Panorama

Containertanker auf Riff gelaufen Neuseeland droht Ölpest

Vor der Küste Neuseelands kämpfen Experten gegen eine drohende Ölpest. Nach der Kollision mit einem Riff tritt aus einem 32 Jahre alten Frachter Öl aus - einige Vögel sind bereits verendet. Der WWF dringt auf das längst überfällige Verbot von Schwerölen in der Schifffahrt.

Die Umweltorganisation WWF hat nach der Havarie eines Containerschiffes vor Neuseeland ein Verbot von Schwerölen in der Schifffahrt gefordert. WWF-Pressesprecher Jörn Ehlers sagte bei n-tv: "Schweröl muss eigentlich verboten werden. Es ist ein Schiffstreibstoff, der immer noch genutzt wird, der aber besonders schwierig, eine besonders zähe Masse und besonders giftig ist. Hier muss man ansetzen."

DAB1090-20111006.jpg2306864286335977590.jpg

Die "Rena" hat schwere Schlagseite.

(Foto: AP)

Die neuseeländische Regierung befürchtet, dass der Frachter, der auf ein Riff aufgelaufen ist, auseinanderbricht und große Mengen Öl in den Ozean strömen. Das Schiffsunglück könnte zur schlimmsten Meeres-Umweltkatastrophe des Landes seit Jahrzehnten werden, sagte Umweltminister Nick Smith.

Schon jetzt seien mehrere Tonnen Schweröl ins Meer gelangt, erklärte Verkehrsminister Steven Joyce. Mehrere ölverschmierte Vögel, darunter auch ein Pinguin, sind bereits gefunden worden.

Kaum zu retten

Ehlers betonte in diesem Zusammenhang, wenn das Öl erst einmal im Wasser sei, "kann man eigentlich nicht mehr viel machen." Der Einsatz von Chemikalien zur Auflösung des Öls sei beispielsweise sehr umstritten, "weil diese Chemikalien eben auch giftig sind". Auch mechanische Sperren könne man nur einsetzen, solange das Wetter gut ist. Die Wettervorhersage sei aber nicht besonders. Weil das Schiff küstennah verunglückt sei, könne sich der Ölteppich wahrscheinlich nicht über hunderte von Kilometern ausbreiten. Allerdings drohe das Öl an Land größere Schäden anzurichten.

Es wird befürchtet, dass das Öl wegen eines Risses in einem der Treibstofftanks des Schiffes ausgetreten sein könnte. Am Donnerstag hieß es zunächst offiziell, bislang ausgelaufenes Öl stamme aus beschädigten Leitungen, die Tanks seien noch intakt. In den Tanks befinden sich schätzungsweise 1500 Tonnen Schweröl. Es sei unvermeidlich, dass Öl auch an die Küste gelange, teilte die staatliche Schifffahrts- und Meeresschutzbehörde (MNZ) mit.

Containerschiff havariert und leckgeschlagen. Zwei Laderäume wurden überflutet. Der 32 Jahre alte Frachter aus Liberia hat eine Schlagseite von etwa 14 Grad.

Quelle: n-tv.de, dpa

Mehr zum Thema