 bis 15 Grad. 

Wie beginnt die nächste Woche?

Überall durchwachsen bis nass. Denn auch im Süden ist dann das schöne Wetter vorbei. Die milde Luft ist ebenfalls weg bei Höchstwerten zwischen 8 und 15 Grad. Die Mittelgebirge sind somit schon einstellig kühl. Am Dienstag wird es nochmals kühler. In den Tieflagen der Westhälfte sind die Werte zwar noch zweistellig bei bis zu zwölf Grad. Im Bergland und in der Osthälfte sind es hingegen meistens nur noch fünf bis neun Grad. Dabei ist es im Süden überwiegend grau und regnerisch und auf den höheren Bergen mischen sich Schneeflocken unter. Ansonsten gibt es mehr Chancen auf freundliche Abschnitte. Jedoch sind die Auflockerungen in den Nächten auch zunehmend verantwortlich dafür, dass sich Frost und Bodenfrost häufen.

Und anschließend?

Am Mittwoch könnte es nochmals etwas milder werden, bevor es - nach heutigem Stand - wieder kühler weitergeht. Wettertechnisch bleibt es hierbei recht durchwachsen.

Quelle: ntv.de