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Das Foto des Anstoßes: Der Präsidentenkonvoi passiert Briskman.
Das Foto des Anstoßes: Der Präsidentenkonvoi passiert Briskman.(Foto: Twitter/@julibriskman/@b_smialowsky/@AFP)
Dienstag, 07. November 2017

Zeichen an Trump-Konvoi: Mittelfinger-Geste kostet Radlerin den Job

Die 50-jährige Juli Briskman macht eine Fahrradtour, als die Wagenkolonne von US-Präsident Donald Trump an ihr vorüberfährt. Die Demokratin ist nicht gut auf Trump zu sprechen und zeigt das mit einer deutlichen Geste. Dafür feuert sie ihr Arbeitgeber.

Ein gegen US-Präsident Donald Trump erhobener Mittelfinger hat eine US-Bürgerin den Job gekostet. Nachdem sie das Bild eines AFP-Fotografen von ihrer Geste im Internet geteilt hatte, sei sie entlassen worden, sagte die 50-jährige Juli Briskman der "HuffPost".

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Vergangene Woche hatte die radfahrende Briskman der Autokolonne des Präsidenten den Stinkefinger gezeigt, als diese an ihr vorbeifuhr. "Er fuhr vorbei und das hat mich auf 180 gebracht", schilderte sie. Briskman war an jenem Samstag auf einer Fahrradtour. "Ich hab gedacht: Der ist schon wieder auf dem verdammten Golfplatz", erzählte die Demokratin Briskman, die in der Nähe von Trumps Golfclub am Potomac-Fluss rund 40 Kilometer nordwestlich des Weißen Hauses wohnt.

Öffentlich wurde ihre Geste durch den AFP-Fotografen Brendan Smialowski, der den Präsidenten begleitete und den Moment festhielt. Bei Fahrten mit der Präsidenten-Kolonne halte er seine Kamera immer bereit, denn "man weiß nie, was passiert", erklärte Smialowski seinen Schnappschuss. Immer wieder höben Menschen den Daumen oder zeigten den Mittelfinger, wenn der Präsident vorbeifahre.

Verstoß gegen die Social-Media-Politik

Auf dem Foto ist Briskman von hinten auf dem Fahrrad zu sehen und eigentlich nicht zu erkennen - nachdem sie selbst das vielfach in Internet und Fernsehen gezeigte Foto entdeckt hatte, machte sie es allerdings zu ihrem Profilbild auf Facebook und Twitter.

Drei Tage später wurde die alleinerziehende Mutter zweier Kinder gefeuert, wie sie der "HuffPost" sagte. Bislang hatte sie bei einem Bauunternehmen gearbeitet, das auch für die US-Regierung und das US-Militär tätig ist. Zwar ist nicht bekannt, ob der Präsident selbst das Foto gesehen hat; ihr Arbeitgeber habe ihre Geste jedoch als "obszön" eingestuft, sagte Briskman, und ihr einen Verstoß gegen die Social-Media-Politik des Unternehmens vorgeworfen.

Sie betonte in dem Gespräch, dass das Foto nicht während ihrer Arbeitszeit entstanden sei. Das sei jedoch nicht von Belang gewesen. Brsikman kritisierte, dass ein männlicher Kollege seinen Job behalten habe, nachdem er unliebsame Kommentare auf seiner Facebook-Seite gepostet hatte. Auch er war eindeutig als Angestellter des Unternehmens identifiziert worden. Trotzdem bereue sie die Geste nicht. "In gewisser Weise geht es mir besser als zuvor. Ich bin wütend darüber, wo unser Land gerade ist. Ich bin entsetzt", sagte sie. "Das war eine Gelegenheit für mich, etwas zu sagen."

Quelle: n-tv.de

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