Panorama

Massenvergiftung in Russland Region tauscht Alkohol gegen Lebensmittel

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Ermittler haben ein Lager und eine Produktionsstätte entdeckt. Wie viele Flaschen schon im Umlauf sind, ist unklar.

(Foto: dpa)

In der russischen Region Orenburg werden seit Tagen Menschen mit schwersten Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus gebracht. Inzwischen gibt es schon über 30 Tote. Sie alle hatten zuvor mit Methanol versetzten Schnaps getrunken. Mit einer Tauschaktion will die Regierung potenzielle Konsumenten erreichen.

Nach Dutzenden Todesfällen durch den Konsum von gepanschtem Schnaps hat die zentralrussische Region Orenburg eine "Alkohol gegen Lebensmittel"-Tauschaktion gestartet. Käufer von "alkoholischen Getränken zweifelhafter Qualität" könnten diese in Supermärkten gegen Lebensmittel im Wert des mehrfachen Kaufpreises eintauschen, berichtete die Nachrichtenagentur Tass.

In den vergangenen Tagen waren 67 Menschen nach dem Konsum von gepanschtem Schnaps schwer erkrankt, einige mussten nach Behördenangaben an Herz-Lungen-Maschinen angeschlossen werden. 34 von ihnen starben. Untersuchungen zeigten laut Tass, dass die Menschen mit hochgiftigem Methanol versetzten Schnaps getrunken hatten. In einigen Fällen hatten Opfer das Drei- bis Fünffache einer tödlichen Methanoldosis im Blut.

Über 1200 Flaschen beschlagnahmt

Nach Angaben der Regionalregierung wurden bislang neun Menschen festgenommen. Ihnen wird unerlaubte Herstellung und illegaler Handel mit verbotenem Alkohol vorgeworfen. Gouverneur Denis Pasler hatte großflächige Kontrollen von Verkaufsstellen in der Umgebung angekündigt, um den gepanschten Alkohol aus dem Verkehr zu ziehen. "Bis zum Abschluss der Ergebnisse kann Alkoholkonsum lebensgefährlich sein", warnte er. Mehr als 1200 Glas- und Plastikflaschen wurden bereits beschlagnahmt. Das zentrale Ermittlungskomitee in Moskau teilte am Samstag mit, dass auch elf große Fässer sichergestellt worden seien. Demnach wurden Hunderte Liter der Flüssigkeit gefunden, die nun untersucht werden müssten.

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Die mutmaßlichen Täter sollen die Getränke vor allem in der Großstadt Orsk in der Region Orenburg, aber auch in anderen Orten verkauft haben. Da unklar ist, wie viele Flaschen mit potenziell tödlichem Inhalt in Umlauf sind, legte die Regionalregierung das Tauschprogramm auf.

Wodka und anderer Alkohol dürfen in Russland nur mit offiziellen Kennnummern verkauft werden. Bei Verstößen drohen hohe Strafen. Trotzdem kommt es immer wieder zu schweren Alkoholvergiftungen besonders in der Provinz, weil dort Getränke bisweilen aus billigem, aber lebensgefährlichem Industriealkohol hergestellt werden

Quelle: ntv.de, ino/AFP/dpa

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