Panorama
Die Staatsanwaltschaft ermittelt in der Sache.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt in der Sache.(Foto: picture alliance / dpa)
Samstag, 21. Juli 2012

Baby verdurstet: Mutter starb an Drogenmix

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Die junge Mutter, die vor knapp fünf Wochen in Leipzig tot in ihrer Wohnung aufgefunden wurde, starb an einem Mix aus Heroin und Kokain. Neben der 26-Jährigen war auch die Leiche ihres verdursteten Kindes gefunden worden. Die Großmutter der Frau macht jetzt den Sozialdienst der Stadt für den Tod ihrer Enkelin verantwortlich.

Vor der Wohnung der Frau.
Vor der Wohnung der Frau.(Foto: dapd)

Eine 26-Jährige, die mit ihrem zwei Jahre alten Sohn tot in ihrer Wohnung in Leipzig gefunden wurde, ist an einem Drogen-Mix gestorben. Ihr Sohn verdurstete etwa zwei bis drei Tage nach dem Tod der Mutter. Laut der "Leipziger Volkszeitung" liegt knapp fünf Wochen nach dem Fund das Ergebnis der Obduktion vor. Demnach starb die Frau an der Mischung von Heroin und Kokain, die in der Szene als "hot and cold" bekannt sei.

Die Mutter war den Behörden schon lange als Drogensüchtige bekannt. Sie und ihr Sohn wurden vom Allgemeinen Sozialdienst der Stadt betreut. Den letzten persönlichen Kontakt gab es Amtsleiter Siegfried Haller zufolge am 10. April 2012. Die Frau wollte damals mit ihrem neuen Lebensgefährten die Stadt verlassen.

Prekär sei, dass nach bisherigem Kenntnisstand genau an diesem Punkt das neue Kinderschutzgesetz nicht gegriffen habe, sagte die Bundesgeschäftsführerin des Deutschen Kinderschutzbundes, Paula Honkanen-Schoberth. Das seit Januar gültige Gesetz regele eindeutig, wie in Risikofällen wie dem Leipziger eine lückenlose und kontinuierliche Betreuung gewährleistet werden muss. Zieht jemand um, müssten nicht nur die entsprechenden Unterlagen weitergereicht werden, auch ein persönliches Gespräch ist dann vorgesehen. Hier habe das Jugendamt möglicherweise versagt.

Die Großmutter der Frau hatte Strafanzeige wegen Totschlags durch Unterlassen gestellt. Die Staatsanwaltschaft führt ein Ermittlungsverfahren gegen drei Mitarbeiter der Leipziger Stadtverwaltung, darunter Oberbürgermeister Burkhard Jung.

Zudem wurde bekannt, dass der Tod des Kindes möglicherweise hätte verhindert werden können. Nachbarn hörten die Schreie des Kleinen, doch niemand informierte die Polizei - weil der Junge in den vergangenen Monaten immer wieder geschrien habe, berichtete die Polizei.

Quelle: n-tv.de