Panorama

Steinschlag in 1000 Metern Tiefe Retter erreichen verletzten Höhlenforscher

Bei einer Durchquerung der tief in der Erde liegenden Riesending-Schachthöhle wird ein 52-jähriger Höhlenforscher von Feldbrocken schwer verletzt. Retter suchen einen Weg, den nicht transportfähigen Mann irgendwie dort herauszuholen.

Gefangen in rund 1000 Meter Tiefe wartet ein schwerverletzter Höhlenforscher in den bayerischen Alpen bei Berchtesgaden auf seine Rettung. Helfer haben den in der Riesending-Schachthöhle eingeschlossenen Mann am Vormittag zum ersten Mal erreicht. Nach Polizeiangaben gibt es bei der Rettung jedoch Probleme, da der Mann im Moment nicht transportfähig sei.

Der Höhlenforscher war am Sonntag mit zwei Begleitern in rund 1000 Metern Tiefe in der tiefsten und längsten Höhle Deutschlands unterwegs gewesen, als es plötzlich zu einem Steinschlag kam. Dabei wurde er schwer verletzt, er konnte die Höhle nicht mehr aus eigener Kraft verlassen. Einer der Begleiter war daraufhin zurückgeklettert, um Alarm zu schlagen, der andere war bei dem Verletzten geblieben. An der Rettungsaktion sind rund 200 Helfer beteiligt. Laut Bergwacht ist der Rettungseinsatz äußerst schwierig und kann nur von Experten auf dem Gebiet der Höhlenrettung bewältigt werden.

Rettungsteam hat schwierigen Weg

Bei dem schwer verletzten Mann handelt es sich nach Angaben eines Kollegen um einen Höhlenforscher aus dem Raum Stuttgart. "Wir wissen noch nicht, wie sein Zustand genau ist", sagte der Einsatzleiter der Höhlenrettung Baden-Württemberg, Matthias Leyk. Der 52-Jährige ist demnach ein Mitentdecker der Riesending-Schachthöhle. Leyk kennt den sehr erfahrenen Höhlenforscher persönlich.

Zum Verletzten unterwegs sei eine Gruppe, darunter ein Arzt sowie ein Experte, der ein drahtgebundenes Telefon verlegen soll, sagte er. "Dazu muss das Kabel an der Wand befestigt werden, weil die Höhle so kompliziert aufgebaut ist." Sie besteht aus Monsterschächten, großen Hallen, engen Röhren und Seen, die überwunden werden müssen.

Die Riesending-Schachthöhle ist die tiefste und längste Höhle Deutschlands. Das gigantische Gangsystem umfasst eine Länge von 19,2 Kilometern und ist 1148 Meter tief. Der Eingangsschacht war im Rahmen einer Plateau-Vermessung bereits im Jahr 1995 entdeckt worden, blieb jedoch im Schatten anderer Projekte bis 2002 nahezu unbeachtet.

Quelle: ntv.de, nsc/dpa