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Vorteile für Familienmitglieder? NDR-Direktorin zieht sich nach Vorwürfen zurück

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(Foto: dpa)

Beim ARD-Sender NDR gibt es Vorwürfe gegen die Landesfunkhauschefin in Hamburg. Familienmitglieder von Sabine Rossbach sollen Vorteile durch den Sender genossen haben. Auch wenn die Vorwürfe noch nicht geklärt sind, folgen bereits personelle Konsequenzen.

Wegen noch nicht aufgeklärter Vorwürfe lässt die Landesfunkhausdirektorin des Norddeutschen Rundfunks (NDR) in Hamburg, Sabine Rossbach, vorerst ihre Tätigkeit ruhen. Das teilte der öffentlich-rechtliche Sender in Hamburg mit. Ilka Steinhausen werde die kommissarische Leitung übernehmen. Damit liege ab sofort auch die journalistische Verantwortung für alle Programme in ihrer Hand.

"Sabine Rossbach wird in den kommenden Wochen ihre Arbeit im Landesfunkhaus Hamburg ruhen lassen, bis die Prüfergebnisse über die im Raum stehenden Vorwürfe vorliegen. Sie hat zudem angekündigt, nicht dauerhaft auf ihre Position zurückzukehren", teilte der Sender mit. Das unabhängige Kontrollgremium Landesrundfunkrat Hamburg will zudem in einer Sondersitzung zusammenkommen. Man nehme die Vorwürfe sehr ernst, hatte Gremiumschef Thomas Kärst erklärt. Geplant war bislang der nächste Mittwoch für die Sondersitzung.

Hintergrund ist ein Bericht des "Business Insider", der die Frage aufwarf, ob die Landesfunkhausdirektorin Sabine Rossbach ihren Job dafür genutzt haben könnte, Familienmitgliedern Vorteile zu verschaffen. Rossbachs ältere Tochter soll Kunden ihrer PR-Agentur in mehreren NDR-Sendungen platziert haben. Die NDR-Direktorin habe Redaktionen im Vorfeld regelmäßig um eine Berichterstattung zu den Kunden gebeten.

Rossbach und Sender hatten dies in Statements zurückgewiesen. Entweder sei sie nicht beteiligt gewesen oder habe keinen Einfluss genommen und damit auch nicht gegen journalistische Standards verstoßen. Zugleich machte der NDR bekannt, dass ein Aspekt Gegenstand einer Prüfung durch die Anti-Korruptionsbeauftragte des NDR sei.

Die ARD-Sendeanstalten hatten in den vergangenen Monaten mit Skandalen zu kämpfen. RBB-Intendantin Patricia Schlesinger war wegen Vorwürfen des Filzes und der Vetternwirtschaft fristlos entlassen worden. Sie wies die Vorwürfe zurück. Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt, es gilt bis zur Aufklärung die Unschuldsvermutung. Es gibt auch Kritik an der verbliebenen RBB-Geschäftsleitung. Daher kam die Idee einer Interims-Lösung auf, WDR-Managerin Katrin Vernau übernahm den Posten Schlesingers vor wenigen Tagen.

Quelle: ntv.de, mba/dpa

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