Panorama

Suche nach Mörder der Forscherin Soko Kreta sieht Hinweise auf Vergewaltigung

imago81546844h.jpg

Die Leiche der gebürtigen US-Amerikanerin Suzanne Eaton war in einer Grotte gefunden worden.

(Foto: imago/Hans Blossey)

Die griechische Polizei sucht intensiv nach dem Mörder der Dresdner Wissenschaftlerin, die in einer Höhle auf Kreta tot gefunden worden ist. Gerichtsmediziner meinen, dass die Frau erstickt wurde. Es soll auch Hinweise auf eine Vergewaltigung geben.

Nach dem Tod einer Forscherin des Dresdner Max-Planck-Instituts auf Kreta gibt es Hinweise auf ein Gewaltverbrechen. "Das war ein Verbrechen, Tod durch Ersticken", hieß es von Seiten der griechischen Polizei. Lokalen Medienberichten zufolge fanden zwei Gerichtsmediziner Hinweise darauf, dass Nase und Mund der US-Wissenschaftlerin zugehalten wurden. Ob dies zu ihrem Tod geführt habe, sei aber unklar. Auch ein Sexualdelikt schließt die griechische Polizei nicht aus. Lokale Medien berichten von Verstümmelungen an der Leiche.

Die Leiche der 59-jährigen Suzanne Eaton war am Montagabend in einem verlassenen Höhlensystem nahe der Stadt Chania gefunden worden. Der Höhlenkomplex wurde im Zweiten Weltkrieg von deutschen Soldaten als Bunker genutzt. Die Wissenschaftlerin, die auch als Professorin am Biotechnologiezentrum der Technischen Universität Dresden arbeitete, war zuletzt am 2. Juli auf einer Konferenz in Chania gesehen worden.

Das Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden, wo die Biologin eine Forschungsgruppe geleitet hatte, bestätigte, die Polizei auf Kreta habe Mordermittlungen eingeleitet. Den Angehörigen des Opfers sprachen das Institut und seine Mitarbeiter ihr Beileid aus. "Wir werden uns für immer an die außergewöhnliche Wissenschaftlerin erinnern, die so fürsorglich und hingebungsvoll zu ihrer Familie und ihren Freunden war", hieß es in einer Mitteilung. "Wir können diese schockierende und schreckliche Tragödie immer noch nicht begreifen."

Sonderkommission verfolgt DNA-Spuren und GPS-Daten

Die Mordermittler auf Kreta richteten eine Sonderkommission ein, die zahlreiche Spuren verfolgt. Was die Spurensicherung bisher ergeben hat, berichten verschiedene griechische Medien unter Berufung auf die Polizei und die Gerichtsmedizin.

Danach startete Eaton am Nachmittag des 2. Juli vom Ort ihrer Fachtagung zu einem Jogginglauf. Wahrscheinlich hätte es nur ein kurzer Lauf werden sollen, denn am Abend stand der nächste Termin an. Der Täter müsse sich in der Nähe aufgehalten haben, vermuten die Ermittler. Möglicherweise habe er die Forscherin schon zuvor beobachtet. Auch ein zweiter Täter wird nicht ausgeschlossen.

Entlang der Laufstrecke müsse der Überfall stattgefunden haben. Das Motiv ist allerdings noch unklar. Einen Raub schließt die Polizei aus, denn Eaton hatte keine Wertgegenstände bei sich. Daher geht die Polizei auch dem Verdacht auf ein Sexualverbrechen als Motiv nach. Der mutmaßliche Mord wurde noch am selben Tag verübt, folgern Gerichtsmediziner nach der Obduktion. Todesursache war möglicherweise Ersticken, doch die Leiche habe auch Verstümmelungen durch Messerstiche und Schnitte aufgewiesen. Griechische Medien berichten von einem abgeschnittenen Ohr.

Die Leiche war zum Zeitpunkt des Fundes eine Woche nach der Tat bereits teilweise verwest. Ob die Frau vergewaltigt wurde, müssen weitere forensische Untersuchungen klären. Medien berichten jedoch, es sei eine fremde DNA gefunden worden. Die gewonnenen Genspuren habe die griechische Polizei bereits mit der DNA von Straftätern aus der Region abgeglichen. Laut den Berichten mussten die Verdächtigen erklären, wo sie zur Tatzeit waren und ihre Schuhe für den Vergleich mit Fußspuren abgeben. Nun ermitteln die Beamten die GPS-Daten eines Handys, das zur Tatzeit in der Nähe des Höhlen-Schachts eingeloggt gewesen sei.

Quelle: n-tv.de, mau/AFP

Mehr zum Thema