Panorama

Betreiber sagt Hilfszahlung zu Retter bergen Leiche des letzten Vermissten

Nach dem Einsturz der Morandi-Brücke in Genua gelten bis zu 20 Menschen als verschollen. Jetzt ziehen Retter wohl den letzten Vermissten aus den Trümmern. Derweil stellt der Autobahnbetreiber 500 Millionen Euro für den Wiederaufbau zur Verfügung.

Rettungskräfte in Genua haben Medienberichten zufolge die Leiche des letzten Vermissten geborgen. Feuerwehrleute zogen den Mann aus den Trümmern der eingestürzten Morandi-Brücke, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Der Zivilschutz bestätigte den Fund zunächst nicht, gab aber an, die Präfektur in Genua bereite eine Stellungnahme vor. Nachdem ein weiterer verletzter Mann im Krankenhaus gestorben ist, erhöht sich die inoffizielle Zahl der Todesopfer auf 43. 40 davon sind offiziell bestätigt, drei Leichen müssen über forensische Untersuchungen zunächst identifiziert werden.

Inzwischen hat der Betreiber der Betreiber Autostrade per l'Italia 500 Millionen Euro für den Wiederaufbau der Autobahnbrücke sowie für Hilfszahlungen an die Stadt Genua zugesagt. Ab Montag stehe eine halbe Milliarde Euro bereit, sagte Unternehmenschef Giovanni Castelluccio bei einer Pressekonferenz.

Erst am Samstagmorgen hatte Ansa von dem Fund dreier weiterer Leichen berichtet. Dabei handle es sich um ein 9-jähriges Mädchen und seine Eltern. Die drei seien am Dienstag mit dem Auto auf der Morandi-Brücke unterwegs gewesen, als die Straße unter ihnen nachgab.

Während eines Unwetters war ein etwa 180 Meter langer Abschnitt des wichtigen Polcevera-Viadukts in der norditalienischen Hafenstadt in die Tiefe gestürzt und hatte zahlreiche Fahrzeuge mitgerissen. Experten vermuten, dass der Einsturz durch den Riss eines Tragseils verursacht worden sein könnte.

Die Behörden hatten am Donnerstag zunächst gemeldet, dass noch 10 bis 20 Menschen vermisst würden. Am Freitag fiel die Zahl auf fünf, nachdem sich weitere Vermisste bei der Not-Hotline oder bei Verwandten gemeldet hatten. Auch ein vermisster deutscher Tourist meldete sich nach italienischen Medienberichten, um zu sagen, dass es ihm gut gehe. Der Samstag wurde zum nationalen Trauertag erklärt. Am späten Vormittag fand eine Trauerfeier für die Todesopfer statt.

Quelle: n-tv.de, jki/dpa

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