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Hoffnung im Golf von Mexiko "Static Kill" beginnt

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BP kann mit "Static Kill" beginnen.

REUTERS

Aus der zerstörten Bohrinsel "Deepwater Horizon" floss 16 mal mehr Öl ins Meer als bei der Havarie der "Exxon Valdez" 1989 vor Alaska. Jetzt hoffen alle, dass das Leck im Golf von Mexiko endgültig versiegelt wird: Mehr als vier Monate nach der Katastrophe beginnt der Energiemulti BP mit dem Abdichten der außer Kontrolle geratenen Ölquelle.

Fast vier Monate nach dem Untergang der Bohrinsel "Deepwater Horizon" hat der Energiemulti BP im Golf von Mexiko mit dem endgültigen Abdichten der außer Kontrolle geratenen Ölquelle begonnen. Ein positiver Test habe den Ausschlag gegeben, um 22.00 Uhr (MESZ) das "Static Kill" genannte Verfahren einzuleiten, teilte der Konzern mit. Dabei werden große Mengen Schlamm und Zement in das Bohrloch gepumpt, um die Quelle in 1600 Meter Meerestiefe zu verschließen.

Mit "Static Kill" hoffen BP und die Regierung in Washington, das Leck endlich in den Griff zu bekommen. Seit April sind Hunderte Millionen Liter Öl ins Meer gesprudelt und verursachten die größte Ölpest der Geschichte.

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Bilder von ölverseuchten Tieren - hier eine Krabbe - dürften allerdings noch lange nicht der Vergangenheit angehören.

(Foto: REUTERS)

Die Arbeiten werden nach Angaben des Krisenmanagers der US-Regierung, Thad Allen, 33 bis 61 Stunden dauern. Das Pumpen des Füllstoffs müsse mit größter Umsicht vonstattengehen, um neue Lecks zu verhindern, beschrieb Allen die Probleme für die Ingenieure.

Zwei kleinere Lecks an der Abdichtung über dem Bohrloch, die zuvor eine Verzögerung der Aktion verursacht hatten, seien geschlossen, sagte Allen. Seit Mitte Juli ist das Bohrloch im Golf von Mexiko provisorisch verschlossen.

Mehrere Schiffe stehen bereit, um den schweren Schlamm unter hohem Druck in das Bohrloch zu pressen und so das Öl, das in der Steigleitung nach wie vor nach oben drückt, in die Tiefe zu pressen. Gelingt das Manöver, kann das Bohrloch in 1500 Metern Tiefe mit Zement verschlossen werden. Allerdings könnten zeitweise geringe Mengen Öl ins Meer fließen.

Riesiger Gegendruck ist nötig

"Um ein Bohrloch richtig zu verschließen, muss der Druck vom Bohrlochkopf genommen werden. Man muss irgendetwas in das Bohrloch bringen, das einen Gegendruck zu dem nach oben drückenden Öl erzeugt", erklärte Prof. Matthias Reich, Direktor des Institutes für Bohrtechnik und Fluidbergbau an der TU Bergakademie Freiberg.

Bei dem "schweren Schlamm" handelt es sich nach den Worten Reichs um eine "sehr komplexe Flüssigkeit, die von Experten im Labor zusammengestellt wird. Sie ist zähflüssig und in diesem Fall sehr schwer."

Nach "Static Kill" kommt "Bottom Kill"

Der "finale Akt" zur Versiegelung steht dann etwa eine Woche später an. Dann wollen die Ingenieure auch das Öl-Reservoir in etwa vier Kilometern Tiefe unter dem Meeresboden verschließen. Bei dieser Operation "Bottom Kill" sollen ebenfalls Schlamm und Zement in die Steigleitung gepumpt werden. Das geschieht durch einen Nebenzugang, der seit Mai gebohrt wird.

Mexiko will Schadenersatz

Über das tatsächliche Ausmaß der Ölpest gab es seit dem Untergang der Bohrinsel "Deepwater Horizon" am 22. April erhebliche Kontroversen. Zunächst behauptete BP, es strömten lediglich geringe Mengen ins Meer. Dann wurden die Zahlen immer weiter nach oben korrigiert. Die neusten Schätzungen von Forschern hätten eine mögliche Abweichung von plus oder minus zehn Prozent, teilte die US- Regierung mit.

Die mexikanische Regierung will den BP-Konzern auf Schadenersatz verklagen. Das teilte Umweltminister Juan Rafael Elvira Quesada in Mexiko-Stadt mit, wie die Zeitung "Milenio" berichtete. Nach den Worten des Politikers werden die Regierungen Mexikos und der USA im September in Washington das Ausmaß der Schäden beziffern.

Als Sofortzahlung verlange Mexiko 70 Millionen Dollar (etwa 53 Millionen Euro). Noch sei kein Öl in mexikanischen Gewässern entdeckt worden, ergänzte Elvira. Dennoch sei das Ökosystem in Mitleidenschaft gezogen worden.

Nach jüngsten Angaben von Forschern strömten insgesamt 4,9 Millionen Barrel in den Golf von Mexiko - das sind etwa 666 400 Tonnen. Niemals zuvor wurde eine schlimmere Ölpest registriert: Bei der Havarie des Tankers "Exxon Valdez" 1989 vor der Küste Alaskas flossen "nur" etwa 40.000 Tonnen ins Meer. Bisher galt der Bohrinsel-Unfall der "Ixtoc" 1979 als die schwerste Ölpest. Damals flossen etwa eine halbe Million Tonnen ebenfalls in den Golf von Mexiko.

Quelle: n-tv.de, dpa

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