Panorama

Schafskälte und endlich Regen Nach Abkühlung kommt der Sommer zurück

Die sogenannte Schafskälte kommt in diesem Jahr recht früh: Zum Wochenende wird es kühler, teils gewittrig, und es kommt der vielerorts heiß ersehnte Regen. Doch schon in den ersten Tagen der kommenden Woche geht es mit den Temperaturen wieder nach oben.

Die sogenannte Schafskälte kommt in diesem Jahr recht früh: Zum Wochenende wird es kühler, teils gewittrig, und es kommt der vielerorts heiß ersehnte Regen. Doch schon in den ersten Tagen der kommenden Woche geht es mit den Temperaturen wieder nach oben.

ntv.de: Erst Sommertemperaturen, jetzt heftige Gewitter, und das Wochenende soll ganz schön kalt werden. Wie kalt wird es denn? Und ist das schon die sogenannte Schafskälte?

Björn Alexander: Das Wochenende bringt uns nur noch selten Temperaturen von 20 Grad oder etwas darüber. Insofern ist es definitiv eine massive Abkühlung gegenüber den bis zu 30 Grad der letzten Tage. Gleichzeitig deutet sich ab Mitte der kommenden Woche ein Sommer-Comeback an, was wiederum der Schafskälte ziemlich gut entspricht.

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Der Regen kommt, den Bauern freut's.

(Foto: imago images/Jan Eifert)

Warum?

Die sagt nämlich eigentlich nicht mehr aus, als dass es irgendwann im Juni relativ häufig eine kühlere und wechselhafte Phase gibt beziehungsweise gegeben hat. Dementsprechend ist auch der Zeitraum dieser meteorologischen Singularität relativ breit gesteckt.

Wie breit denn?

Statistisch gesehen trifft die Abkühlung mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 80 Prozent zwischen dem 4. und dem 25. Juni auf. Das entspricht also im Prinzip dem ganzen Juni. Eine relative Häufung ergibt sich allerdings für den Bereich um den 10. bis 12. Juni. Alles in allem sind wir somit in diesem Jahr eher früh dran.

Bisher waren die vergangenen Wochen und sogar Monate eine Katastrophe in Sachen Regen. Oft war es ja viel zu trocken. Wie sieht es denn mit dem Regen in den nächsten Tagen aus: Bringt uns die Schafskälte eine Linderung?

Eine Linderung ist auf jeden Fall in Sicht, auch wenn die Verteilung nach wie vor ziemlich ungerecht ausfällt. Vom Tropfen auf den heißen Stein bis hin zum Monatsniederschlag ist alles mit dabei.

Der n-tv Wetterexperte Björn Alexander

ntv Meteorologe Björn Alexander

Lässt sich das räumlich aufteilen?

Am nassesten wird es in Richtung Alpen, Schwarzwald und im Bereich der Mittelgebirge sowie ganz im Norden. Hier sind beispielsweise nach dem Europäischen Wettermodell bis nächste Woche Mittwoch gerne mal 35 bis 70 Liter pro Quadratmeter drin. Noch regenreicher ist es Richtung Alpenrand mit bis zu über 100 Liter auf jeden Quadratmeter. Ansonsten sind es häufig zwischen 10 und 30 Liter. Lediglich im Bereich südliches Brandenburg sieht es mit rund 5 bis 10 Liter ziemlich mau aus. Wesentlich heftiger fallen übrigens die Niederschläge in Norditalien, Osttirol, Kärnten und in der Südschweiz aus. Hier sind in den kommenden Tagen 100 bis 200 Liter drin.

Bei so viel Regen: Was sagen die Wettercomputer denn für den gesamten Juni aus? Wird der etwa nasser als normal?

Die experimentellen Langfristprognosen des Amerikanischen Wetterdienstes gehen derzeit davon aus, dass der Juni in den meisten Landesteilen eher normal oder sogar etwas zu nass ausfallen soll, und dass sich die zu trockenen Bereiche dementsprechend in Grenzen halten sollen. Und auch bei den Temperaturen zeigen die aktuellen Monatsvorhersagen nach wie vor ein sehr entspanntes, weil durchschnittlich temperiertes Bild. Die ganz große Hitze könnte uns somit im Juni erspart bleiben.

Dann schauen wir doch mal die Einzelheiten bis zum Sommer-Comeback in der nächsten Woche: Wie wird der Samstag?

Ziemlich durchwachsen mit häufigen Schauern, die besonders im Norden auch von Blitz und Donner begleitet sind. Dazu weht ein kräftiger, teils auch stürmischer Westwind, der die Tageshöchstwerte ziemlich weit unten hält. Bei 14 bis 20 Grad ist nämlich Schluss, was wiederum etwa drei bis sechs Grad unterm jahreszeitlichen Durchschnitt liegt.

Gibt es auch wieder Frost in den Nächten?

Ohne Wind wäre der sicherlich gut denkbar. Allerdings sorgt die turbulente Atmosphäre dafür, dass es nicht so extrem auskühlen kann wie zum Beispiel bei den Eisheiligen im Mai.

Und wie zeigt sich der Sonntag?

Vor allem entlang der breiten Landesmitte wird es sonniger, und Schauer sind dort kaum noch unterwegs. Wechselhafter zeigt sich derweil der Norden. Ganz im Süden überwiegen sogar die Wolken. Die Temperaturen bleiben in einer ähnlichen Spanne wie am Samstag mit 14 bis 21 Grad.

Was bringt uns die nächste Woche?

Zu Beginn direkt mal ein neues Tief und weitere Schauer bei 13 bis 20 Grad. Anschließend geht es aber schrittweise aufwärts. Am Dienstag bei 17 bis 22, am Mittwoch bei 18 bis 23 Grad. Der Donnerstag hat dann zum Teil sogar wieder Sommerpotenzial bei 19 bis 26 Grad. Dabei ist es zunächst noch wechselhaft, bevor die zweite Wochenhälfte wahrscheinlich beständiger und schöner wird.

Quelle: ntv.de