Panorama

Mehr als 200 Menschen sterben Starkes Erdbeben erschüttert Pakistan

Nur wenige Monate nach dem verheerenden Erdstoß im April erschüttert erneut ein Beben der Stärke 7,6 bis 7,7 die Katastrophenprovinz Belutschistan - diesmal allerdings auf pakistanischer Seite. Die Behörden müssen die Opferzahlen fast im Minutentakt anpassen.

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Eine Karte des amerikanischen Geoforschungszentrums USGS zeigt das Epizentrum des Bebens.

(Foto: dpa)

Ein starkes Erdbeben in Pakistans dünn besiedelter Provinz Belutschistan hat mindestens 200 Menschen das Leben gekostet. Wie ein Regierungsvertreter sagte, wurden 350 Menschen verletzt. Die Rettungsarbeiten würden durch unterbrochene Straßenverbindungen erschwert. Am Dienstagabend war von mindestens 80 Toten die Rede gewesen.

Das Beben habe eine Stärke von 7,6 auf der Richterskala gehabt, teilte das Geoforschungszentrum (GFZ) Potsdam mit. Nach Angaben der pakistanischen Behörden betrug die Stärke sogar 7,7. Der Leiter der pakistanischen Erdbebenwarte, Zahid Rafi, sagte dem Sender GEO, es habe sich um ein "starkes" Beben gehandelt. Es sei mit Nachbeben zu rechnen. Viele Häuser waren durch das Beben eingestürzt.

Der Erdstoß war so gewaltig, dass er etwa 600 Meter vor der Küste eine neue Insel entstehen ließ. Selbst in der mehrere Hundert Kilometer entfernten indischen Hauptstadt Neu-Delhi ließ das Beben die Erde erzittern und Gebäude schwanken. In der indischen Stadt Ahmedabad, die nahe der Grenze zu Pakistan liegt, flohen Menschen aus ihren Häusern.

"Es war schrecklich"

In der südpakistanischen Hafenstadt Karatschi trieb das Beben die Menschen aus den Büros auf die Straße. "Mein Arbeitstisch hat gewackelt, und ich bin spontan rausgerannt", sagte die Versicherungsangestellte Noor Jabeen, noch völlig außer Atem. "Es war nicht so intensiv, aber es war schrecklich", sagte der Behördenmitarbeiter Owais Khan. Verängstigte Anwohner zitierten auf der Straße Koranverse.

Amjad Ali, ein Beschäftigter der IT-Branche, der ebenfalls in Karachi auf die Straße geflohen war, sagte, er fühle sich bei jedem Erdstoß an das schwere Beben des Jahres 2005 in Kaschmir erinnert. Bei dem Beben der Stärke 7,6 waren damals mindestens 73.000 Menschen getötet worden und mehrere Millionen obdachlos geworden.

Rückzugsort für Extremisten

Im April hatte es in der iranischen Grenzregion zu Pakistan ein Beben der Stärke 7,8 gegeben. Dabei starben 41 Menschen. Auf der pakistanischen Seite waren 12.000 Menschen von den Folgen des Bebens betroffen.

Die Provinz Belutschistan hatte im August unter schweren Überschwemmungen im Zusammenhang mit dem Monsunregen gelitten. In Belutschistan liegen die Stammesgebiete, die als Rückzugsort für islamische Extremisten gelten.

Quelle: ntv.de, AFP/dpa