Panorama

Letzte Aufnahmen Video zeigt verunglückte Bergsteiger

Im Mai kommt am Nanda Devi eine Bergsteigergruppe ums Leben, wahrscheinlich, weil eine Lawine abging. Nun zeigen die indischen Behörden Aufnahmen einer Helmkamera. Sie könnten die letzten Sekunden vor dem Unglück zeigen.

Von der achtköpfigen Bergsteigergruppe, die im Mai in der Himalaja-Region ums Leben kam, sind letzte Filmaufnahmen aufgetaucht. Die kurze Sequenz stammt offenbar von einer GoPro-Kamera, die einer der Teilnehmer bei sich hatte. Die Bilder wurden von der indisch-tibetischen Grenzpolizei (ITBP) veröffentlicht.

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Der knapp zwei Minuten lange Clip zeigt zwei Sequenzen. Zum einen gibt es Aufnahmen, wie sich die Gruppe bei Sonnenaufgang auf den Weg macht. Ein zweiter Teil zeigt, wie die vier Briten, zwei US-Amerikaner und ein Inder bei sonnigem Wetter sehr langsam und vorsichtig auf dem Weg sind. Als der Kontakt abbrach, versuchte die Gruppe, den zweithöchsten Gipfel Indiens, den Nanda Devi, zu besteigen.

Die Kamera wurde in der Nähe des Ortes gefunden, an dem schließlich im Juni die Leichen der Bergsteiger geborgen wurden. Sieben Körper waren dort auf über 5000 Metern unter Schnee begraben, ein Brite wird noch immer vermisst.

"Wie eine Black Box"

ITBP-Sprecher Vivek Kumar Pandey kam angesichts der Aufnahmen zu dem Schluss, dass das Gewicht der Gruppe möglicherweise eine Lawine ausgelöst haben könnte. Das Videomaterial soll nun dazu verwendet werden, "zu analysieren, was mit ihrer Mission schiefgelaufen ist". Am Ende gibt es ein lautes Geräusch und das Video bricht ab. Die Kamera trägt der letzte Bergsteiger in der Seilschaft.

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Die Bergretter setzten ihr Leben ein, um die Leichen zu bergen und ins Tal zu bringen.

(Foto: REUTERS)

Es sei faszinierend gewesen, das Filmmaterial anzusehen, sagte der ITBP-Vize-Generalinspekteur APS Nambadia der BBC zufolge bei einer Pressekonferenz. "Die GoPro hat sich als die Black Box erwiesen, die einen Einblick in die letzten Momente der Kletterer gewährt." Die Gruppe hatte am 13. Mai mit dem Aufstieg begonnen, am 26. Mai war der Kontakt abgebrochen. Am 28. Mai wurden die Mitglieder als vermisst gemeldet, nachdem sie nicht ins Basislager zurückgekehrt waren.

Quelle: ntv.de, sba